Archiv 2015

27. Dezember 2015

„Darf ich mal mitkommen zum Kutsche fahren?“ Welch ein Frage! Als Fahrer sucht man ständig händeringend nach einem Beifahrer, vor den Pferden-Steher, dritte bis vierte Hand-Geber und hat darüber hinaus auch noch ein großes Sendungsbewusstsein nach dem Motto „Leute, probiert es aus: Fahren macht richtig Spaß!“ Daher kam mir die vorsichtige Frage von Sonja ganz gelegen. Klar! Mitkommen! Anspannen! Losfahren!

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Eine strahlende Sonja mit Sanso (li.) und Paddy.

Das Fahrgelände des Lippisch-Westfälischen Fahr- und Kutschenvereins (hier der Link zur Website) bietet einen großzügigen, sicheren Rahmen für die erste Kutschfahrt. Ringsum weite Felder und Wiesen, ein ebener Dressurplatz mit viel, viel Fläche für Kringel und Kreise.

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Sonja erstmals alleine „on tour“ mit dem Mini-Zweispänner.

Wenn dann noch zwei zuverlässige Ponys angespannt sind, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen … auch, wenn Sanso an diesem Tag gut drauf war und sein Hinterteil das eine oder andere Mal gehoben hat. Aber – ganz Gentleman – macht mein Senior-Super-Pony nur ganz kleine Faxen und bleibt zuverlässig in der Spur.

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Schöne Aussichten: die Leinen in der Hand, Blick auf zwei Pony-Popos. Die korrekte Leinenhaltung kommt später und kann ab Frühjahr im Fahrkurs bei uns im Verein geübt werden.

26. Dezember 2015

Ein Weihnachtsausritt mit kleinem Umtrunk im Querental:

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Satteltrunk: (v.li.) Barbara auf Anton, Anneke auf Piet sowie Dickmann und ich. (Foto: Karen Wüllenweber. Danke!)

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Unsere Gastgeberin mit dreierlei leckerem Hochprozentigen: Karen. (Foto: Barbara Bliemetsrieder. Danke!)

24. Dezember 2015

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… bei frühlingshaften Temperaturen. Ist das nicht herrlich?!

23. Dezember 2015

SO bereitet man sich auf Weihnachten vor:

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Ganz entspannt: Fin und Dickmann in der neuen Einstreu.

Während wir Zweibeiner noch die letzten Einkäufe erledigen; stundenlang in der Küche stehen; alles, alles, alles vor Weihnachten noch fertig haben wollen, zeigen uns die Vierbeiner, wie man relaxt in die Feiertage geht.

Fin und Dickmann liegen in unserer neuen Einstreu: Holzpellets. Wir haben hier in diesem Winter einen kleinen Versuch mit drei verschiedenen Stall-Einstreusorten gemacht: Holzpellets, Strohpellets und Späne. Bei weitem am besten abgeschnitten haben die Holzpellets. Eigentlich zum Heizen konzipiert, sind sie meines Erachtens auch als Einstreu ideal. Einmal aufgequollen sind Holzpellets ausgesprochen ergiebig; werden nicht gefressen; produzieren kaum Abfall, sind warm, weich, hell, wohlriechend und bei den Pferden ausgesprochen beliebt.

Man rechnet knapp einen 15 Kilo-Sack Holzpellets auf einen Quadratmeter Stallfläche als Grundeinstreu. Diese wird mit rund einer halben 10 Liter-Gießkanne Wasser pro Sack nach dem ersten Einbringen befeuchtet, damit die Pellets aufquellen und zu feinem Sägemehl zerfallen. In der ersten Woche werden nur die Pferdeäpfel entfernt. Danach kann man die ganz feuchten Stellen rausnehmen, wobei ich sagen muss, dass das bei uns noch nicht nötig war. Die Pferde nutzen den Stall nicht sonderlich häufig zum Urinieren, da ein Pferdeklo mit Spänen direkt nebendran angelegt wurde und die weichen Sandwege auch zur Verfügung stehen. Ab der zweiten Woche lockert man mit einer Bollengabel die Einstreu immer wieder auf. Sie ist jetzt nach zwei Wochen immer noch super-trocken und wohlriechend und hell. Ein bis zwei Mal pro Woche sprühe ich die Holzpellets mit effektiven Mikro-Organismen ein (EM), genauer gesagt mit dem Emiko Stallreiniger. Hier die Website zum Nachlesen. Es gibt auch das System Plocher, das viel im Zusammenhang mit Holzpellets angewendet wird. Hier die Website zum Nachlesen.

Mein Fazit zu Holzpellets: zwar ist die Grundeinstreu etwas teurer. Aber dafür hat man danach eine richtig angenehme, super-sparsame Einstreu, leicht zu pflegen und – ich kann’s nicht anders ausdrücken – rundherum klasse. Es macht einfach Spaß, sich in einem damit eingestreuten Stall aufzuhalten.

Die anderen beiden Einstreu-Varianten Strohpellets aus Roggenstroh sowie Späne überzeugten mich nicht. Die Strohpellets saugen im Vergleich zu den Spänen mehr Flüssigkeit auf. Aber trotz EM-Einsatz riechen sie nicht besonders angenehm. Außerdem – das Auge „isst“ mit – assoziiert die dunkle Farbe irgendwie Schmutz. Bei den Spänen macht mir das Abmisten überhaupt keinen Spaß. An den Pferdeäpfeln kleben viele Späne. Viel zu viel Einstreu geht auch verloren, wenn man die feuchten Stellen rausnimmt – und das muss man, denn anders als bei den Holzpellets, die in sich einen Trocknungseffekt zu haben scheinen, sind Späne schnell feucht.

20. Dezember 2015

Ich habe lange, lange nichts geschrieben und in letzter Zeit auch nicht schreiben können weil die Trauer um Schecki immer mal wieder zuschlägt. Aber das Leben auf dem Trail geht weiter. Die beiden neuen Pferde Andro und Piet haben sich gut eingewöhnt. Unsere „wilde Hummel“, Cinderella, ist verliebt und ein ganz anderes Pferd geworden. Piet, der Norweger, ist ihr treuer Begleiter. Heute musste sie allerdings kurzfristig auf ihn verzichten, denn Elke, Anneke und ich haben mit Anton, Dickmann und Piet einen netten „Frühlings“-Ritt gemacht. Sagt was Ihr wollt: ich finde dieses Wetter herrlich!

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Sattel, Trense, Hufschuhe – es kann losgehen: (v.li.) Anton, Dickmann und Piet. (Foto: Anneke Matthies)

Wir haben aus Rücksichtnahme auf Dickmanns und meinen schlechten Trainingszustand die kleine Runde über den Teut, durch das Querental und zurück am Eselhof entlang gewählt.

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Gemütlich im Schritt durch’s Querental: Elke und ich. Dank an Anneke unsere Fotografin. (Foto: Anneke Matthies)

Gemütlich im Schritt … Das ist mit Norweger Piet ein besonderes Erlebnis. Es ist unglaublich, was dieses kleine Pferd für einen Schritt hat. Locker hängte er Dickmann und sogar den großen Oldenburger Anton im Schritt ab. Sobald Anneke nur ein wenig die Zügel hingab, legte der kleine „Panzer“ Piet den Turbo in seiner Lieblingsgangart ein … und schritt aus. Nach außen hin immer noch locker, gemütlich aussehend, überholten die Hinterbeine die Pferdeohren und von Piet war Schritt für Schritt für Schritt nur noch sein sich langsam entfernendes Hinterteil zu sehen. Wenn denn, liebe Anneke, der geplante Mini-Wanderritt hoffentlich in 2016 stattfindet, ist jetzt schon klar, wer am Zielort Küchendienst hat und schon mal den Rotwein öffnet, diesen in Ruhe atmen lässt, den Backofen für die Pizza einschaltet und den Kamin anzündet bis der Rest der Truppe auch eingetroffen ist.

10. Dezember 2015 – 15.30 Uhr

Ich musste heute Lebewohl sagen. Nach 16 Jahren an meiner Seite wurde meine Schecki eingeschläfert.

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Sie stand seit einer Woche in der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Die Untersuchungen zeigten eine Veränderung am Luftsack und eine von Geburt an verengte Luftröhre. Möglicherweise durch eine Entzündung im Luftsack aufgrund derer Schecki nicht mehr schlucken mochte, geriet sie in einen Hungerstoffwechsel. Ich hatte vorher noch nie davon gehört und man sah es ihr nicht an. Sie war lediglich müde und lustlos. Die Gabe von Glucose, die ich sofort skeptisch hinterfragte, löste nach drei Tagen Klinikaufenthalt eine schwere Hufrehe bei meinem ohnehin rehegefährdeten Pony aus. Alle vier Hufe wurden eingegipst. Schecki bekam Morphium. Die Folge war, dass sie derart ruhig gestellt, wiederum nicht genügend frass und erneut in den Hungerstoffwechsel kam. Eine Achterbahnfahrt – für alle. Die Entscheidung, dem Rat der Tierärzte zu folgen und Schecki einschläfern zu lassen, fiel mir unbeschreiblich schwer. Ich hatte die Kraft bei ihr zu bleiben bis zum Schluss. Alles lief ruhig ab. Aber die Bilder werde ich nie vergessen. Was bleibt, ist die Erinnerung …

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… an solche glücklichen Zeiten für meine kleine Schecki auf dem Trail …

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10. November 2015

Interessant, interessant. Heute stieß ich auf den Artikel einer Pferdetherapeutin und Trainerin aus München zum Thema „Wälzen“. Jetzt weiß ich endlich, warum sich (nicht nur) meine Pferde nach der Arbeit wenn sie geschwitzt haben, wenn es heiß ist und überhaupt gern wälzen und warum das auch noch gut für sie ist.

Sandra Fencl – hier der Link zu ihrer Seite – schreibt:

Schmutziges Pferd = Glückliches Pferd? Oder warum Wälzen fürs Pferd so wichtig ist!

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Paddy paniert.

 

Die Tage werden kürzer, die Koppelzeiten bei manchen Pferden leider auch. Auch wenn die Koppeln geschlossen werden, ist es für Pferde extrem wichtig, dass sie einerseits ausreichend Bewegung erhalten und andererseits auch die Möglichkeit zum Wälzen haben. Gerade auch direkt nach der Arbeit tut es den Pferden sehr gut, sich ausgiebig zu wälzen. Warum?

Wälzen ist gut für Körper, Geist und Seele. Ausgiebiges Wälzen wirkt wie eine Massage und hilft, psychische aber auch muskuläre (Ver-)Spannungen abzubauen. Es hilft der Hautdurchblutung und regt den Stoffwechsel an und kann helfen, Muskelkater zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren.

Außerdem kann das Wälzen dem “Verkleben von Haaren“, wenn das Pferd geschwitzt hat, entgegen wirken. So ist der “Haaraufstellmechanismus” intakt und die Pferde verkühlen sich nicht so leicht. Das ist natürlich besonders auch für Offenstallpferde wichtig.

Ausgiebiges Wälzen hat auch eine reinigende Wirkung: Abgestorbene Haare, Hautpartikel, aber auch Schweiß werden durch diese „Bodenakrobatik“ entfernt und die Haut einem sanften Peeling unterzogen. Und beim anschließenden Schütteln gibt es noch eine finale Lockerung von Muskeln und Wirbelsäule.

Sollten noch Insekten unterwegs sein, nützt Wälzen im Schlamm gegen die lästigen Plagegeister.

Falls Dein Pferd eine Decke tragen sollte, lass es sich bitte unbedingt ohne Decke wälzen. Nur bei “nackten” Pferden kann das Wälzen zur optimalen Wellness-Kur werden.

Es war also in zweifacher Hinsicht sinnvoll, tonnenweise Sand auf die Paddocktrail-Wege und Freiflächen aufzubringen. Der Trail ist damit nicht nur wetterfest und winterbegehbar, sondern auch ein Peeling-/Wellness-Center für die vierbeinigen Bewohner. Da nimmt der Zweibeiner gern das Dreck-Abkratzen vor dem Reiten in Kauf. Geht’s dem Pferd gut, freut sich der Mensch.

4. November 2015

Rödel ist tot – es lebe der neue Rödel!

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Mein neuer Rödel: ein Marken-Teil – und das Schönste daran – mit Elektro-Antrieb. Leise, kein Motor-Anreißen mit Fast-Armauskugeln. Einfach klasse!

Vor zwei Wochen hat meine gute, alte Motorschubkarre „Rödel“ ihr Leben ausgehaucht. Schon lange machte er „Zicken“; war nicht mehr zu schalten; hatte ständig den Gang drin; sprang kaum noch an. Und dann war’s ganz aus. Oh je! Bereits beim Anblick der nicht-motorisierten 160 Liter-Schubkarre ging ich in die Knie. Wie ein alter Karrengaul, der aus dem letzten Loch pfeift, habe ich mich vor die voll beladene Karre gehängt. Noch ein paar Tage länger und jemand hätte mir den Gnadenschuss geben müssen.

Das hat sich heute geändert. Der neue Rödel kam aus Beelen (bei Warendorf) angefahren – eigentlich erst einmal nur zum Probefahren. Ein Super-Service von der Firma, finde ich.

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Da hinten im Anhänger ist Rödel II drin.

Das gute Teil ist ein Zallys. Ihr erinnert Euch an das Foto von der Equitana? Genau das Teil ist es geworden. Vier davon laufen laut Verkäufer im Frankfurter Zoo den ganzen Tag. Gute Voraussetzungen, dass Rödel II auch für den Dienst auf dem Paddocktrail zu gebrauchen ist.

Nach dem Abladen stellte sich gleich die erste bange Frage. Würde er mit seiner 600 Liter-Wanne durch das Eingangstor passen?

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Oh, oh – passt genau auf den Zentimeter. Breiter hätte er nicht sein dürfen. Wonne ist auch ganz gespannt.

Nach dieser ersten Hürde ging es zum Geländetest. Der alte Rödel hatte keine Bremse und keinen Rückwärtsgang, was manchmal zu etwas brenzligen Bergabfahrten führte. Wie schafft Rödel II die Anhöhen im Trail?

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Rödel II in Schräglage – zusätzlich „beladen“ mit Alexander Hertzel von der Firma Rampelmann & Spliethoff. Da rührt sich nix. Perfekt!

Nach einer Runde über den Trail war klar: das Teil soll es sein. Rödel II konnte gleich einziehen, denn das gute Stück sagt selbst, was es hier im Paddocktrail ist:

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31. Oktober bis 2. November 2015

Busy, busy – aber auch sehr schön und für mich ausgesprochen glückbringend geht es weiter: Fin wurde das erste Mal an meiner Gig angespannt. Es ist meine alte Gebrauchskutsche, die ich vor rund 10 Jahren verkaufte und nun wieder angeboten bekam.

Am Samstag haben wir bestimmt zwei Stunden an Kutsche und Geschirr „gewerkelt“, um alles anzupassen. Fin ist eben doch deutlich kleiner als mein Vorgängerpferd. Aber am Ende …

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Fin endlich vor der Kutsche mit Jürgen an den Leinen.

Am Sonntag und Montag habe ich dann die Leinen übernommen …

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Ja, da geht er dahin. Völlig relaxt und mit einem Zwirnsfaden zu fahren – trotz 72 Schafen in direkter Nachbarschaft: mein Fin. (Foto: Jürgen Baumgart)

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Das „mürrische Mammut“, wie Jürgen den Fin nennt, kann auch (mit viel Mütze wedeln und hüpfen und Faxen machen seitens des Fotografen) freundlich gucken. (Foto: Jürgen Baumgart)

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Glücklich!!! (Foto: Jürgen Baumgart)

30. Oktober 2015

Die Engländer würden die letzten 14 Tage als „busy“ bezeichnen. Heute ging’s in gleichem flotten Tempo weiter, denn ein zweites neues Pferd ist angekommen: Haflinger Andro, 13 Jahre, ehemaliges Schulpferd, herdenerfahren.

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Haflinger Andro mit Besitzerin Fabijenna bei der ersten Runde über den Trail.

Auch Andro wird auf die übliche, bewährte Art und Weise integriert. Die Herde geht auf die Weide und der Neue kann in Ruhe die Wege kennenlernen.

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Unverhofftes Glück: die Herde darf auf die Weide obwohl die Saison eigentlich zu Ende ist.

Ein erstes Kennenlernen durch den Zaun.

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Andro und Dickmann.

So weit so gut. Nun geht Andro für weitere 2-3 Tage in die Integrationsbox mit täglichen Ausflügen auf den Trail. Alles läuft problemlos bis auf … die wild-gewordene Rest-Herde, die nach 20 Minuten Weidezeit überhaupt nicht einsehen wollte, dass sie nun das leckere Grün wieder verlassen muss. Piet, unser Norweger-Neuzugang war nicht einzufangen! Besitzerin Anneke schaffte es schließlich doch: mit dem Futtereimer in der Hand.

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Hey, wer bist denn Du?

Andro wurde – wie Piet – sehr schnell in der Herde aufgenommen. Anders als der „Draufgänger“ Piet, der sich gleich einen Platz an den Heuraufen sicherte, war Andro zwei Tage lang „Statue“ und hielt sich erst einmal etwas abseits.

25. bis 29. Oktober 2015

Paddocktrail-Pause in der Prignitz. Vier Tage weg. Wie lange hat es das schon nicht mehr gegeben.

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Unterwegs in den Weiten Brandenburgs.

Aber natürlich konnte ich in dieser Zeit nicht ohne Pferde auskommen. Ich besuchte das Landgestüt Neustadt/Dosse.

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Empfangen wurde ich von den beiden lebensgroßen Bronzepferden Poesie und Poetin.

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Wohnsitz des Landstallmeisters.

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Die Tür zum Büro vom „Cheffe“. Stilecht mit Pferd.

Und wo sind die Pferde? In der Reithalle traf ich Obersattelmeister Rainer Stübing, mit dem ich mich lange, lange über das Thema Fahren und Fahrtrainer-Ausbildung unterhalten habe. Neustadt/Dosse, das – wie ich glaubte – Mekka des Fahrens mit diesen unendlichen Weiten wird im nächsten Jahr keine Trainer Fahren-Ausbildung mehr anbieten. Aber es wird noch geritten wie man auf meinem schnellen, aus der Hüfte geschossenen Foto sieht.

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Auf dem Weg zum Morgentraining.

24. Oktober 2015

Ein Herzklopfen-Tag für mich und meine Vereinskollegin Ruth Herzog. Wir zwei Beiden hatten uns angemeldet für den Vorbereitungslehrgang zum Trainer C Fahren. Auf dem Programm stand eine Dressuraufgabe in Anlehnung an Klasse A, Kegelfahren und Unterrichtserteilung. Wir haben auf dem Dressurplatz unseres Vereins (Lippisch-Westfälischer Fahr und Kutschenverein – Link hier) geübt wie die Verrückten; den Band 5 „Fahren“ von der FN unters Kopfkissen gelegt und vor diesem Tag gezittert.

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Haflinger Nero mit einer Teilnehmerin und Ruth hinten als Beifahrerin mit der Dressuraufgabe in der Hand.

Die Prüfung an deren Ende entweder die Empfehlung „go home und üb noch mal“ oder „für den Trainerlehrgang geeignet“ stehen würde, fand bei den Fahrsportfreunden Ostenfelde statt. Was für eine Anlage! 250 Vereinsmitglieder, 3 Trainer. Ein Paradies für Fahrsportfans! Hier der Link.

Morgen um 7 Uhr ging es los: Kutsche verladen, Pferd verladen, mit 2 Autos los. Richter Helmut Mönnig aus Eschenbruch erwartete uns schon. Er sah sich 13 an der Trainerlaufbahn Interessierten gegenüber. Erst wurde gefahren. Dann gab’s zur Stärkung eine Suppe und dann durften/sollten/mussten wir uns gegenseitig unterrichten. Mein Thema: die verschiedenen Arten die Leine zu verlängern. Ich wusste, ich würde die eine der vier Arten vergessen … und so kam es (fast) auch.

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Machte uns Mut: Richter Helmut Mönnig (re.) mit zwei Teilnehmerinnen.

Aber: Ende gut, alles gut. Alle 13 Teilnehmer haben bestanden und können nun den Trainer C-Kurs im Februar 2016 angehen.

22. Oktober 2015

Heute besichtigte der Unternehmerkreis Pferdehaltung der Landwirtschaftskammer NRW den Paddocktrail. 30 Besucher, alles Pensionsstallbetreiber überwiegend aus dem Rheinland, machten sich ein Bild von der Aktivhaltung auf einem Paddocktrail.

 

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Das „Aufstell-Foto“ nach der Besichtigung – zu mehr hat’s mit der Beantwortung der vielen Fragen rund um den Trail nicht gereicht. Außerdem fehlen einige Teilnehmer, die noch in der Küche eine Tasse Kaffee trinken.

 

Pensionsstallbetreiber stellen ganz andere Fragen als Einsteller in spe oder Pferdehalter, die sich hier über den Bau eines Paddocktrails informieren. Das war mir klar und ich war darauf vorbereitet. Es ging um Zeiteinsatz, Kapitaleinsatz, Kosten-Nutzen-Rechnung und vor allem das große Thema: die Genehmigungspraxis der Behörden.

Nicht einer der Besucher, die Pferdepensionsbetriebe in deutlich größerem Maßstab betreiben als ich, hat einen Paddocktrail. Gleichwohl stand dieser Tagesausflug unter dem Motto „Besichtigung von Aktivställen“. Warum? Das erfuhr ich im Verlauf der Führung. In einigen Jahren sollen – so hatte ein Teilnehmer im Landwirtschaftlichen Wochenblatt gelesen – die „normalen“ Pferdeboxen nicht mehr genehmigungsfähig sein. Prima! – dachte ich mir. Aber dann fiel ich vom Glauben ab.

Keine Boxen mehr auf der einen Seite aber auch nur sehr eingeschränkte Auslaufflächen auf der anderen. Man rechnete vor, dass 12 Pferde auf 500 qm Fläche gehalten werden sollen – wenn es nach den Umweltbehörden geht. Der Grund: man möchte die freie Landschaft im Außenbereich erhalten und so wenig befestigte Flächen wie möglich haben. Umweltschutz vor Tierschutz.

Also das, was Pferdehalter sich wünschen: die matschfreie großzügige Auslauffläche wird in der für eine artgerechte Laufstallhaltung benötigten Größe nicht genehmigt. „Wie das alles gehen soll mit dem Ende der Boxenhaltung und den Restriktionen bei den Auslaufflächen, wissen wir noch nicht“, so Jurr. Ein weiterer Besucher erzählte mir sogar von einem Aktivstall, der seine mit viel Kosten und Aufwand erstellten Paddocks zurückbauen musste auf eine kleinere Größe.

Nachdem ich all die Fallstricke gehört habe, die Pferdehaltern drohen, die sich den Traum vom „Pony am Haus“ oder einem kleinen, gemütlichen Betrieb mit wenigen Einstellern und viel Platz für Mensch und Tier erfüllen wollen, kann ich nur den Kopf schütteln. Auch in der Pferdehaltung scheint der allgemeine Zwang vom „Wachsen oder Weichen“ um sich zu greifen. Und da sind die Pensionsstallbetreiber in einem Hamsterrad, von dem sich kein Einsteller auch nur im entferntesten ein Bild machen kann. Muss das alles so sein?

Bei all dem nachdenklichen Kopfschütteln möchte ich aber eines nicht vergessen: vielen Dank für den netten Besuch. Der Austausch war auch für mich sehr interessant, wenn auch erschreckend. Vielen Dank auch für die Paddy-Spende.

19. Oktober 2015

Heute hat Piet seinen ersten Ausflug auf den Trail gemacht. Anneke nahm ihn zunächst ans Halfter, um ihm die Wege zu zeigen.

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Anneke und Piet beim ersten Spaziergang auf den Trailwegen.

Nach der Halfterrunde durfte Piet frei laufen. Wie üblich bei einem Eingewöhnungspferd ist die Herde derweil auf der Weide. So können sich alle Beteiligten sehen und entlang des Zauns begleiten. Aber der Sicherheitsabstand bleibt noch gewahrt.

Weil die Ponys eine „sichere Bank“ sind beim Kontakt mit Neulingen, durften die drei „Außerirdischen“ als erstes zu Piet auf den Trail. Paddy und er werden wohl Freunde werden. Schecki hielt sich raus. Sanso war wach aber zurückhaltend – wie immer.

Im zweiten Schritt kamen Dickmann und Fin auf den Trail und ich habe meinen freundlichen Dickmann nicht wiedererkannt. Meter um Meter rang er Piet den Platz zwischen den oberen Heuraufen ab. Es wurde ausgekeilt was das Zeug hielt – etwas, was ich noch nie bei Dickmann gesehen habe, was aus Pferdesicht aber total logisch war. Der Neuling bekommt nicht gleich einen Premieren-Platz am Esstisch. Wo kämen wir denn da hin?!

Anders als von Anneke erwartet, gab Piet aber auch nicht nach. Nachdem rund fünf Meter „Piet-Weichen“ von Dickmann und dem sich erstaunlicherweise fein zurückhaltenden Fin ertrotzt waren, trollte sich Piet. Im selben Moment war alles vergessen. Fin und Dickmann wanderten entspannt in die andere Richtung ab.

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„Krisen-Sitzung“ vor dem oberen Stall: Dickmann, Fin und Sanso.

Alles ging ohne Blessuren vonstatten. Aber da kann man mal wieder sehen: Pferde sind stets für eine Überraschung gut.

18. Oktober 2015

Ein neues Pferd ist angekommen: Piet, Fjordwallach, 5 Jahre alt. Das kleinste Pferd der Herde „gab“ den Empfangschef.

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Ein Küßchen für den Neuen: Paddy mit Piet.

Einige Tage wird Piet in der Eingewöhnungsbox bleiben, wo ihn die anderen Pferde sehen können, wenn sie zur Tränke kommen. Heute Nacht hatte er viel Gesellschaft, wie die Anzahl der Pferdeäpfel vor seiner Box vermuten lässt.

Während Cinderella ihm „ladylike“ erst das Hinterteil präsentiert um dann quietschend und schweifschlagend „abzudackeln“, sind die Wallache sehr an ihm intereressiert. Es wurde stundenlang „geschnäbelt und gequietscht“.

16. Oktober 2015

Als Journalistin stehe ich auf so manchem Presse-Verteiler – unter anderem auch beim NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.). Und da flatterte mir gestern eine Pressemitteilung in den Email-Postkasten, bei der ich dachte: „Stimmt. Mit dem Thema hast Du Dich noch überhaupt nicht beschäftigt“. Ich schätze, da geht es mir so; wie den meisten Reitern/Pferdehaltern – zumindest hier in Lippe/NRW.

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Wolf im Westerwald. (Foto: NABU/U. Stadler)

Das Thema lautet: Pferd und Wolf. Der NABU hat einen Leitfaden herausgegeben. Untertitel: Wege zur Koexistenz.
Hier kann man ihn kostenlos downloaden: Pferd und Wolf.

Ich finde, jeder, der sein Pferd in naturnaher Haltung – sprich: Offenstall, Laufstall, Draußen – hält oder viel im Gelände reitet, sollte sich mal damit beschäftigen. Zwar ist der Wolf bei uns in Lippe noch nicht angekommen. Aber, ich denke, das ist nur eine Frage der Zeit.

Die gute Nachricht vorab: Pferde stehen in Deutschland nicht auf Nummer 1 im Speiseplan der Wölfe. Kotuntersuchungen ergaben, dass Rehe, Rotwild, Wildschwein 96 Prozent der Wolfs-Nahrung ausmachen. Das ist bei wild lebenden Pferden in Galizien und Polen ganz anders.

Aber hierzulande gibt es einen guten Schutz gegen Wölfe: unsere relativ dichte Besiedlung und … Zäune. Zum Thema Zäune: Der NABU empfiehlt, in Gebieten, in denen der Wolf beheimatet ist, auch außen am Zaun eine Stromlitze anzubringen: 20 Zentimeter über dem Boden, denn der Wolf untergräbt eher als dass er überspringt sowie 15 cm Abstand vom Zaunpfahl nach außen, damit es erst gar nicht zum Kontakt kommt. Ob das in der Praxis machbar ist, entscheiden Grenzabstand zum Nachbarn sowie Bewuchshöhe außerhalb des Zauns.

Begegnet man Wölfen auf einem Ausritt im Gelände so empfiehlt der NABU:

  • keinesfalls fluchtartig davongaloppieren (Pferde verhalten sich i.d.R. bei Wolfsbegegnungen NICHT panisch)
  • Pferde nebeneinander, den Wölfen zugewandt, aufstellen. Das gilt auch für Einzelreiter: in Richtung Wolf aufstellen!
  • Lautes Rufen zum Verscheuchen ist ok. Nichts unternehmen, was Pferde nervös macht wie Klatschen o.ä.
    Die Pferde müssen ruhig an den Hilfen stehen.
  • Im Schritt langsam aber entschlossen auf den Wolf/das Rudel zureiten. Darauf achten, dass die Wölfe Rückzugsmöglichkeiten haben.
  • Die Wölfe nicht verfolgen, um etwa ein Foto zu schießen.
  • Hunde anleinen und in Pferde-/Menschennähe halten, da der Wolf sie als Revierkonkurrenten ansieht.

9. Oktober 2015

Pferde füttern macht so viel Spaß! – Das erklärten wohlmeinende Spaziergänger einer Freundin von mir während sie ihren Haflinger mit Brötchen „vollstopften“.

Pferde füttern macht so viel Spaß! – Das – mit mehr Vernunft betrieben – können aber auch die allermeisten Pferdebesitzer unterschreiben, mich inklusive. Als ich das Krippenfutter für meine Pferde komplett gestrichen hatte, habe ich lange mit mir gehadert. Ok, Heu 24h pro Tag aus Slow-Feedern, aber nur noch 2-3 Mineralfutter-Bricks aus der Hand und nur nach dem Ausritt eine Handvoll Müsli? Reicht das aus?

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„Gib mir was zu essen!“ Paddy weiß, welche „Knöpfe“ er drücken muss. Aber gerade für ihn gilt: Fütterung nach Augenmaß.

Lesen Sie dazu diesen Gastbeitrag von Barbara Solga-Schäfer von „Dogs and Horses“ (hier ihre Website):

„HEU IST DAS NEUE KRAFTFUTTER!“
-das ist das für viele erstaunliche Resumee der gestrigen Vortragsveranstaltung “ Pferde fit füttern“
mit Dr. rer. nat. Christina Fritz

Guten Tag zusammen!

Gestern fand in Kooperation mit Dogs and Horses auf dem Papenhof in Porta Westfalica ein super interessanter Vortrag zum Thema “ Pferdefütterung“ statt.
Frau Dr. Fritz, Autorin des Buches “ Pferde fit füttern“ erläuterte in sehr eindrucksvoller Weise den Zusammenhang zwischen Haltung, Ernährung, Stoffwechsel und evtl. vorhandener Erkrankungen bei Pferden.
Die Fütterung ist ein entscheidener Faktor bei der Gesunderhaltung unserer Pferde! Gesundheitliche Probleme nehmen heute einen derart großen Raum ein, daß sich Halter zwangsweise mit Gesundheitsfragen auseinander setzen müssen.
Kotwasser, Hufrehe, Sommerekzem, EMS sind nur einige Erkrankungen, die auf einen gestörten Stoffwechsel hinweisen.
Allgemein kann man behaupten, dass es sich hier um reine Zivilisationskrankheiten handelt!
Warum? Die Futtermittelindustrie spricht uns Pferdehalter natürlich vermehrt emotional an. Wunderschöne , lecker aussehende Müslis, duftende Kräuterfutter und angeblich auf spezielle Rassen ausgerichtete Futtermittel verführen uns dazu unsere Lieblinge mit all den Köstlichkeiten verwöhnen zu wollen.
Nur- die brauchen das gar nicht! Und nicht nur das; unsere Pferde sind gar nicht in der Lage viele dieser Bestandteile überhaupt zu verwerten, und schlimmer noch- vieles ist schlichtweg stoffwechselschädlich!

Was aber soll nun gefüttert werden: kurz gesagt:

HEU
(bis zur Sättigung), 8-16 kg / Tag / Pferd- am besten ständig zur freien Verfügung ( Heunetze)

Stroh oder Hölzer ( Zweige) zum Knabbern zur Verfügung

Kraftfutter
NUR nach Leistung! Für Freizeitpferde nach der Arbeit max 1-2 kleine Joghurtbecher am Tag!!!!!!!!!!!!!!!!

DAS WAR ES !!!!!!!!!!!!!!

Dringend warnte Frau Dr. Fritz vor der üppigen Gabe von Möhren, Äpfeln, Bananen,Brot, Pferdeleckerlis!
Möhren max. 2-3 Stück / Tag , kleingeschnitten evt.l als Leckerliersatz
Möhren NIE!!!!! bei Rehepferden.

Bei bereits bestehenden Gesundheitsproblemen empfiehlt sich eine “ Darmsanierung “ in Angriff zu nehmen und die Fütterung zusätzlich poe a poe auf eine artgerechte Weise umzustellen.

So; das sind nun die wichtigsten Info`s für Euch hier zusammen gestellt.
Für das kommende Jahr plane ich Frau Dr. Fritz für einen weiteren Vortrag hierher einzuladen.
Wer sich schon vorher intensiv mit dem Thema auseinander setzen möchte, dem empfehle ich das Buch:

“ Pferde fit füttern“ ,Cadmos Verlag, € 29,95

Es lohnt sich !
Pferdefütterung? Warum kompliziert, wenn`s auch einfach geht!

Guten Appetit!

Eure Barbara Solga-Schäfer

 

30. September 2015

Heute fand ich etwas sehr Schönes auf der Seite von Babette Teschen und Tania Konnerth (Wege zum Pferd):

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Einmal kurz einfühlen … und im Pferde-Zuhause umschauen …

Der Stallbereich unten:

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Der Unterstand oben:

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700 Meter Rundweg in 2 Schleifen, winterbefestigt, matschfrei:

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4 Futterstellen mit 24h Heu, Slow Feed:

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4 Stunden Weidegang/Tag auf Sommer-Wechselweiden:

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Nette Nachbarn, die „Guten  Tag“ sagen:

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Doch, ich würde mein Pferd sein wollen!

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Bandit – vor der schweren Entscheidung: links rum zu den Heuraufen oder rechts rum zu den Kumpels an der Heuglocke.

20. September 2015

Schnuppertag Fahren beim Lippisch-Westfälischen Fahr- und Kutschenverein – 4 Kilometer Luftlinie vom Paddocktrail entfernt. 30 Besucher, 5 Gespanne. Jeder konnte alles ausprobieren. Meine 3 Shetties waren dabei: Sanso & Paddy, das Dreamteam im Zweispänner und Schecki im Einspänner vor dem Sulky. Das Ergebnis: glückliche Gesichter.

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Früh übt sich … (das Pony wurde aus Sicherheitsgründen vor der Kutsche geführt – was dem Spaß aber keinen Abbruch tat).

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Barbara – zum zweiten Mal selbst an den Leinen.

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Siggi – zum ersten Mal an den Leinen.

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Pauly mit Schecki – geführt von Jürgen. Die kleine Kutscherin konnte gar nicht genug bekommen.

Wir haben alle zwei Mal angespannt. Zwischendurch kamen die Vierbeiner in ihre Paddocks und die Zweibeiner ließen es sich bei Kaffee, Kuchen, Bratwurst, Kartoffelsalat gut gehen … im strahlenden Sonnenschein. Erst gegen Abend setzte der Regen ein. Aber da waren wir schon glücklich wieder zu Hause:

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Feierabend. Habt Ihr prima gemacht, ihr kleinen Stoppelhopser.

 

18. September 2015

12.20 Uhr: „Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Jurr mein Name“. Dieser Anruf hat mich sooo gefreut. Der Unternehmerkreis Pferdehaltung der Landwirtschaftskammer NRW wird nächsten Monat den Paddocktrail Alverdissen besuchen. Alexandra Jurr, Beraterin der Landwirtschaftskammer mit Dienstsitz in Lindlar – übrigens selbst Pferdehalterin – und ihr Kollege Gerd Krumbach kommen mit rund 40-50 Pensionsstallbetreibern aus ganz NRW per Bus angereist.

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Wer kommt? Egal. Ich begrüße jeden freundlich: Banner.

Im Rahmen eines Tagesausflugs besuchen sie 3 Pferdehaltungsbetriebe, die sich dem Konzept Aktivstall und Paddocktrail verschrieben haben. Unter den Besuchern sind zahlreiche konventionell wirtschaftende Betriebe mit Boxenhaltung. Sicher kommt es zu einem spannenden Informations- und Erfahrungsaustausch, in dessen Rahmen ich alle meine Tipps weitergeben werde zu Genehmigungen, Bauplänen, Materialien und dem täglichen Betrieb. Toll, toll, toll, dass ich mit dieser Führung die Menschen erreiche, die Pferdehaltung in NRW professionell betreiben und das Wohl vieler Pferde in Händen halten.

10. September 2015

Das gibt’s doch nicht! Alle fahren im September in den Urlaub: die Einsteller, Reitlehrer, die Leute, mit denen ich Termine machen will. Einfach alle. Passend zum Urlaubs-Boom – dem ich mich dann Ende des Monats anschließen werde – habe ich eine Seite gefunden, die zum Träumen einlädt: www.verwandert.de.

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Sarah on tour mit Pony Egon und Hund Sturmi. (Foto:www.verwandert.de)

Die 26jährige Sarah, ihr Mann, Hund Sturmi und Shetlandpony Egon – das fast genau so aussieht wie meine Schecki – wandern seit zwei Jahren durch Deutschland. Sarah schreibt darüber in ihrem Blog und hat einige E-Books zum Thema „Wandern mit Pferd“ herausgebracht – von der richtigen Ausrüstung mit Bau eines Packsattels über die Frage „wohin nachts mit mir und Pony“ bis zur guten Routenplanung. Eines davon kann man sich auf ihrer Seite kostenlos herunterladen. Die anderen sind gegen eine Spende erhältlich, mit der Sarah sich vermutlich ihre Wander-Tour finanziert. Was für ein Abenteuer!

Ich fange im Vergleich zu Sarahs Wanderung im Oktober ganz, ganz, ganz klein an: mit einer 3tägigen Wanderfahrt mit Shetlandpony Schecki.

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Schöne Aussichten: Schecki und ich gehen bald gemeinsam auf Tour.

Natürlich kommt auch meine Hündin Wonne mit. Die passionierte Autofahrerin wird sich auf Kutsche fahren oder zu Fuß gehen umstellen müssen:

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Wonne auf ihrem Lieblingsplatz, den sie sehr, sehr ungern verlässt.

Nur drei Tage werde ich unterwegs sein, aber schon geht es los: Braucht das Pony Hufschuhe wie der Egon? Ok. Scheckis Hufe sind abgehärtet durch den Trail. Von Hufrehe und Hufbeinrotation ist nichts mehr zu spüren. Aber 3 Tage mit möglicherweise viel Asphalt … Dann: Was nehme ich mit? Wie plane ich die Tagesetappen? Sarah empfiehlt 20 Kilometer pro Tag, mehr nicht. Schaffen wir das auch mit dem Sulky? Fragen, Fragen, Fragen aber auch ganz viel Vorfreude. Was mich beruhigt ist Scheckis gute Grundkondition dank ihrer täglichen Wanderungen hier auf dem Paddocktrail. Derzeit trainiere ich sie zwei Mal die Woche vor dem Sulky und ich kann förmlich sehen, wie sie Muskeln aufbaut. Bis Oktober sind wir dann bestimmt fit.

Und zur Not plane ich halt um und unternehme Sternfahrten von einem Startpunkt aus, zu dem ich wieder zurückkehre. Der Weg ist das Ziel und jede noch so lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Ich freue mich.

2. September 2015

„Die schwierigste Turnübung ist, sich selbst auf den Arm zu nehmen“. (Werner Finck, deutscher Kabarettist)

Nun … ich, überzeugter Shetlandpony-Fan, will das heute mal wagen mit einer Parodie auf meine lieben Kleinen, die ich von Birgit Groenewold „geklaut“ habe. Sie ist Komikerin und Macherin von „Das Tussenpferd“. Vielen Dank, Birgit!

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Manchmal fährt man an recht sonderbar umzäunten Wiesen vorbei. Sie sind komplett mit Holz eingefriedet und zusätzlich mit unzähligen Reihen Litze gesichert. Die untere so tief, das selbst Feldmäuse beim durchlaufen Limbo tanzen müssen. Obendrauf befindet sich (man weiß ja nie was die so vorhaben….) noch eine Reihe Nato-Draht. Schon aus 3 km Entfernung hört man die Stromschläge des Weidezaungeräts aus der “Jurassic Park Limited Edition”- Serie mit ca. 20.000 Volt laut klacken. Etwa alle 30 Minuten sieht man den Besitzer am Zaun entlang Patrouille laufen. In seinem Rucksack befindet sich jedes nur erdenkliche, auf dem Markt erhältliche Weidezaun-Zubehör und ein Haufen Werkzeug für den Notfall. Die sonst üblichen und universell einsetzbaren “Reparatur-Strohbänder” reichen da einfach nicht aus…..
Für den absoluten “Super-Gau” steht im Schuppen zusätzlich ein Notstromaggregat zur Verfügung. In diesem Hochsicherheitstrakt befindet sich eine Horde recht merkwürdiger wolliger Gestalten, die auf den ersten Blick wie ferngesteuerte Schafe aussehen, da alle eine Art Antenne auf dem Kopf tragen. Ein besonders wild aussehendes Exemplar (anscheinend der Anführer dieser haarigen kleinen Monster) trägt zusätzlich elektronische Fußfesseln und ist angepflockt. Die ganze Bande ist zusätzlich mit GPRS Peilsendern ausgestattet…..

Es handelt sich hierbei nicht um den Außenbereich eines Staatsgefängnisses, sondern lediglich um Rehe gefährdete Minishettys. Obwohl die Grasnarbe mit dem bloßen Auge kaum noch zu erkennen ist, kann man einige Exemplare fast rollen. Dem äußeren Anschein nach, sind sie mit Fressen beschäftigt, doch insgeheim beobachten sie mit Argusaugen das Treiben am Zaun. Jede noch so kleine Lücke im Zaun würden diese fusseligen Gesellen sofort nutzen, um sich zwischen zwei Stromimpulsen durchzuquetschen. Man glaubt gar nicht wie klein und dünn sich diese “All You Can Eat”`s dabei machen können. Die vorhandenen Futterstellen sind gründlicher “staubgesaugt” als so mancher Teppich und die engen Maschen der Heunetze wurden zu wesentlich benutzerfreundlicheren Öffnungen zurecht gekaut……Das Futterlager ist seit dem letzten “Einbruchsversuch” dreifach gepanzert und der Eingang wird 24 h videoüberwacht…..

Diese kleinen schlauen Biester haben alle einen IQ von über 130 und sehen ja extrem niedlich aus,
haben es aber faustdick hinter den winzigen Puschelöhrchen.

Für Kinder sind sie gänzlich ungeeignet: Beim Reiten machen sie kurz brav mit, aber sobald ihre innere Zeituhr abgelaufen ist (manchmal schon nach 1 Minute) geht es los. Nach einer kleinen Vorwarnung in Form eines “Head-Bang” mit ihrer gesamten Haarpracht wird der Reitzwerg einfach “abgerockt”. Innerhalb von Millisekunden stehen sie mit Unschuldsmine fressend am Wegesrand. Nur die Trense und der auf den Hals “gerockte” Sattel stören das Bild des, scheinbar schon seit Stunden friedlich grasenden, totbraven Kindertraums. Der hochfrequente Nähmaschinentrab ist auch mit einem “Pampers-Polster” kaum auszuhalten, geschweige denn auszusitzen…..Obwohl sie genauso schnell Gras vernichten können wie ein Rasenmäher, sind sie als solcher nur begrenzt einsatzfähig, da sie auch vor dem gepflegten Golfrasen und den Blumenbeeten der Nachbarn keinen Halt machen und aufgrund ihrer aktiven Verdauung dabei nahezu stündlich Tretminen hinterlassen.

Um den Kalorienverbrauch zu erhöhen kann man sie super am Fahrrad mitlaufen lassen, aber bitte nur auf der Straße, da man sonst bei jedem Grashalm vom Rad gezerrt wird. Das arbeiten von Shettys in der Doppellonge sieht meist so aus: Nach ein paar Metern drehen sie sich blitzschnell 3x im Kreis und gucken dich (eingewickelt wie ein Rollbraten) mit einem breiten Grinsen an und scheinen zu fragen: ” Na, kannst so nich lenken, wa?”
Beim Fahren mit der Kutsche oder Sulky sollte die Deichsel ca. 1m länger sein als nötig, damit die kleinen Ungeheuer genügend “Beinfreiheit” haben. Bocken, Auskeilen und Steigen sollte bequem während der Fahrt möglich sein.
Angst kennen diese winzigen Gesellen nicht. Aufgrund der schweineartigen Quietschgeräusche ergreifen selbst riesige Warmblüter umgehend die Flucht. Auch durch die fehlende Mimik (es sind einfach zu viele Haare am Kopp) können andere Pferde den aktuellen Gemütszustand dieser kleinen Monster äußerst schlecht einschätzen und ziehen dabei oft die “Arschkarte”. Ein Shetty von nur 78 cm, das eine gesamte Herde Warmblüter wie ein Feldwebel rumkommandiert und einzelne Exemplare je nach Lust und Laune noch mal gesondert zusammenfaltet ist keine Seltenheit…….
Kunststücke lernen sie sehr schnell, nutzen sie aber meistens für Eigenkreationen: In einer Art Verbeugung oder gar liegend unter dem Zaun durchfressen, steigend den Apfelbaum leerräumen oder einfach zwischendurch mal schnell nen Trick “auf den Markt schmeißen”, weil ihnen gerade (mal wieder) der Magen knurrt…..
Shettys sind äußerst günstig im Unterhalt. Da sie zu Rehe neigen und auch öfter mal ”Auswärts” essen gehen , brauchen sie eigentlich kaum Futter. Sie sind winterhart ( ähnlich wie die Stauden im Garten ). Im Winter sehen sie auf der verschneiten Wiese aus wie weiße Rum -“Kugeln”….
Manchmal erkennt man nur an den leisen gleichmäßigen Kaugeräuschen, das sie natürlich auch unter einer meterhohen geschlossenen Schneedecke noch in der Lage sind ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen….

“All you can eat”…….

 

1. September 2015

Heute hatte ich Besuch, der lange, lange vorher angekündigt war: Angela und Miriam Möller, Mutter und Tochter. Sie sind den weiten Weg (2,5 Stunden Fahrzeit) aus Alveslohe, nördlich von Hamburg gekommen, um den Paddocktrail anzuschauen … und dann fängt’s an zu regnen.

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Angela (li.) und Miriam Möller mit einer neugierigen, schmusebedürftigen Cinderella. Danke, Euch Beiden, für die großzügige Paddy-Spende!

Aber egal, wie das Wetter auch ist: Wir sind ausgiebig über den Trail spaziert und ich habe alles, was ich den Beiden an Tipps zum Bau einer solchen Anlage mit auf den Weg geben kann, angesprochen. Miriam studiert Medizin und wenn sie fertig ist, möchte sie für die 21jährige Hannoveraner-Stute „Montana“, die Mutter und Tochter gehört und von beiden geritten wird, auch einen Paddocktrail bauen. Derzeit steht die Stute in einem Offenstall mit recht guten Grundbedingungen: 24 Stunden Heu, kleine Herde, viel Bewegung an frischer Luft. Aber ein Paddocktrail, den es dort oben im Norden nicht gibt, wie beide mir erklärten, das wäre noch eine Steigerung der Lebensqualität für „Montana“. Ich wünsche Euch Beiden alles Gute und – ja!!! – lasst es mich bitte wissen, wenn der Trail fertig ist.

31. August 2015

„Heute ist nicht mein Tag“. Das sagte Barbara noch mittags. Aber dann kamen die Pferde oder genauer: die Shetlandponys Sanso und Paddy und mit ihnen Barbaras erste Kutschfahrt.

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Premiere – allererste Kutschfahrt: Barbara mit Paddy und Sanso.

Danach sah das Tagesgesicht dann so aus:

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Glücklich: Barbara an den Leinen.

Abends habe ich nach einem beruflichen Termin noch eine Reise in die Vergangenheit unternommen – und zwar hierhin:

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Hier wurde vor gut vierzig Jahren dieses Foto aufgenommen:

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Klein-Sylvia auf einem der Ponyhengste.

Damals hatten sich ein Bauunternehmer und ein Investor zusammengetan und stiegen ganz groß in die Ponyzucht ein. Vor Ort erfuhr ich, dass jährlich rund 60 Fohlen geboren wurden. Heute züchtet der Hofbesitzer hobbymäßig Warmblüter mit vielleicht 2-3 Fohlen pro Jahr und hat einige Einsteller.

Ponyzucht als Investition. Wie sehr sich doch die Zeiten geändert haben. Nachzulesen ist dies in einem Artikel mit dem Titel „Hobbyzüchter am Ende?“ von Diana Zarrouk. Fazit darin: „Pferdezucht ist nur zweitrangig ein Geschäft, sondern in erster Linie eine Leidenschaft“. Den gesamten Artikel können Sie hier lesen.

Ich muss dabei immer an den weltgrößten Pferdemarkt in Holland, Zuidlaren denken, wo ja auch unser Paddy herkommt. Hier ein Link zu einem Video aus dem Jahr 2013, in dem NUR 1.680 Pferde aufgetrieben wurden. Ich glaube, ein Jahr zuvor war ich da. Ein Tinker kostet ab 500 Euro. Besonders krass sind die Preise bei Shetlandpony-Hengstfohlen, die viel zu früh abgesetzt werden – weil es so schöne niedliche Tiere sind, die wie Steiff-Plüschtiere aussehen und sich in ganz mini-klein so gut verkaufen lassen. Shetty-Hengstfohlen gehen für 50 Euro „über den Tisch“. Mit enthalten ist bereits der Equidenpass, der – wie man am Beispiel von Paddy sieht – oftmals vorn und hinten nicht stimmt und pünktlich zwei Tage vor Marktbeginn erstellt wurde, aber immerhin auch, selbst als Massenanfertigung mit 20 Euro zu Buche schlagen dürfte. Also bleibt ein Rest von 30 Euro für das Pony. Wie geht das und vor allem: Wo führt das hin?

Ich verfolge mit Interesse die Debatte über „Grabbeltisch-Welpen“, die irgendwo in Ostblockländern gezüchtet, ebenfalls zu früh von der Mutter getrennt, ebenfalls mit fast immer nicht korrekten Papieren, hier in Deutschland zu „Schleuderpreisen“, so die Presse, verkauft werden. Das ist ganz, ganz schlimm. ABER: diese Schleuderpreise rufen immerhin noch 3stellige Euro-Beträge auf. Wie sehr füllen sich die Händler und Zwischenhändler hier die Taschen, wenn ich mir mal die 50 Euro-Shetty-Hengstfohlen zum Vergleich nehme:

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Paddy + Sanso – zusammen nur 100 Euro wert?

Ein Pferd trägt 11 Monate; ein Hund 63 Tage. Ein Pferd bringt in der Regel 1 Fohlen; eine Hündin wirft durchschnittlich 5 bis 6 Welpen. Ein Fohlen bleibt 6 Monate bei der Mutter ; ein Welpe rund 12 Wochen. Ein Fohlen wird tierärztlich versorgt mit mindestens 2 Impfungen; ein Hund ebenfalls. Die Nachimpfung in der 11. bis 14. Woche obliegt oftmals schon dem Käufer. Deckgeld? Auch dies fällt bei Pferd und Hund an – es sei denn …

Vor diesem Hintergrund: Ein Shetty für 50 Euro? Quo vadis Pferde/Pony-Zucht?

29. August 2015

Allein unter „Dicken“: mein Tag auf der PferdeStark, der wohl größten Kaltblutschau Europas mit 24 Kaltblutrassen vom Amerikanischen Percheron über den Noriker bis zum Shire Horse … und natürlich „unseren“ westfälischen starken Pferden. Wenn ein solches Highlight im Nachbarort stattfindet, dann muss man da einfach hin.

„Wiest, wiest. Hott. Steh“. Ich fühlte mich in meine Kindheit zurückversetzt. Auch mein Großvater dirgierte seine Pferde mit diesen Kommandos: wiest für links, hott für rechts.

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Schön herausgeputzt warten diese Dicken auf ihren Einsatz.

Damals als Kind hatte ich nicht viel übrig für das Arbeiten mit Pferden auf dem Acker. Ich wollte lieber auf unserem Ackerpferd Lucy reiten.

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Mächtig-gewaltig …

 

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… auch von hinten: das Vlaams Paard mit einem Stockmaß von Ü 1,90 m.

Heute finde ich es faszinierend, Pferde bei der Arbeit zu beobachten. Ich liebe es, mich mit Pferdemenschen wie dem jungen Mann (Foto unten) aus der Nähe von Fulda zu unterhalten, der 10 Flämische Kaltblüter besitzt und mit ihnen sowohl landwirtschaftliche Arbeiten als auch Arbeiten im Forst erledigt. Auf der PferdeStark waren zahlreiche moderne Maschinen für die Arbeit mit Pferden zu sehen.

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Ein pferdegezogener Grubber bespannt mit 3 Vlaams Paard. Mit dabei: eine 3jährige Stute, die bis vor einem Monat noch roh auf der Weide stand.

Und so sahen die Maschinen früher aus:

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Dreispänner mit Schrotthaufen? Nein. Das ist ein alter Mähbinder.

Natürlich ging es auch um die Kunst der geraden Furche: Wettpflügen. Hier musste ich ebenfalls an Opa Herrmann denken, der zwar einspännig pflügte, denn wir hatten nur ein Pferd, mir aber erklären konnte, was „inne Fuhr“ und „uppe Fuhr“ bedeutet. Ein Pferd läuft in der Furche des bereits gepflügten Landes; das andere auf dem noch ungepflügten Boden. Manche Pferden möchten so gar nicht „inne Fuhr“ laufen.

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Allein mit einem Zweispänner pflügen. Das muss man können. Die Kreuzleine wird umgehängt und ab geht’s. Nach jeder Furche wird die Tiefe vom Richter nachgemessen.

In Wendlinghausen waren Profis am Werk: amtierende Deutsche Meister und weitere Könner – auch beim Holzrücken, das mich total begeistert hat. Die Pferdeführer sprachen ständig leise mit ihren Pferden, die förmlich nach der Stimme tanzten: zwei Schritt nach links, Steh, rechts, ein Schritt vor, wieder zurück. So manches andere Pferd würde verrückt werden bei diesem Step-Tanz mit dem Ziel, den zehn Meter langen Baumstamm durch die verschiedenen Hindernisse zu bugsieren.

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Vladimir Hajtmar aus Tschechien beim Zweispänner-Holzrücken. Er ist, glaube ich, amtierender Europameister.

Einige Hindernisse beim Holzrücken:

  • Den Baumstamm quer auf einen anderen Stamm ziehen bis er in Schwebe ist.
  • Den Baumstamm rückwärts richten – punktgenau, ohne dass sich die Grenzbalken bewegen.
  • Das „Motorsägen-Hindernis“ bei dem die Pferde ruhig stehen bleiben müssen während direkt neben ihnen mit der Motorsäge gesägt wird – und zwar OHNE den Gespannführer an den Leinen, denn der muss Baumstämme wegräumen.

Erfüllte all diese Anforderungen mit Bravour:

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Ignaz, Ardenner-Kaltblut, im Besitz des wohl besten deutschen Holzrückers: Anton Laux aus Gutenzell.

Da es bei dieser Europameisterschaft um die Qualifaktion für die Weltmeisterschaft der Holzrücker ging, waren die Teilnehmer von weit her angereist und hatten so außergewöhnliche Pferde dabei wie diese hier:

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Teilnehmer Ole Sandas und seine leichten Döle-Pferden – eine sehr seltene norwegische Kaltblutrasse. Sie hatten eine Anreise von 1.000 Kilometern.

Für mich war dieser Tag eine Zeitreise, zurück in die noch nicht einmal hundert Jahre zurückliegende Vergangenheit, in der buchstäblich ohne Pferde nichts ging. Es gab so viel zu sehen, nicht alltägliche Bilder von nicht alltäglichen Pferden und dann waren da auch noch diese Zugtiere:

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Ein Ochsengespann vor einem Erntewagen.

26. August 2015

Ich bin glücklich! Was haben wir für ein Glück mit unserem Tierschutzpony Paddy! Der Kleine ist einfach perfekt.
Heute war wieder Kutschfahrtag mit Jürgen und ich habe mich ganz mutig meinem Angst-Thema gestellt: Fahren im Verkehr.

Los ging es vom Fahrplatz Extertal auf die derzeit aufgrund der Sperrung der Extertalstraße mörderisch befahrene Sternberger Straße. Ein LKW nach dem nächsten, Busse, Motorräder, Autos mit Hänger, eine Schlange hinter uns und ein LKW von vorn. Paddy ging, wie immer, links, Jürgen zunächst mit Strick daneben. Sanso ging rechts. Falls das junge Pferd mal zur Seite springt, kann mein zuverlässiges Senior-Pony Sanso Prellbock spielen. Aber das war überhaupt nicht nötig. Schon nach kurzer Zeit klinkte Jürgen den Führstrick aus und stieg mit auf die Kutsche. Paddy, den Youngster, interessierte der Verkehr überhaupt nicht. Er ging seine Bahn. (Sanso natürlich sowieso.) Ich habe noch nie ein so gelehriges, von Anfang an zuverlässiges Pony gehabt.

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Paddy, der Professor. Hier ganz cool beim ersten Anspannen.

Und warum schreibe ich das? Ganz einfach: Ich bin der festen Überzeugung, dass eine artgerechte Pferdehaltung die Ausbildung sehr erleichtert, weil die Pferde zufrieden, ausgeglichen, ausreichend bewegt und mit vielen Umweltreizen bereits vertraut sind.

24. August 2015

Heute Abend hat es ganz leicht geregnet. Dazu schien die Abendsonne strahlend. Das Ergebnis war ein atemberaubender Regenbogen über dem Paddocktrail.

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Wenn man genau hinschaut, sieht man links noch einen zweiten Regenbogen.

Es war eine ganz besondere Stimmung. Dieses Licht und die zufrieden ihr Heu mümmelnden Pferde.

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Falco und Anton unter dem Regenbogen.

Endlich Ruhe vom Tag und den Pferden beim Fressen zuschauen.

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Vier Pferde und ein kleiner Aufpasser an der zweiten Heuraufe.

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Schecki und Cinderella. Die beiden Damen fressen oft gemeinsam am Heunetz.

21. August 2015

Heute war wieder Kutschfahr-Tag mit Jürgen. Im Moment fahren wir einspännig und ich freue mich so, dass mein langjähriges Kutschpony Schecki nach ihrer Hufrehe und ihren Hormonproblemen aufgrund einer Zyste endlich wieder
läuft …

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Schecki und ich und die blaue Super-Schlemmer-Gig. (Foto: Jürgen Baumgart)

und läuft …

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Schecki mit Jürgen.

und läuft …

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Fleißiges Pony. So kenne ich meine Schecki.

Für alle Fehlersucher: das Hintergeschirr fehlt. Wir hatten das Falsche eingepackt in Paddy-Größe, zu klein für Schecki.

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Herrlicher Ausblick. Fahren macht süchtig.

19. August 2015

Besuch auf dem Paddocktrail: Alexandra Lorz aus Coppenbrügge hat sich den Trail angeschaut.

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Alexandra mit Paddy und Dickmann. Paddy dankt ganz herzlich für die Möhre und die 50 Euro-Spende.

Alexandra ist selbst Pferdehalterin und liebäugelt mit einem eigenen Trail für ihre beiden Pferde „Else“, eine – ACHTUNG! APPLAUS! – 31!!!!jährige Warmblutstute und „Frodo“, einen Fjord-Dülmener-Dt. Reitpony-Mix.

Es war eine sehr nette Begegnung. Ich hoffe, ich konnte einige Tipps geben. Was mich besonders gefreut hat, war Alexandras Bemerkung zwischendurch: „Du hast hier ja tiefenentspannte Pferde“. Stimmt. Die Herde ist richtig gut zusammengewachsen und die „Tiefenentspannung“, die haben wir dem Prinzip Paddocktrail zu verdanken.

Und dann hat mich noch etwas ganz stolz gemacht und total amüsiert. Alexandra ist von Hause aus Produktdesignerin und arbeitet bei einem großen Büromöbeleinrichter. Für einen Vortrag zum Thema „Bewegung im Büro“ oder so ähnlich hat sie den Paddocktrail Alverdissen als Vorbild genommen, die Wege nach dem Luftbild auf eine Tafel gezeichnet und Heuraufen, Wasserstelle, Wälzplatz mal eben umbenannt in Drucker, Plotter, Teeküche. Herrlich: Bewegung à la Paddocktrail für Büro-„Hengste“.

14. August 2015

Heute war Basteltag im Paddocktrail. Wir basteln uns 4 Bremsenfallen und Slow Feed-Gitter für die Heuraufen.

Zunächst die Bremsenfallen:

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Man sieht bereits: wir gehen in Serie.

Kurze Zeit später waren die Fallen fertig und sind jetzt genau dort angebracht, wo sich die Pferde aufhalten: an jeder Weide, am Liegeplatz vor dem Wäldchen, im Stallbereich unten und an den Heuraufen oben. Nun warte ich noch auf das hitzebeständige Fett, das es in hiesigen Baumärkten nicht zu kaufen gab und dann kann der Selbstbau-Bremsenfallen-Test beginnen.

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Neue Bremsenfalle – die Pferde interessiert es mal wieder gar nicht.

Die Slowfeed-Gitter:
Das Ziel auf dem Paddockrail ist es, den Pferden rund um die Uhr Heu zur Verfügung zu stellen. Das hat bereits geklappt. Mit dem Slow Feed an den Heuraufen haperte es aber noch, weil die Heunetze ständig kaputtgebissen waren. Nun habe ich mich nach intensivem Studium der übrigens sehr informativen Paddocktrail-Koppelparadies-Seite bei Facebook dazu entschlossen, die Heunetze gegen Doppelstabgittermatten auszutauschen. Sie sind in viele Ställen – so auch auf Deutschlands größtem Paddocktrail Gut Heinrichshof – im Einsatz. Auch meine Pferde hatten sie vor Eröffnung des Trails über ihrer kleinen Heuraufe im Offenstall.

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Cinderella. Man sieht hier in der Nah-Aufnahme sehr gut, wie die Pferde Halm für Halm zupfen und sowohl Beschäftigung als auch das angestrebte langsame Füttern über lange Zeit haben.

Als ich mich zum Slowfeeding entschloss, hatte ich bei meinen Pferden diverse Heuraufen-Abdeckungen angetestet, z.B. eine Holzplatte mit kreisrund ausgesägten Fresslöchern, Baustahlgewebe und Estrichmatten. Alle Lösungen hatten sich nicht bewährt. Entweder waren die Löcher zu groß (Baustahlmatten) oder zu klein (Estrichmatten, Holzplatte), so dass sich Heubrücken bildeten, die ein Rauszupfen verhinderten. Mit den Doppelstabgittermatten ist der optimale Abstand gefunden.

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Alle Neuerungen im Paddocktrail werden sofort von den Pferden getestet.

Und nun die Frage: Kriegen die Pferde das hin? Kriegen sie da genügend raus? Die Antwort hat Bandit:

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Test – Test – Fressen: Bandit.

Dann gibt es noch die bange Frage, ob die Gitter den Pferdezähnen schaden. Die Erfahrungen in der Paddocktrail-Gruppe zeigen: nein, tun sie nicht. Um aber auf Nummer Sicher zu gehen, stehen den Pferden hier noch zwei weitere Heufutterstellen mit Netzen zur Verfügung: die Heuglocke und das Heunetz am Wäldchen.

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Die Pony-Truppe am Heunetz.

 

6. August 2015

Er ist da: Rödel 4.0.

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Rödel, meine Motorschubkarre, hat eine 160 Liter-Wanne bekommen: endlich Platz für ganz viele Pferdeäpfel.

Ich habe diese Wanne gesehen, gekauft, montiert und … mich dann bang gefragt: passt Rödel jetzt überhaupt noch durch das Tor zum Trail? Ein kurzer Adrenalinstoß:

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Paßt. Rödel besteht den Tor-Test.

Nun kann ich endlich nach Herzenslust Pferdeäpfel einsammeln, die dann auch in der Karre liegenbleiben und nicht – wie bei meinen früheren „Turmbauten zu Babel“ – immer wieder runterrollen. Statt 6 Mal den Weg zum Misthaufen zu laufen, muss ich jetzt nur noch 3 Mal gehen. Genial!

Ich freue mich „wie Bolle“ und die Pferde??? Die lässt das Ungetüm natürlich wieder kalt.

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Banner und Anton beim Mittagsschlaf.

… ganz kalt …

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Paddy – wie immer tiefenentspannt – stört nicht mal die Motorschubkarre in spürbarer Nähe (s. Schatten).

1. August 2015

Heute hatte ich „Schubkarren-frei“ und konnte mich schon Vormittags „vom Acker machen“. Danke Sonja, Tina und Elke! Seit die Ponys so gut gehen, hat mich der Virus „Fahren“ wieder voll gepackt und ich wollte mir auch mal die ganz Großen im Fahrsport live ansehen in Riesenbeck im Preis der Nationen.

Ganz großes Kino. Ganz großer Sport. Sie waren alle da:

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Chester Weber, 4 Spänner-Fahrer aus Florida/USA, auf der Zielgeraden nach der Geländestrecke.

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… und hier kommt er gerade aus dem Wasserhindernis.

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Boyd Exell aus Australien – amtierender 4 Spänner-Weltmeister.

Es ist faszinierend, wie die Pferde gehen. Im Hindernis fragen die Vorderpferde förmlich: rechts rum oder nach links? Die beiden Vorderpferde sind die Führer, die Stangenpferde die Arbeiter. Um Zeit in den Hindernissen zu sparen, nahmen die Weltklasse-Fahrer natürlich die kurzen Wege.

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Ein Mal aufwickeln bitte. Dieser Viererzug dreht quasi „auf dem Teller“.

Wie weit der Weg vom Kutschbock zu den Vorderpferden ist, sieht man auf diesem Foto:

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Ein Vierspänner wartet im Fahrerlager auf den Start.

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Damit die lange Leine nicht über den Boden schleift, verläuft sie durch einen Leinenführungsring am Kopfstück der hinteren Pferde.

Jetzt wollen natürlich alle wissen: Wer hat gewonnen? Tatata: die Deutschen. Sie sicherten sich den Sieg in der kombinierten Wertung sowohl im Zweispänner als auch bei den Vierspännern. Für die Weltmeisterschaft, die Mitte September in Ungarn stattfindet, ist Deutschland gut gerüstet. Besonders erfreulich: mit Anna Sandmann (Tochter von Christoph Sandmann) und Marco Freund (Sohn von Michael Freund) fährt auch bereits die junge Generation ganz oben mit.

Ich war den ganzen Tag bei herrlichem Sonnenschein auf dem Gelände an der Surenburg in Riesenbeck unterwegs – und neben dem großen Sport faszinieren mich ja auch immer so kleine, nette Details, z.B. …

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Das Deutsche Rote Kreuz zu Pferde. Die pendelten den ganzen Tag zwischen den Hindernissen und haben im gemächlichen Schritt, mit Erste Hilfe-Rucksack ihre eigene Gelände-Distanz absolviert.

oder …

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Die Krisen-Sitzung des französischen Teams an Hindernis 1. Einer ihrer Fahrer war steckengeblieben und schied nach der Überschreitung der Höchstzeit aus. Er war 5 Minuten – statt der üblichen unter 1 Minute – im Hindernis. Das Fahrrad war übrigens das Bewegungsmittel der Wahl auf diesem riesigen, wunderschönen Gelände an der Surenburg. Die Cracks fahren 4Spänner, die TTs – Turniertrottel – 2Rad.

oder … etwas, das ich mir hier im Paddocktrail auch irgendwann über meine Haustür hänge:

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Und dann gab’s hier noch einen Abschied im Paddocktrail:

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Christin und Lykkeli gehen. Die Stute kommt in eine reine Stutenherde OHNE Deck-Wallach. Euch Beiden alles Gute! (Foto: Vladimir Boger)

31. Juli 2015

Besuch und Premiere. Heute war ein richtig prall gefüllter, aber schöner Tag im Paddocktrail.

Am späteren Nachmittag dann die Premiere:

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Zum ersten Mal ging Paddy (re.) zusammen mit Schecki im Zweispänner.

Ich bin so stolz auf die Ponys. Die Leinen müssen noch anders verschnallt werden, weil Schecki größer ist als Paddys anderer „Spannmann“ Sanso. Außerdem muss Paddy mehr zum Ziehen kommen, denn der Schlaumeier schont sich natürlich, wenn er mit einer solchen „Fleiß-Biene“ wie Schecki angespannt ist. Man sieht’s an seinen durchhängenden Zugsträngen. Aber im Prinzip war das schon sehr, sehr gut.

Zunächst hatten wir internationalen Besuch:

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Das diesjährige ICJA-Workcamp im Paddocktrail.

Wie bereits letztes Jahr, so besuchte uns auch dieses Jahr das ICJA-Workcamp, das zur Zeit im Westfälischen Kinderdorf in Barntrup zu Gast ist. Es sind Jugendliche aus Korea, Japan, Spanien, der Türkei sowie Russland und der Ukraine. Sie haben hier eine Menge über artgerechte Pferdehaltung erfahren und über Stalleinrichtungen, die sie zuvor noch nie gesehen hatten.

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Ein Spielzeug? Die Bremsenfalle wurde genau inspiziert und für gut befunden.

Aber natürlich war das Reiten wieder das Highlight für die Jugendlichen. Während Dickmann letztes Jahr den Job allein erledigt hat …

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Dickmann – geduldig wie immer. Marya führt und Carlotta reitet.

… erhielt er dieses Jahr Unterstützung von meinem Nachwuchs-Pferd Fin.

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Braver Fin: Ruth führt und Robin reitet.

Mit Spannung erwartet wurde die Show-Einlage von Maxi Waros, Mitarbeiterin im Kinderdorf. Sie ist sehr sportlich und macht Schulterstand auf Küchentischen, Motorrädern … oder Pferden.

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Maxi beim Schulterstand auf Dickmann.

Die große Frage war, ob Fin – gerade kurze Zeit unter dem Sattel – das auch mitmachen würde. Ich als Besitzerin hatte natürlich volles Vertrauen in mein Pferd. Maxi dann auch. Hier das Ergebnis:

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Maxi im Schulterstand auf Fin. Er steht wie angenagelt – schaut nur ein wenig überrascht.

Auch die Zuschauer hatten ihren Spaß.

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Anja mit Wonne.

28. Juli 2015

Derzeit herrscht zwar gerade Bremsen-Aus-Zeit – weil die Temperaturen in den Keller gesunken sind. Dennoch lauern die kleinen Plagegeister auf ihre nächste Gelegenheit. Es gibt so manches Mittel zur Bremsenabwehr – mal hilft’s, mal hilft’s nicht.

Neben den Mittelchen, die am Pferd angewendet werden (Fliegendecke, Fliegenspray), gibt es auch Möglichkeiten, einen Stall … zwar nicht bremsenfrei … aber doch auf lange Sicht „bremsenreduziert“ zu halten. Ich möchte hier einige Bremsenfallen zum Kaufen und Selbermachen vorstellen:

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Unsere Bremsenfalle.

Unsere Bremsenfalle ist ein ganz normales „Kauf-Modell“: die TAON X-Bremsenfalle. Es gibt sie bei Raiffeisenmärkten oder im Internet und zwar in 2 Variationen: mit und ohne Erdstab. Der Preis liegt je nach Variante zwischen 100 und knapp 200 Euro. Mein Fazit: die Bremsenfalle funktioniert gut WENN sie an der richtigen Stelle steht. Diese herauszufinden ist nicht ganz einfach. Die Falle soll in der Nähe der Pferde stehen; der schwarze Ball auf Höhe des Pferde-Hinterns hängen und der Aufstellort ist idealerweise die „Einflugschneise“ der Bremsen. Wir haben drei Standorte mit reichlich Befestigungs-Aufwand für die doch recht schwere Falle ausprobiert. Jetzt, auf der Weide, einfach nur mit dem Erdstab in die Erde gespießt, haben wir erst die richtige „Fangquote“. Die Pferde sind auf der Weide deutlich entspannter. Der Fangbehälter ist – bei Bremsenwetter – so voll, dass die Falle fast täglich geleert werden muss. Fazit zur TAON-Bremsenfalle: ein Top-Teil, aber teuer.

Daneben gibt es zahlreiche Billig-Selbstbau-Varianten.
Variante 1: Wer sich viel Arbeit machen möchte, baut die TAON exakt nach. Dazu braucht man einen schwarzen Gymnastikball (z.B. von Amazon: Movit Gymnastikball mit Pumpe Fitnessball Sitzball 65 cm in schwarz, Maximalbelastbarkeit bis 300kg, Anti Burst Material), dazu Netz oder Gardinentüll, einen Gymnastikreifen, eine Wespenfalle und die Aufhängung.  Fazit: Richtig gemacht, funktioniert es sicher genau so gut wie das Original, kostet aber höchstens ein Viertel. Der sparsame Lipper in mir sagt prima. Aber wenn ich mir das Original mit all seinen Bauteilen anschaue, zweifle ich, ob man das selbst so gut hinbekommt. Also: „wer’s mach“. Mir ist das zu kompliziert.
Variante 2: Ganz einfach – die Gymnastikball-„Sache“ genial weitergedacht:

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Schwarzer Gymnastikball auf Maurerkübel. (Foto: Petra Kemena – DANKE!!!)

Der Ball wurde mit Fett eingestrichen. Daran bleiben die Bremsen kleben. Alle paar Tage abwaschen, neu einfetten, fertig. Kostenpunkt rund 20 Euro. Nach reichlich ausprobieren mit unterschiedlichen Fetten/Klebemitteln von Vaseline über Insektenleim bis hin zu Mehrzweck-Fett (bis 120 Grad hitzebeständig), hat sich Letzteres als die beste Variante erwiesen. Es verläuft nicht. Nutzer berichten von Top-Ergebnissen mit bis zu 30 Bremsen in 3 Stunden. Fazit der Nutzer: günstig und wirksam.
Variante 3: Sie kommt aus Belgien – zumindest tauchte von dort das erste Foto im Netz bei Facebook auf:

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Schwarzer Wassereimer mit Fett eingestrichen. (Foto: Tahné Yzermans – Danke!!!)

Man nehme einen schwarzen Plastikeimer oder großen Maurerkübel, drehe ihn um, bohre ein Loch in den Boden durch das man ein Seil zieht zum Aufhängen. Innendrin ein Widerlager, z.B. ein Brettchen oder eine große Unterlegscheibe installieren, so dass das Seil sich nicht wieder herauszieht. Öffnung nach unten wird der Eimer z.B. mit einem kleinen Holz-Stück an einen Zaunpfahl gehängt. Ebenfalls mit Fett einstreichen. Diese Bremsenfalle gibt es auch fertig für 13,25 Euro mit Lockmittel hier zu kaufen: Sachx Stables, Belgien. Fazit der Nutzer, die dies im Selbstbau ausprobierten: gemischt. Der Ball scheint besser zu funktionieren, weil er sich mehr aufheizt und die Wärme im Inneren speichert.

21. Juli 2015

Heute auf dem Tagesplan: Paddy-küre. Danke, Sonja, für Deine Paddy-Spende!

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Zwei, die sich gut verstehen: Paddy und Barhufpflegerin Gabi Dräger.

6. bis 20. Juli 2015

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Ab in die Sommerpause!!!

Nein, ich bin nicht weggefahren. Aber ich habe die Kreise mit meiner Schubkarre ein wenig ruhiger und gelassener ohne die  permanent rufende Schreibtisch-Arbeit gezogen. Ab morgen geht’s dann mal weiter mit Posts, z.B. zum Thema Hufe wässern oder Bremsenfalle selbst gebaut.

3. Juli 2015

„Und heute mit demselben Fleiß geht’s wieder an denselben Sch …“.

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Eine kleine Auswahl unserer Utensilien.

Eigentlich machen mir Bauarbeiten ja Spaß. Ich find’s herrlich die Anlage weiter wachsen zu sehen. Aber bei angesagten 2 Tagen Arbeit, die sich auf 4 Tage ausweiteten und bei Temperaturen nahe der Schmerzgrenze, ist es dann mal irgendwann gut.

Aber … wir haben fertig – und … ja: Es hat sich gelohnt!

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Der nunmehr großzügige Bereich vor den Ställen (hier mit Huhn, weil alle Pferde mal wieder „on tour“ auf dem Trail sind).

Die neu gewonnene Stallfläche (rechter Hand) wurde gestern sofort von allen Pferden – auch denen mit Klaustrophobie – gut angenommen. Es stehen hier drei heizbare Selbsttränken zur Verfügung. Die Stallflächen sind mit Stallmatten ausgelegt und werden im Winter eingestreut.

Die Integrationsbox, die – wenn gerade keine Pferde integriert werden – als „Zwergenland“ für die Ponys dient, hat eine neue, stabile Absperrung bekommen:

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Schecki vor dem Zwergenland. Wenn ein neues Pferd kommt, kann noch eine zweite Stange eingebaut werden, so dass der Neuling das Reich für sich alleine hat. Die Befestigungen für die Stangen wurden bewusst innen angebracht – zum Schutz für unseren Sommerekzemer.

Aber wer Bauarbeiten aus eigener Erfahrung kennt, weiß, dass sie stets für Überraschungen gut sind – und die sehen hier so aus:

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Zwei fehlende Dachplatten vorn rechts. Warum – fragte ich mich kurz – passt das Vordach jetzt nicht mehr, wo doch vorher alles i.O. war? Die Erklärung: wir haben nun die gesamte Fläche abgedeckt. Also: Material bestellen und nochmals ab auf die Leiter!

Und warum machen wir das alles? Ist doch klar: um Bilder von solch zufriedenen Pferden zu sehen (Danke, Michael Wellhausen):

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Anton. (Foto: Michael Wellhausen)

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Banner. (Foto: Michael Wellhausen)

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Falco. (Foto: Michael Wellhausen)

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Fin, Anton und Cinderella. (Foto: Michael Wellhausen)

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Sanso. (Foto: Michael Wellhausen)

2. Juli 2015

37 Grad – Bauarbeiten auf dem Paddocktrail – Schattenplätzchen für Pferde

Seit zwei Tagen werden die alten Ställe umgebaut und so langsam nimmt das Projekt Formen an:

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Vordach anbringen, letzte Maurerarbeiten, Endspurt. Am Zwergenland hinten sieht man, wie viel höher die Eingänge nun sind.

Das Ziel war, die Eingänge der alten Ställe, die auf Kleinpferdegröße ausgelegt waren, höher zu ziehen, um mehr Liegefläche für alle Pferde zu schaffen und die drei heizbaren Tränken im Inneren der Ställe belassen zu können.

Drei hitzebeständige Jungs …

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… hier zwei von ihnen …

… arbeiten seit zwei Tagen. Es wurden Wände entfernt, 500 kg schwere Türstürze ausgebaut, neue Metallstürze höher eingebaut, das Ganze verputzt. Ja, ich kann das hier so schön innerhalb von fünf Minuten schreiben. Aber: es war eine „Mörder-Arbeit“, die sich jedoch gelohnt hat, wie das Fertig-Foto von morgen zeigen wird.

Die Pferde sind vom Hämmern, Bohren, Flexen, Sägen wenig beeindruckt. Nach ihrem Frühstück frühmorgens suchen sie die schattigen Ställe auf, schauen den Arbeitern eine Zeitlang über die Schulter, ob sie auch alles richtig machen und gehen dann genüßlich zum Mittagsschlaf über.

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Lykkeli. Das Wetter macht auch vierbeinige Energiebündel müde.

23. Juni 2015

Heute geht ein Gruß nach Hamburg – und ein Dank für wunderschöne Pferdefotos vom Paddocktrail.
Ein Foto hat es mir besonders angetan. Dieses hier:

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Dickmann. Wow! (Foto: Michael Wellhausen)

Freiheit, Weite, Rundumsicht. Das ist für mich ein Pferdeleben wie es sein sollte. Gut dazu passt dieser sehr interessante Artikel von Pferdephysiotherapeutin Sabine Ullmann mit dem Titel „Wie Pferde sehen“, den ich hier gefunden habe. Er erklärt, wie Pferde sehen – in welchen Farben, in welchen Dimensionen, wie empfindlich sie auf veränderte Lichtverhältnisse reagieren. Ullmanns Abschnitte „Dei Welt mit Pferdeaugen sehen“ fand ich total spannend. Das ist so ganz anders als unsere visuelle Wahrnehmung – und das vergessen wir oftmals beim Reiten, im Umgang und auch in der Haltung.

Was die Haltung betrifft, da spricht mir dieser Satz von Sabine Ullmann aus der Seele: „Um dem Pferd gerecht zu werden, darf man es nicht einsperren. Pferde fühlen sich nicht wohl, wenn sie ihre Umgebung nicht sehen und damit einschätzen können, ob sich eine Gefahr nähert. Auch daraus schliesst u.a., dass eine Boxenhaltung bzw. Eingesperrt-sein ohne Sicht auf den Horizont dem Pferd schadet …“

Wie wir es hier auf dem Paddocktrail anders machen – dazu jetzt noch 2 stimmungsvolle Fotos vom Hamburger Fotografen:

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(Foto: Michael Wellhausen)

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„Strähnchen“ – Titel des Fotografen. (Foto: Michael Wellhausen)

13. Juni 2015

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Haloooo?! Gibt’s nix Neues im Paddocktrail? (Foto: Stephan Bextermöller)

Doch! Es gibt Neues, aber keine Zeit zum Schreiben. Wir sind im Heu, Heu, Heu. Die Ernte war gut. Alles ist trocken unter Dach und Fach – ein beruhigendes Gefühl. Nun kann es bitte mal regnen. Der Trail und die Weiden mutieren sonst noch zur Wüste Gobi.

Für das lustige Foto von Dickmann und Fin danke ich Stephan ganz herzlich. Die beiden „Nasen“ sehen klasse aus!

8. Juni 2015

Keine spektakulären Neuigkeiten von der „Bremsenfallen-Front“.

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Heute Mittag: die Herde wartet auf ihren täglichen Weidegang. Die Bremensfalle ist kein Thema mehr.

7. Juni 2015

Bastelstunde im Paddocktrail. Wir bauen die von Sonja gesponserte Bremsenfalle auf. Sie ist, wie uns der grüne Karton mitteilt, „ganz leicht mit Hilfe des mitgelieferten Erdstabes zu montieren“.

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Sieht verpackt ganz harmlos aus: unsere neue Bremsenfalle.

So weit die Theorie. Und nun geht’s los:

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Verzweiflungs-Gesicht Nr. 1: Uwe schiebt die Stangen für das „Hütchen“ in die vorgesehenen Laschen.

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Verzweiflungs-Gesicht Nr. 2: Stefan pumpt den schwarzen Ball auf, der die Bremsen anlocken soll. Wonne würde gern mal eine Runde mit dem „Ding“ spielen.

Recht schnell war klar, dass „der mitgelieferte Erdstab“ zur Befestigung nicht geeignet ist. Der Ball würde viel zu tief hängen. So wird die Bremsenfalle am Unterstand montiert. Aber wie? Schellen, Winkel? Wir entscheiden uns für Anbinde-Ringe. Sie würden die Vorrichtung wie eine Art Fahnenstange halten.

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Verzweiflungs-Gesicht Nr. 3: Stefan bohrt die Löcher vor.

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Verzweiflungs-Gesicht Nr. 4: Uwe quält sich mit den Anbinderingen ab.

Die Halterung ist befestigt und jetzt geben wir alles. Das Teil ist „mörder-schwer“.

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Verzweilfungs-Gesichter Nr. 5 bis Unendlich: Stefan auf dem Dach, Nicole schiebt, Sonja stützt, Uwe stabilisiert, Tina macht Bauaufsicht.

Was für eine Aktion!!! Vor allem für die Helfer UNTERhalb des schwarzen Balles war’s lustig. Die Bremsenfalle war auf obigem Foto bereits mit Spüli-Wasser gefüllt und … nun ja … bei leichter Schräglage gab’s die eine oder andere Dusche. Aber wir haben es geschafft. Das Ding hängt „bombenfest“ und hoch genug. Jetzt können die Pferde kommen. Was sie wohl sagen?

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Uih! Dickmann.

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Uih! Fin.

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Uih! Uih! Dickmann und Anton.

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Falco dreht gleich ab und geht auf den Reitplatz.

Nach kurzer Zeit des Beobachtens, ob das Ding vielleicht angreift, Funksignale absendet oder mit Dreck schmeißt, traut sich Dickmann als Erster vorbei …

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… flott, flott und mit der größtmöglichen Entfernung sprintet Dickmann Richtung Tränke.

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Chef Anton lässt sich nicht lumpen und folgt Dickmann und dem Zweit-Mutigsten Banner.

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Heile an der Tränke angekommen: Dickmann und Banner.

Nachdem die Vierbeiner den „Fremdkörper“ erstaunlich schnell und relaxt akzeptiert haben, gönnen sich auch die Zweibeiner nach diesem Arbeitstag die wohlverdiente Ruhe … und bestellen den Pizza-Service.

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Feierabend! Ich danke meinen fleißigen Helfern!!! Und ich danke Dir, Sonja, für das schwarze „Ufo“!

Nachdem die erste Montage so gut geklappt hat, gehen wir jetzt in Serie. Eine zweite Bremsenfalle wird am Ruheplatz unterhalb des Wäldchens montiert. Wir freuen uns schon alle auf die … wie war das? … „ganz leichte Montage mittels des …“

Wir hatten schon letztes Jahr überlegt, eine Bremsenfalle zu installieren. Allerdings sind die Dinger sehr teuer. Derzeit hat die Raiffeisen Lippe-Weser das Teil im Angebot. Es ist immer noch nicht billig. Hoffentlich hält es, was es verspricht. Nutzer sind jedenfalls ganz begeistert. Was ich aber auf jeden Fall jetzt, nachdem ich das Ding in natura gesehen habe, definitiv weiß, ist: so etwas in dieser Qualität kann man nicht selbst bauen.

4. Juni 2015 (Fronleichnam)

Heute verlässt uns Winnie. Sie geht zurück in eine Paddockbox.

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Tschüß, Große! Alles Gute!

Und heute kommen Tina und Nicole. Tina wird zukünftig Fin zwei Mal pro Woche reiten und Nicole kümmert sich um das „Schneewittchen-Pony“ Cinderella. Der Tag beginnt mit „Gard-Haarstudio“ für Fin.

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Tina putzt …

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… und putzt und putzt. Ich verrate es: Fin hat sich nach der Reitstunde sofort und umgehend wieder „paniert“.

Dann heißt es satteln. Achtung, fertig, los …

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Tina – bereit für den Westernsattel.

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Der Sattel ist soooo schwer. Ohne Schwung geht’s nicht. Fin ist brav.

Zwei, die sich freuen, dass sie nicht arbeiten müssen:

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Nicole und Dickmann als stille Beobachter.

Endlich aufsitzen:

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Das sieht doch schon gut aus.

Im Anschluss ist das weiße Pony dran. Nachdem Tina bereits ein Mal mit Cinderella ein Join-up gemacht hat, übernimmt heute Nicole ihr Pflege-Pony.

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Flott unterwegs. Cinderella braucht erst einige Runden bis sie sich Nicole anschließt.

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Geschafft. Cinderella folgt frei. Das ist ein guter Anfang.

Nach der Arbeit darf Cinderella mit ihrer Freundin Lykkeli und den anderen Pferden chillen. Cinderella leidet unter Sommer-Ekzem und wird bald eine Decke tragen. Ihre bisherige Decke mit Zebra-Muster hatte auf die Herde eine fatale Wirkung: 11 Pferde taten sich zusammen und gingen auf 1 „Zebra“ los. Hier testen wir eine andere Decke, um zu schauen, ob eine neutrale Farbe weniger „Wirbel“ verursacht. Entsprechend soll dann die Ekzemer-Decke aussehen.

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Cinderella mit „Test-Decke“ neben Lykkeli.

2. Juni 2015

Paddy kann (schon ziemlich gut) Kutsche. Der Bundestrainer reloaded. Zweite Trainingseinheit bei Peter Tischer.

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Sylvia on tour – von vorne. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

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… von hinten. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

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… von der Seite. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Ja, ich geb’s zu: Ich bin stolz auf die beiden kleinen „Krabbelmäuse“.

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Paddy und Sanso – mit dem noch anzupassenden Geschirr. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Noch ein Erinnerungsfoto … und dann gut:

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Peter Tischer – vielen Dank für den Input. Es war toll! (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Doch noch nicht fertig! Wie heißt es so schön? Lola rennt – und Barbara fotografiert … auch das anschließende Interview, das ich für die örtliche Tageszeitung geführt habe.

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Ungewöhnlicher Ort für ein Interview – aber sehr bequem: eine Sport-Break von Kutschen Hansmeier. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

1. Juni 2015

Nach der Premiere vom Vormittag auf dem Kutschbock, ging es abends gleich weiter mit einem weiteren „Erst-Erlebnis“: ich würde in Begleitung von Barbara und Elke das erste Mal mit Fin ins Gelände gehen.

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Pferde satteln. (li. Barbara mit Anton, re. Fin). Foto: Elke Grabenhorst

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Abmarsch Richtung Klosterholz. Das erste Stück an der Straße führen wir. (Foto: Elke Grabenhorst)

Unser Ziel ist das Klosterholz: unsere kleine „Haus-Runde“, die wir aber leider nicht ganz bis zum Ende reiten konnten, denn Fin braucht definitiv erst seine Hufschuhe. Dennoch war es schön … dass ich mich dank Elkes Führstrick … getraut habe.

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Nochmal glücklich an diesem Tag: Fin und ich. (Foto: Elke Grabenhorst)

Paddy lernt Kutsche – beim Bundestrainer.

Was für ein Abenteuer! Peter Tischer, Bundestrainer Fahren Zwei- und Vierspänner Ponies ist für ein Fahrtraining zwei Tage zu Gast im Extertal beim Lippisch-Westfälischen Fahr- und Kutschenverein. Paddy, Sanso (sein Spannmann – wie Jürgen immer sagt), Jürgen, Barbara, Nicole und ich sind dabei. Wir wollen gucken, ob Paddy, der mittlerweile Doppellonge und Schleppe kennt, heute vielleicht das erste Mal vor der Kutsche gehen wird: zweispännig mit Lehrmeister Sanso an seiner Seite.

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Paddy, Barbara und ich warten während Sanso (unser alter Hase) angespannt wird. (Foto: Nicole Dahnke)

Wir haben zunächst die kleine Kutsche verladen und die Geschirre – die noch angepasst werden müssen, weil Sanso aufgrund seines Wackelzahns und seines Alters und des Winters und seines langen Fellwechsels tüchtig dünn geworden ist und Paddy ja sowieso erst einmal seine Utensilien erhalten muss. In einer zweiten Fahrt zum Fahrübungsgelände des Vereins in Linderbruch haben wir die beiden Ponies geholt. Uns allen klopft das Herz bis zum Hals. Paddy ist zwei Mal Doppellonge, zwei Mal Schleppe gegangen. Würde er sich anspannen lassen?

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Ruhig wie ein Alter – und dabei wieder so fotogen: Paddy beim ersten Anspannen. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Bundestrainer Peter Tischer – übrigens die Ruhe selbst und ein ausgesprochen angenehmer, gar nicht belehrender, überaus freundlicher Mann – meint ja: „Anspannen, Führstrick dran“ – und los geht’s.

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Unglaublich dieses Pony! Paddy legt sich ins Zeug, um Peter Tischer (geschätzte 120 Kilo), mich hinten auf der Kutsche (80 Kilo) und die Kutsche selbst (60 Kilo) anzuziehen. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Ich kann schon nach wenigen Metern wieder absteigen als Peter Tischer merkt, dass Paddy brav geht. Jürgen geht noch die erste lange Seite auf dem Dressurviereck am Kopf mit.

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Menschen, parkende Autos, ein zweites Gespann: Paddy und Sanso gehen ihren Weg. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Am Ende der langen Seite übergibt Jürgen den Strick an Fahrer Peter Tischer und das Gespann läuft frei.

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Ja, wo laufen sie denn? Jürgen und ich sind schon nach kurzer Zeit „arbeitslos“, weil die Ponies so gut mitmachen. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Das Fahrgelände des Vereins bietet ideale Trainingsbedingungen: eine weite, ebene Fläche, kein Straßenverkehr, gutes Geläuf.

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Ein super Trainingsgelände: der Fahrplatz des Lippisch-Westfälischen Fahr- und Kutschenvereins. Im Hintergrund einige Geländehindernisse und eine Wasserdurchfahrt – die wir heute nicht getestet haben. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Peter Tischer dreht mit Sanso und Paddy seine Runden.

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Ein Gespann wie aus einem Guss. Im Trab von der Seite betrachtet, sah man nur ein Beinpaar. Die beiden Ponys passen gut zusammen. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

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Peter Tischer on tour. Kurze Zeit später hat er vom Kutschbock ein Handy-Foto gemacht. Solche zwei kleinen „Muckel-Mäuse“ hat man als Bundestrainer sicher eher selten an den Leinen. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Und dann schaut mich Peter Tischer so von der Seite an …

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Ich soll fahren mit Barbara als Beifahrerin.

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Letzte Instruktionen: „Mit der Peitsche dranbleiben am Paddy“ – damit er nicht abdeichselt. Peter Tischer, Barbara und ich. (Foto: Nicole Dahnke)

Und los geht’s. Erst im Schritt, dann noch zwei Runden im Trab. Bögen fahren. Handwechsel. Macht das Spaß!

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Wir Vier! Juchhu!!! (Foto: Nicole Dahnke)

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So schön!!! (Foto: Nicole Dahnke)

Zu guter Letzt: raus aus dem Dressurviereck, zurück zum Anbindeplatz an der Meldestelle zum ausspannen.

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Paddy und Sanso nach getaner Arbeit. (Foto: Nicole Dahnke)

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Stille Freude. Pures Glück. Ich kann’s nicht fassen, dass die Beiden so gut gelaufen sind. (Foto: Nicole Dahnke)

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Barbara – auch total glücklich.

Weil der Peter Tischer ja noch einen weiteren Tag da ist, haben wir gleich noch eine Trainingseinheit gebucht – und Jürgen hat schon ganz große Pläne mit unserem zukünftigen „Turnier-Gespann“.

27. Mai 2015

Geschenke, Geschenke und eine nette Besucherin. Zuerst die Geschenke:

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Leinsamen für Sanso und Paddy zur Fellwechsel -Unterstützung, Anti-Juck-Öl, Insektenschutz für unterwegs für Pferd und Reiter sowie Nervennahrung für mich: Werther’s Echte.

Jetzt die Besucherin und ihre Geschichte:

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Maike Helbing (40), Apothekerin aus Gronau/Leine nahe Hildesheim mit Sanso und Dickmann.

Maike – unter Pferdefrauen ist man gleich beim „Du“ – rief mich letzte Woche an und bat um einen Besichtigungstermin auf dem Paddocktrail. Sie hat fünf Pferde (Quarterhorse, 2 Araber, 2 Welsh B zum Kutsche fahren). Ihre Pferde leben im Offenstall am Haus und sie hat trotz dieser schon ziemlich artgerechten Haltung das beobachtet, was auch für mich der Anlass war, noch etwas in der Pferdehaltung zu verbessern: „Zu wenig Bewegungsanreiz für die Pferde“. Nun möchte Maike einen Paddocktrail bauen. Nachdem sie ein dafür geeignetes Objekt gefunden hatte und die ersten Ämteranfragen startete, wurde sehr schnell klar: der Behörden-Marathon lauert überall – auch in Niedersachsen. Und es geht sogar noch „doller“. Darf ein Bauernhaus von einem Nicht-Bauern bewohnt werden? Uff!

Maike hat mit ihrem Hof in spe ungefähr die gleiche Konstellation wie ich: § 35 BauGB – Bauen im Außenbereich dazu  Landschaftsschutzgebiet. Ich hoffe, ich konnte ihr aufgrund meiner Erfahrungen Tipps für die Vorarbeiten zum Bauantrag geben. Liebe Maike, es ist schwer, aber ich habe gesehen, wie Du begeistert den Pferden hier auf dem Trail beim Wandern zugeschaut hast und – als wir am Tisch saßen und sprachen – aus dem Fenster schautest und sagtest: „Da, da laufen schon wieder zwei vorbei“. Lass Dir sagen: es lohnt sich, alle Mühe in die Verwirklichung dieses Traums zu stecken. Ich werde nie den Moment vergessen, als ich zum ersten Mal nach der langen Bauphase den Trail für meine Pferde geöffnet habe. Das war atemberaubend. Ich drücke Dir von hier aus alle Daumen, die ich habe (mindestens 2 … Hundert). Viele Grüße Richtung Hildesheim und danke für die Geschenke!

26. Mai 2015

Ein herrlicher Abendausritt mit Elke. 1,5 Stunden rund um den Teut auf schönen Gras- und Waldwegen.

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Gut gelaunt: Anton und Dickmann.

 

25. Mai 2015 – Pfingstmontag

Paddy lernt Kutsche. Nachdem Paddy die Doppellonge kennengelernt hat und wir beim Fahren vom Boden aus bereits ganz gut die Bahnfiguren ausführen konnten, lernt Paddy heute das Ziehen.

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Paddy mit Geschirr und den befestigten Zugsträngen.

Unter den gestrengen Augen von Jürgen …

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Stellung und Biegung in der Ecke. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

 

… müssen wir zunächst wieder anhand von Bahnfiguren zeigen, ob „die Lenkung“ beim Pony funktioniert. Befehl: „Durch die Länge der Bahn geritten“. Geritten?! Na ja, schon klar. Wir machen mal „unser Ding“.

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Man sieht deutlich die Schwierigkeiten, die ein junges Pferd ohne Anlehnung an der Bande hat: Paddy ist schief und schwankt wie ein Schiff. Ich muss viel korrigieren. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Nächster Befehl: Aus der Ecke kehrt.

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Schon ganz ordentlich – die Biegung. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Nächster Befehl: kleiner Zirkel im Trab.

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Paddy – gut gelaunt und fleißig. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Nun wird’s schwer. Paddy soll ziehen.

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Statt einer Schleppe – die kommt im nächsten Schritt – nimmt Jürgen die Stränge in die Hand und baut Druck auf. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Ab jetzt werden drei Personen gebraucht und daher entfällt das „Foto on the job“: Barbara geht vorweg. Ich halte die Doppellonge und Jürgen legt seine 110 Kilo Gewicht in die Zugstränge. Spannend! Was wird der kleine Kerl machen, der es kennt, auf Druck zu weichen? Wird er umdenken können? Mit vereinten Kräften und viel „Komm, Paddy, komm“ feuern wir das Pony an. Und Paddy legt los. Ich glaube, der kleine Kerl war in seinem früheren Leben ein Professor. Wenn er ein Mal etwas verstanden hat, dann sitzt das und Paddy „funktioniert“. Während sich Jürgen in die Zugstränge hängt – Stück für Stück in bisschen mehr, wird das Pony flacher und flacher; stemmt die kleinen Hufe in den Boden. Paddy zieht! Und wie! Es heißt: Paddy versus Jürgen. Wer gewinnt?

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Jürgen macht nach drei Runden schlapp. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

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1:0 für Paddy. Feines Pony! Ich bin so stolz! (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

22. Mai 2015

Fast zehn Tage keine Fotos … Der Grund:  meine heiß geliebte kleine Kamera ist kaputt. Ersatz ist schon in Sicht.

Passiert ist aber dennoch viel:

1. Paddy lernt weiter Kutsche. Er kann schon einfache Longe und hat sich heute prima an der Doppellonge beim Fahren vom Boden präsentiert.

2. Um unseren „Deck-Wallach“ ist es ruhig. Lykkeli ist für ihre nächste Rosse gut gerüstet. Über den Viehsaugentwöhner hatte ich bereits geschrieben. Zusätzlich trägt die Stute jetzt „Franzosenöl“, um Anton zu verbrämen. Nein! Franzosenöl ist KEIN Parfum, sondern das komplette Gegenteil. Es wird auch Knochenöl oder Tieröl genannt und der Name ist Programm. Ich zitiere aus Meyers Lexikon: „Franzosenöl entsteht bei trockener Destillation stickstoffhaltiger tierischer Substanzen, besonders der Knochen, ist dunkelbraun bis schwarz, dicklich, riecht durchdringend widerwärtig“. Dem ist nichts hinzuzufügen, außer, dass der Geruch einen bis in den Schlaf verfolgt. Aber auf den „Deck-Wallach“ hat er die erhoffte Wirkung: er hält Abstand.

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Hat gerade anderes zu tun als „cherchez la femme“: Anton nimmt ein Fußbad.

3. Die Weidesaison ist eröffnet. Mit dem Anweiden lassen wir uns Zeit. Derzeit sind die Pferde bei 3 Stunden Weidezeit. Zum Ende des Monats wird die „volle Weidezeit“ – das sind hier im Paddocktrail 4 Stunden täglich – erreicht sein.

4. Die Herde ist nach den beiden Neuzugängen wunderbar zusammengewachsen. Lykkeli und Cinderella sind fast immer gemeinsam unterwegs. Zwischendurch schließt sich Lykkeli ganz gern Dickmann an und Cinderella ist mit Falco unterwegs. Ein schönes Bild!

5. Die Zeit der Ausritte beginnt. Mit den länger werdenden Tagen komme ich auch mal wieder in den Sattel. Früher hatte ich irgendwie mehr Zeit, wie man auf den alten Fotos sieht, die mir kürzlich in den Hände fielen:

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70er-Jahre: Klein Sylvia (12 oder so) ganz stolz auf einem Ponyhengst vom Gestüt „Windheide“ in Lage. (Foto: vermutlich mein Vater)

Leider gibt es kein Foto von meiner ersten Pferdeliebe: Lucy, eine dicke, runde Norwegerstute, die auf dem Bauernhof meines Großvaters Arbeitspferd war.

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Gegen Ende der 70er-Jahre: Die Pferde werden größer: Montanus – der Name ist Programm – ein Riesen-Rappe mit mir kurz vor der Jugendreiterprüfung. (Foto: wieder mein Vater?)

Lange, lange Zeit verging, bis ich mir endlich im Erwachsenenalter meinen lang gehegten Traum vom eigenen Pferd erfüllen konnte. Ich war Ende Zwanzig als ich „Alfa“, die Erste, genannt „Tüte“, ein polnisches Warmblut kaufte. Ich konnte drei Nächte nicht schlafen, weil ich endlich ein eigenes Pferd besaß und fortan reiten konnte, wann immer ich wollte, wo immer ich wollte – was ich auch ausgiebig tat. Ich saß täglich im Sattel, zumeist mehrere Stunden lang, unternahm einen Wanderritt. Was für eine schöne Zeit!

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Ungefähr 1990: Tüte und ich in unserer damaligen Heimat Kalldorf. (Foto: Ulrich Frevert)

Dann entdeckte ich das Fahren für mich. Ich machte das kleine Fahrabzeichen in Herford und legte los. Meine Stute Romy habe ich selbst eingefahren, was nicht so ganz einfach war. Sie kam vom Einfahren zurück mit der Diagnose „hoffnungsloser Fall – steigt, schlägt, zieht nicht“. Ich habe sie beim Anspannen mit Hafer-füttern beruhigt bis ich irgendwann auf die Kutsche steigen konnte. Das erste Anziehen: bergrunter, ohne Druck auf das Brustblatt. Die Geduld hat sich ausgezahlt. Romy und ich waren fast täglich unterwegs. Ich war mit ihr in Sahlenburg im Watt, auf Kutschenkorso und habe drei Distanzrennen gefahren. Gleich beim ersten Start belegten wir den zweiten Platz: Silberstern-Distanz nahe Bremen, 39 Kilometer, 31.3.1996. Viele, viele schöne Erinnerungen!

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Ungefähr 1996: Romy, Traber-Warmblut-Stute vor einem historischen Gäu-Wagen. (Foto: Privat)

Und hier ist ein Pferd, das immer noch bei mir lebt und in diesem Jahr ein „Kutschfahr-Revival“ erleben soll: Schecki. Schecki war immer flott vor der Kutsche, aber sicher. Dann jedoch wurde sie, vermutlich aufgrund einer Zyste, so strang- und peitschenempfindlich, dass wir drei Unfälle hatten. Jetzt ist die Zyste weg, die darauf folgende schwere Hufrehe ebenfalls. Schecki ist beschwerdefrei vor allem dank der Bewegung auf dem Paddocktrail. Und wir wollen es wieder versuchen mit dem Kutsche fahren.

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31.8.2002: Schecki und ich beim Abschluss-Aufmarsch der Veranstaltung „Die bunte Welt der Pferde“ in Schwelentrup, die ich für den Verein „Tiere im Dorf“ organisierte und moderierte – hier vom Kutschbock aus … und der Hut muss sitzen. (Foto: Privat)

13. Mai 2015

Paddy lernt „Kutsche“ – weiter geht’s … mit der Gewöhnung an das Gebiss. Wir haben ab jetzt Unterstützung von Jürgen, einem erfahrenen Fahrer.

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Jürgen und Paddy.

Paddy kann schon „Steh“ – was diesem kleinen „Hampel“ sehr viel abverlangt. Außerdem duldet er den Klappersack, der ihm zunächst vorauseilte, ihn dann umkreiste und schließlich verfolgte. Geschirr auflegen war und ist niemals ein Thema gewesen. Aber Paddy kennt noch kein Gebiss – und ohne Gebiss kein „Lenkrad“.

Jürgen riet dazu, Paddy mit Trense – die er heute erst zum dritten Mal trägt – auf dem Reitplatz frei laufen zu lassen.

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Paddy auf dem Reitplatz. Er findet die Trense nicht so toll und kaut und kaut.

Derzeit ist unser kleines Tierschutzpony in einem Alter, in dem „zahntechnisch“ viel passiert. Jürgen schaute sich die Zähne an und bemerkte professionell, welcher Zahn gerade schiebt, bereits da ist oder so eben spürbar sich aus dem Kiefer schiebt. Im Moment heißt es „Aufpassen mit dem Gebiss“, damit der Kleine nicht im wahrsten Sinn des Wortes „maulig“ wird.

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Ganz lieb lässt Paddy sich „verarzten“. Immer wieder schaut Jürgen, ob alles mit dem Gebiss in Ordnung ist, denn Paddy versucht ständig, die Zunge über das Gebiss zu strecken.

Weil Paddy einen ganz kleinen Kopf hat – ungefähr so groß wie eine Zuckerrübe, weshalb Jürgen ihn „Rübennase“ nennt – sind wir nun auf der Suche nach einem dünneren Gebiss mit rund einem Zentimeter Durchmesser. Es sollte auch ein Stangengebiss sein, das ruhiger im Maul liegt als die derzeitige doppelt gebrochene Trense.

Alltag753

Paddy im Trab in der Schwebephase – ganz eindeutig ein zukünftiger „Mini-Traber“.

Nach getaner Arbeit und trotz allem „Gefummel“ an Geschirr und Gebiss:

Alltag751

Paddy folgt Jürgen frei und immer noch gut gelaunt.

Alltag749

… und irgendwie ein bisschen stolz – wenn er so in die Kamera schaut.

Dann sehe ich noch jemand, der sich auch freut:

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Barbara.

So, Feierabend für heute.

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Noch ein Mal still halten beim Abschirren.

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Und zum Schluss: eine dicke Belohnung.

9. Mai 2015

Wie schön, wenn man Einsteller hat, die gern fotografieren. So komm ich selbst auch mal auf’s Bild … und stehe nicht nur hinter der Kamera. Thema der Foto-Session: „Wir holen die Pferde von der Weide“ Untertitel: „Teamwork – 3 Damen mit Strick, 1 Herr mit Kamera“. Danke, Vladimir!

Der erste Streich:

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Auf in den Kampf: (v.re.) Sonja, Christin und ich – mit Halftern „bewaffnet“. (Foto: Vladimir Boger)

Der zweite Streich:

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Die „einfachen“ Pferde: Banner kommt ohne Probleme mit mir mit. (Foto: Vladimir Boger)

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Noch ein „einfaches“ Pferd: Lykkeli mit ihrer Besitzerin Christin. (Foto: Vladimir Boger)

Der dritte Streich:

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Auch Ponys können nett folgen: Schecki und ich. (Foto: Vladimir Boger)

Aber jetzt!!!

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Paddy und ich – nicht ganz einer Meinung, oder? Nein! Hier gehört ein Smiley hin. Das Foto ist gestellt. Paddy ist perfekt! (Foto: Vladimir Boger)

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… und sooo süß! Das findet auch der Fotograf. (Foto: Vladimir Boger)

Fertig:

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Alle Pferde gefangen – nun haben Vierbeiner und Zweibeiner erst einmal Durst. (Foto: Vladimir Boger)

8. Mai 2015

Seit gestern ist offizielles „Anweiden“ auf dem Paddocktrail … und wieder einmal merke ich: Pferde sind ziemlich schlau.

Alltag736

Versammlung heute Mittag im Stallbereich: die gesamte Herde – alle zwölf. Die Pferde wissen ganz genau, dass sich um die Mittagszeit das Weidetor öffnet.

Sonne, Wärme  – für die Herde war’s ein „Chilly Friday“ – und da stört’s auch nicht, wenn nebendran „schweres Geschütz“ aufgefahren wird.

Alltag721

Die Trecker heutzutage werden immer größer. „Action“ auf der Dorfstraße.

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Nachbar und Lohnunternehmer André Hellmig holt den Pferdemist ab.

Die Pferde stehen ganz entspannt.

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Pause und dösen – vor dem Stall …

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… auf dem Reitplatz.

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… im Unterstand

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… im Zwergenland (geschützt vor den schon wieder tief fliegenden Mücken)

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… und sogar neben dem Pferdeklo

Na endlich, bewegt sich der Zweibeiner in Richtung Weide. Da heißt es „Aufstehen, Paddy!“

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Derzeit dürfen die Pferde rund dreißig Minuten auf die Weide. Beim „Einfangen“ der Bande hatte ich heute nette Hilfe: Barbara und Christin. Dank „Chilly Friday“ waren die Vierbeiner auch gut drauf und ließen sich brav von der Weide bringen. Hier der Beweis:

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Barbara mit Cinderella – nur am Strick. Ein kleines Wunder für dieses Pony, das sich, bevor es zu uns kam, losriss, stieg, schlug, gegen andere Pferde „giftete“. Nach vier Wochen auf dem Trail ist Cinderella so entspannt. (Foto: Christin Friedrich)

Ja, und dann kam gegen Abend noch unerwarteter Besuch vorbei:

Alltag717

Wanderreiterin Susanne aus Herford mit ihrer Friesen-Mix-Stute Morlin.

Ehrensache, dass Pferd und Reiterin verköstigt werden mit Limo und Wasser. Susanne ist auf einem 13tägigen Wanderritt unterwegs aus Herford-Elverdissen. Heute ist „Tag 11“ und das Tagesziel ist das Nachtquartier im benachbarten „Teufelskämpen“. Seit 2003 unternehmen die Beiden jedes Jahr einen Wanderritt. Wenn Morlin gut drauf ist, läuft sie einen Schnitt von fünf Kilometern pro Stunde – übrigens unbeschlagen, mit Hufschuhen. Susanne sitzt in einem bequemen spanischen Sattel und hat alles, was sie braucht „am Pferd“: Karte, Schlafsack, Kleidung. Was für ein Abenteuer! Ein Wanderritt ist auch mein großer Traum. Es ist Jahre her, dass ich mit meinem Pferd „Tüte“ und einer Freundin zwei Wochen unterwegs war.

Alltag719

Sehnsüchtiger Blick – meine Gedanken und Träume reiten mit Euch. Alles Gute!

6. Mai 2015

Paddy lernt „Kutsche“. Wir beginnen mit dem Geschirr auflegen. Das macht er, finde ich, schon wie ein Alter:

Alltag716

Ziemlich cool: Paddy mit dem Fahrgeschirr.

2. Mai 2015

Es ist immer wieder so schön, das Sozialverhalten in der Herde zu beobachten. Heute Morgen haben Anton und Fin, der Chef und der junge Vize-Chef, wieder ihre „Männer-Spielchen“ gespielt.

Alltag715

Anton, Fin und Winnie, die sich damenhaft dezent zurückhält.

Von oben vom Wäldchen habe ich bereits gesehen, dass die Beiden spielerisch ihre Kräfte messen.

Alltag700

Erst „beschnäbeln“.

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Das können wir auch mit Blick in die Kamera.

Vermutlich testet Fin mit diesem Spiel aus, ob der Chef noch „cheftauglich“ ist.

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Als nächstes Hengstbeißen – aber gaaanz vorsichtig. Jungs, lasst mir den Rödel heile!

Die Unterlegenheitsgesten bei Fin sind sehr deutlich: er leckt, er kaut, senkt den Kopf und hält still, wenn Anton ihn am Fesselbehang festhält.

Alltag699

Ok, ok – Du bist der Stärkere. Ich mache mich klein, kaue ab und halte still.

Mindestens zehn Minuten geht es hin und her und her und hin, auf die Knie, wieder hoch. Auftakt von Anton. Auftakt von Fin. Zuschauer gibt es – außer mir – reichlich.

Alltag706

Dickmann hält sich raus.

Alltag703

Paddy kann sich nicht so ganz entscheiden, ob er mitmachen soll.

Alltag701

Cinderella und Lykkeli als Zaun/Hecken-Gäste.

Nach der Tobe-Runde sind die beiden „Raufbolde“ rundherum zufrieden und beste Freunde.

Alltag713

WIR??!! Uns GERAUFT??!!! NIEMALS!!!

Alltag714

Stimmt doch, Fin. Oder? (Man beachte Antons Ohr!) So süß, die Beiden!

30. April 2015

Blick in den Mai. Wenn er so schön wird, wie dieser Sonnenuntergang, dann kann nichts mehr schiefgehen.

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29. April 2015

So, endlich, endlich habe ich es geschafft, Sonja und Cinderella auf der Seite „Zweibeiner“ und „Vierbeiner“ einzubauen. Schaut einfach mal nach, was Sonja zu sagen hat. Wie nett sie aussieht, mit ihrer Cinderella, das seht Ihr hier schon einmal:

ZweibeinerSonja

Foto: Christin Friedrich

Nun will ich mal schauen, dass ich auch noch ein Foto von Christin und Lykelli mache. Dann sind wir auch „online“ komplett.

28. April 2015

Erwischt! Ich sollte Pferdeäpfel einsammeln, aber …

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Steve hat’s entdeckt, Steves Frauchen fotografiert: Dickmann, Sanso, ich und die verwaiste Schubkarre. (Foto: Tina Linnemüller)

… mit Dickmann zwischendurch schmusen musste heute einfach sein. Er lag so gemütlich im Sand, der Liebe.

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Ok. Bitte lächeln! Geht doch! (Foto: Tina Linnemüller)

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Und … ganz langsam recken, strecken, fertigmachen zum Aufstehen. (Foto: Tina Linnemüller)

Danke, Tina, für die schönen Fotos!

20. April 2015

Und wieder ein bisschen weinen – zum Abschied nach drei Urlaubs-Tagen, an denen meine Freundin aus dem Schwarzwald zu Besuch war. Ein Foto mitten im Tumult beim Hufschmied-Termin.

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(v.li.) meine Freundin Petra, Barbara (hält gerade meinen Dickmann), Biggi (Freundin von Petra) und Tim (Hufschmied).

18. April 2015

Ein trauriger Tag für mich. Mein Schaf „Jan“, mein wunderschöner 6jähriger Wensleydale-Longwool-Bock starb innerhalb eines Tages an zuletzt 43 Grad Fieber. Keine Rettung trotz Antibiotika verschiedenster Art, kalten Wickeln, Cortison. Ratlos und machtlos – so fühlte sich auch der Tierarzt.

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In memoriam: mein lieber Jan.

Aber auch an solch rabenschwarzen Tagen für die Seele gibt es Sonnenstrahlen und ein Lächeln, weil andere Tiere leben, sich wohl fühlen und mich weiterhin begleiten.

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Sonnenstrahl Nr. 1: die nette Morgenbegrüßung von Bandit und meinem zahmen Huhn.

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Sonnenstrahl Nr. 2: Anton, Schecki und Winnie – tiefenentspannt.

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Sonnenstrahl Nr. 3: Banner, Anton, Winnie und …

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… Paddy in Nahaufnahme.

15.-17. April 2015

Die ersten Tage „Trail im Ganztagsbetrieb“ für Neuzugang Cinderella verliefen erstaunlich ruhig.

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Cinderella erkundet die Lage vom Wäldchen-Ruheplatz aus mit Blick auf die oberen Heuraufen.

Die Pferde zeigten auffallend wenig Interesse an der Neuen und diese beschäftigte sich auch lieber mit Graszupfen am Wegesrand – Nase unterhalb der unteren Zaunlitze.

Aber natürlich kam es auch zu Begegnungen auf den Wegen:

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Cinderella (Mitte) deutlich unsicher zwischen Bandit (li.) und dem neugierig von hinten sich nähernden Dickmann (re.).

Nur ein Mal gab es „wildes Gerenne“, zu dem sich die anderen Pferde bei den warmen Temperaturen „aufrafften“. Dank der in einer großen Acht und zwei Endlosschleifen angelegten Wege hatte Cinderella immer Ausweichmöglichkeiten. Ich habe festgestellt, dass diese Wege „Gold“ wert sind bei einer Neu-Eingliederung. Hätte die Zusammenführung auf einem quadratischen Platz stattgefunden, wäre das Ganze wesentlich unentspannter verlaufen – mit höherer Verletzungsgefahr und dem Risiko, dass der Neuling in eine Ecke gedrängt wird. Auf dem Trail sah die Sache schon nach kurzer Zeit ziemlich entspannt aus.

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Cinderella – entspannt …

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… auf dem Ruheplatz vor dem Wäldchen, wo sie einen guten Überblick hat.

Lykkeli und Cinderella sind oft gemeinsam unterwegs. Die Freundschaft, die beim gemeinsamen Heufressen begonnen hat, setzte sich auf dem Trail fort. Aber die kleine Ponystute entdeckte auch eine eine neue Liebe: Bandit

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Cinderella und Bandit – ein echtes Paparazzifoto aus der Ferne.

Die Beiden haben reichlich Spaß miteinander und dieser ist nicht zu überhören. Sowohl die Schimmelstute als auch der Wallach sind begeisterte „Quietscher“. Bei jeder Berührung des Körpers wurde ausgiebig auf beiden Seiten gequietscht, mit dem Schweif geschlagen, demonstrativ in die andere Richtung gewandert, um sich dann neugierig umzublicken und das Spiel wieder von Neuem zu beginnen.

Aber es ist ja nicht so, dass nur Bandit und Cinderella „Pferde-Knuddeln“ machen.

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Winnie und Lykkeli: „Auch wir haben uns lieb“.

Und wenn die kleine Lykkeli nicht schmust, frisst oder schläft oder aus Übermut eine Runde im Galopp auf dem Trail rennt, dann spielt sie auf ihrem ganz persönlichen Abenteuerspielplatz: dem Hang am Wäldchen.

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Lykkeli auf Entdeckertour.

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Mensch, Mädchen! Da wird sogar der Fotografin schwindelig. Wie gut, dass Pferde 4 Beine haben und stabile Quer-Achser sind.

 

14. April 2015

Die Eingliederung eines neuen Pferdes in eine bestehende Herde erfordert Fingerspitzengefühl. Neben Zeit und Geduld und dem Prinzip der kleinen Schritte hat sich hier im Paddocktrail Alverdissen als wirklich hilfreich erwiesen, eine gemeinsame von zwei Seiten zugängliche Heu-Futterstelle zu installieren.

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Gemeinsames Abendessen: Lykkeli (li) und Neuling Cinderella.

Wir haben dazu eine Heukisten an den Durchgang vom Trail zum Reitplatz gestellt, auf dem Cinderella heute ihren letzten Abend alleine verbringt. Morgen soll sie in die Herde integriert werden.

Durch das gemeinsame Fressen entsteht bereits eine gewisse Vertrautheit. Lykkeli – ebenfalls noch ein Neuzugang aber bereits mit den anderen Pferden auf dem Trail – fühlt sich offensichtlich ganz besonders zu Cinderella hingezogen. Sie verbringt viel Zeit im unteren Stallbereich und legt dort auch Ruhepausen mit Dösen, ja sogar Liegen ein.

13. April 2015

Nachmittags:
Cinderellas zweite Runde auf dem Trail – zunächst alleine.

Alltag663

Jetzt aber schnell – endlich hoch auf den Trail.

Dann haben wir Lykkeli dazugestellt, weil sich die beiden Stuten augenscheinlich gut verstehen. Lykkeli hat heute Morgen sogar im Stall unten, direkt neben Cinderellas Domizil geschlafen.

Alltag659

Hmh. Wie Sie sehen, sehen Sie nix. Das Gras ist interessanter. Cinderella (hinten) und Lykkeli (im Vordergrund).

Dann haben wir Schecki hinzugesellt. Die kleine Ponypersönlichkeit würde sich durchsetzen können.

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Dasselbe Bild: Cinderella grasend, Lykkeli grasend und dahinter Schecki grasend.

Gut. Dann muss der Chef ran: Anton, natürlich mit Winnie im Schlepptau. Endlich kam es zu einer Begegnung.

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Cinderella, Anton und Winnie.

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Hui. Winnie macht auf „Showpferd“. Aber alles verlief ruhig.

Nach einer Begegnung oben an den Heuraufen, wo Lykkeli und Cinderella sich gegenseitig ihre „lose Hinterhand“ gezeigt haben und Cinderella Anton und Winnie erst gewichen und dann gefolgt ist …

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Lykkeli vorweg, dann Anton, Winnie und Cinderella zum Schluss. Das sieht schon ganz ordentlich aus.

… haben wir uns entschieden, dass es für heute genug ist und Sonja hat die Stute wieder zurück auf den Reitplatz gebracht. Morgen ist auch noch ein Tag.

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Auf dem Weg zurück auf den Reitplatz, wo die Stute, die so viel Bewegungsdrang hat, besser aufgehoben ist, als in der Integrationsbox.

Ja, und diese kleine Maus ist mittlerweile auf dem Trail richtig gut angekommen.

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Lykkeli findet das alles total spannend und ist die Ruhe selbst.

Vormittags:
Fragen – Fragen – Fragen … zum Paddocktrail und seinen Einrichtungen. Ich beantworte sie gern.

Heute morgen kam diese Mail von Alexandra, die ich gleich zum Anlass nahm, meinen Erfahrungsbericht über die Heuglocke zu ergänzen und online zu stellen:

Hallo! Habe mit großem Interesse Ihren Bericht über die Heuglocke gelesen, da ich mir für meine Ponys auch eine anschaffen möchte. Leider hört der Bericht im November des letzten Jahres auf, so dass man leider nicht weiterverfolgen kann, wie zufrieden Sie mit der Glocke sind, wenn nicht mehr ganz soviel Heu enthalten ist. Wäre schön, zu erfahren, wie Ihre Pferde damit umgehen und damit klarkommen. Vielen Dank für eine kurze Info!

Meine ausführliche Antwort findet Ihr unter dem Menüpunkt „Fütterung & Tränken“ – von der Startseite aus erreichbar.

12. April 2015

Der erste Spaziergang für Cinderella auf dem Trail – wieder nach dem probaten Prinzip: die anderen Pferde für diese Zeit auf der Weide mit Blickkontakt aber beschäftigt, so dass das neue Pferd ohne Irritationen die Wege kennenlernen kann.

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In U-Schleifen erkundet die Stute den Trail. Einmal in die Runde zu laufen hat sie sich noch nicht getraut.

Währenddessen waren die anderen Pferde froh, nach dem langen Winter endlich auf die Weide zu dürfen – wenn auch nur kurz. Vor lauter Begeisterung „kippten“ sie reihenweise um.

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Juchhu! Banner.

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Juchhu! Winnie.

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Auch ein schönes Bild: Lykkeli, erstmals hier auf der Weide, mit Schecki.

 

11. April 2015

Ein neues Pferd ist angekommen:

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Pony Cinderella mit ihren Begleitern.

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Besitzerin Sonja (hier mit Hund Mable) ist froh, dass Cinderella gut „gelandet“ ist.

Wie es gute Tradition auf dem Paddocktrail ist, werden Neuankömmlinge ordentlich begrüßt – die Pferde mit wechselnden vierbeinigen Begrüßungskomitees und die Menschen mit Kartoffelsalat, Bratwurst und Bier.

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Elke mit Anton und Winnie riskieren einen ersten Blick auf die Neue.

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Und das Ganze ein Stückchen näher.

Die nächste Pferdegruppe ist im Anmarsch.

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Dickmann und Fin nehmen Kontakt auf.

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Nein. Das ist noch nicht entspannt.

Mal schauen, wie es weiter geht.

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Künftige Freundinnen? Lykkeli und Cinderella.

Schon besser. Aber Cinderella ist noch ziemlich gestresst und tut das, was Pferde dann so tun … sich bewegen.

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Cinderella läuft sich den Stress ab.

Währenddessen versammeln sich die Zweibeiner um den Grill.

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Erstes Gruppenfoto (v.li.) unser fleißiger Grillmeister (DANKE für Deinen Einsatz!), Sonja, Nicole, Elke, Nicoles Freund, Tina und Christin. Es fehlen noch einige.

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Yvonne ist auch eingetroffen und hat wie immer meinen Hund sofort an ihrer Seite – der Seite mit dem Leckerli-Beutel.

Kerstin und Stefan können nicht weit sein, wenn sie auftaucht …

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Lilly.

Nun sind wir komplett: 13 Zweibeiner und 7 Hunde belagern 15 Bratwürstchen und 10 Nackensteaks.

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Hat da jemand von Grillfleisch gesprochen? Labradore verstehen etwas vom Futter(n): Ben und Wonne.

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Alle Hunde mit Herrchen und Frauchen im Überblick. Es fehlt Steve – denn sein Frauchen musste das Foto machen. (Foto: Tina Linnemüller)

 

Was machen die Pferde?

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Lola – nein – Cinderella rennt. Ein kleines Kraftpaket.

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Fin sucht Essbares.

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… und klaut Cinderellas Wasser.

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Lykkeli ist müde.

Das war ein schöner Nachmittag. Nun ist die Pferde-Belegschaft auf dem Paddocktrail komplett und unser Neuzugang kann es ganz offensichtlich gar nicht erwarten, auch auf dem Trail zu wandern.

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Cinderella – mit sehnsüchtigem Blick den Berg hoch, Richtung Trail.

10. April 2015

Nachmittags:
Weidepflege im Paddocktrail – Teil I: Weide striegeln.

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Manuel Höfing aus Hagendonop …

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… mit seinem Riesen-New Holland-Traktor unterwegs auf den Weiden im Paddocktrail.

Nachdem der Job „Zäune auf-Zäune zu“ dank Barbaras Hilfe erledigt und der Traktor nach Hause gefahren war, hatten wir nochmals Besuch auf dem Trail.

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Ralf, der Mann von Barbara, dreht mit seinem Para-Gluider eine Runde über Trail und Pferdestall.

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Anton, Winnie und Barbara staunen.

Vormittags:
Ich freue mich und bin sooooo stolz. Heute Morgen kam diese Email:

Guten Morgen Frau Frevert,
Ihr Paddocktrail hat unser Interesse geweckt. Gern würden wir Ihre Anlage besichtigen. Wir sind ein privater Kreis von Pensionsstallbetreibern aus den Kreisen Osnabrück,Bielefeld, Vlotho, Herford, Detmold (max.18 Pers.) Am 5.5.2015 planen wir eine Tagesfahrt und würden gern Ihren Betrieb mit einbinden. Der Aufenthalt würde max. 2 Stunden dauern.
Wäre ein Besuch möglich? Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Elisabeth Baumann

Na dann. Jetzt heißt es Anton, Bandit, Banner, Cinderella, Dickmann, Falco, Fin, Lykkeli, Paddy, Sanso, Schecki und Winnie auf Hochglanz polieren, JEDEN Pferdeappel einsammeln (aber das machen wir ja eh schon) und gutes Wetter bestellen.

Bauarbeiten72

Wir freuen uns auf Euch und bestellen DIESEN Blau-Himmel.

9. April 2015

Sommer, Sonne, schön ist’s …

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Paddy macht Mittagsschlaf. (Foto: Nicole Dahnke)

Er liegt hier übrigens voller Vertrauen vor den Ställen mitten zwischen den anderen Pferden.

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Fin und Dickmann machen Pause. (Foto: Nicole Dahnke)

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Anton und Winnie machen Fellpflege. (Foto: Nicole Dahnke)

Ja, und wer macht die Arbeit?

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Tina, Rödel, Lykkeli und ich im Einsatz. (Foto: Nicole Dahnke)

8. April 2015 – ein Nachtrag zu gestern

Weil gestern so viel passiert ist, habe ich noch eine Sache vergessen: dank Dr. med. vet. Torsten Köhler, der auch bei meinen anderen Pferden die Zähne kontrollierte, wissen wir nun endlich, wie alt Paddy, unser Tierschutz-Pony, wirklich ist.

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Paddy, unser Zwerg, geboren zwischen Juli und September 2010 irgendwo in Holland.

Bei Übernahme des Ponys vom Veterinäramt hieß es, Paddy sei 2. Der Equidenpass –  fast leer bis auf rudimentäre Angaben zur „Person“ und mit diversen Verweisen auf „Unbekannt“ – besagte, er sei 4. Ein Tierarzt, der sich ihn hier in seiner ersten Woche anschaute, meinte: „Mindestens 6 eher 10“. Nun ist klar anhand irgendwelcher Prämolaren und Milchkappen und dem Schieben der Hengstzähne: der kleine Kerl ist süße 4, wird bald 5. Barbaras Kommentar: „Da kann er noch viel lernen“. Stimmt. Er ist fleißig dabei.

7. April 2015

Ein ereignisreicher Tag auf dem Paddocktrail.

Zuerst war der Pferdezahnarzt da: Dr. med. vet. Torsten Köhler aus Eschenbruch. Sanso, mein Shetty-Senior, hatte Probleme beim Fressen. Statt das Heu genussvoll zu verspeisen, kaute er „Röllchen“. Für sein Mineralbrick brauchte er ewige Zeiten und auch die Möhren fielen ihm in kleinen Stückchen wieder aus dem Maul. Die Diagnose: ein Wackelzahn.

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Sansos Wackelzahn. Natürlich wurde er mit professionellem Dental-Werkzeug entfernt.

Während Sanso seinen „Rausch“ in der Box im „Zwergenland“ ausschlief, hatten wir Besuch auf dem Paddocktrail. Heute Morgen spontan für eine Führung angemeldet, schaute sich Familie Koppmann aus Reinerbeck gemeinsam mit den beiden Enkelinnen, die gerade die Osterferien bei Oma und Opa genießen, den Trail an. Koppmanns kannten die Anlage bereits vom Vorbeifahren und wollten sich nun einmal genauer über diese Art der Pferdehaltung informieren. Im Vorfeld hatten sie bereits einiges beobachtet: dass die Pferde viel wandern, dass sie auch nachts an der Heuglocke fressen, usw.

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Begeistert vom Paddocktrail: die Besucher (v.li.) Luise (6), Marlene (8) mit ihren Großeltern Dagmar und Bernhard Koppmann. Sie ließen eine großzügige Spende für unser Tierschutzpony „Paddy“ da. Vielen Dank!

Dann hatte Christin dank Internet und der Kommunikation mit einem Aktiv-Stall eine Lösung für unser Problem „Deck-Wallach“ gefunden: den „Viehsaugentwöhner Müller 2010“ (O-Ton Siepmann-Katalog). Im Schweif der Stute befestigt, hält das stachelige Teil den „Deck-Wallach“ vom Aufspringen ab ohne dass er sich dabei verletzt, denn die Zacken sind aus Kunststoff. Und so sieht das Ganze am Pferd aus:

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Lykkeli mit eingeflochtenem Viehsaugentwöhner.

Beim ersten Versuch und der empfohlenen Befestigung mit Kabelbindern rutschte das Teil nach unten. Aber wenn man direkt am Schweifansatz beginnend drei Zöpfe flechtet (li., re. und mittig), dann in passender Höhe das Plastikteil einfädelt, die drei Zöpfe darunter wieder zusammenführt und am Ende mit einem Zopfgummi abschließt sowie das Ding zusätzlich noch an zwei Zöpfen mit Kabelbindern befestigt, dann hält das prima – und stört die Stute überhaupt nicht. So geht Lykkeli heute die erste Nacht ohne Aufsicht und ab jetzt auch dauerhaft mit der Herde auf den Trail. Dieses Teil zu Zeiten der Rosse eingeflochten ist eine genial einfache Lösung, denn es gibt für Wallache weder Hormonpflaster noch andere probate Mittel, die das Aufspringen verhindern.

Und abends gab’s dann für Anton noch eine Runde Doppellongen-Training mit Elke.

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Elke und Anton bei der Doppellongen-Arbeit.

5. April 2015 – Ostersonntag

… und die Grippe hat bei mir zugeschlagen.

Aber auf dem Trail ist Frühlingsstimmung:

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Blauer Himmel, Sonnenschein. Falco genießt das Wetter.

Lykkeli ist auf dem Trail unterwegs und alle sind sehr neugierig.

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Bandit mit Lykkeli. Ja, sie riecht gut.

Leider ist unser Herdenchef Anton etwas sehr, sehr neugierig und findet Lykkeli, die passend auch noch rossig geworden ist, so interessant, dass er zum Deck-Wallach wurde. Er demonstriert damit seinen Besitzanspruch. Das ist ein eigentlich ganz normales Pferdeverhalten, aber leider in einer Hauspferde-Herde unerwünscht. Anton bekommt eine homöopathische Hochpotenz und es heißt: einige Tage abwarten bis die Wirkung eintritt und/oder Lykkeli nicht mehr rossig ist. Derzeit darf er nur unter Aufsicht auf den Trail wenn Lykkeli mitläuft und nachts kommt die Stute zur Sicherheit wieder in ihre Eingewöhnungsbox.

Wie ich gerade von der weiteren neuen Einstellerin höre, die auch mit einer Stute kommt, scheint ein solches Wallach-Deckverhalten öfters vorzukommen als gedacht. In der dortigen Herde gibt es einen Haffi-Wallach, der die damals Neue auch decken wollte, aber recht schnell das Interesse verlor, weil die sich wehrte. Wir haben also Hoffnung, dass Anton auch zur Vernunft kommt, wenn Lykkeli ihm nach der Rosse die kalte Schulter zeigt. Mit Winnie, der anderen Stute, zeigt er ein solches Verhalten nicht. PFERDE – sie sind immer wieder gut für Überraschungen.

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Die Heuglocke – wie immer von Pferde umlagert. Lykkeli hält jungpferdegemäß erst einmal Abstand aber zeigt sich interessiert.

Damit die kleine Lykkeli „freie Bahn“ hat und die Herde sowie den Trail weiter kennenlernt, verbringen Anton und Winnie den Vormittag auf dem Reitplatz. Das ist ein guter Kompromiss mit dem alle derzeit leben können.

3. April 2015 – Karfreitag

„Ich LIEBE dieses Pferd!“ (Barbara über Paddy)

Barbara und Paddy haben mal wieder eine Trainingseinheit eingelegt. Extra für den Zweck hat Barbaras Mann eine Palette gebastelt, auf der Paddy genau Platz hat.

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Erst einmal in Augenschein nehmen.

Mit Teppich bezogen, bietet sie Paddy einen sicheren Stand.

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Die Arbeit mit dem Podest macht Pferde immer so stolz, finde ich. Paddy bekommt seine verdiente Belohnung.

Mal schauen, was der kleine Kerl sich beim ersten Mal „Paletten-Übung“ alles traut.

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Mit den Vorderfüßen … klappt.

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Nur die Hinterbeine … klappt.

Und jetzt geht’s um die Wurst bzw. die Karotte …

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Paddy auf seiner Palette – in Schonhaltung. Er ist einfach cool.

Barbara im Glück und – wie oben schon gesagt:

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„Ich LIEBE dieses Pferd!“ (Barbara)

2. April 2015

Kenny ist heute in sein neues Zuhause umgezogen. Bei ihm wurde eine Heustauballergie festgestellt und im neuen Stall wird – anders als im Paddocktrail – Heulage statt Heu gefüttert. Lieber Kenny, wir haben dich alle sehr gemocht. Mach es gut!

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Letztes Foto: Kenny und Dickmann.

28. März 2015

Lykkeli, unser Neuzugang, hatte heute erstmals auf dem Trail Kontakt zu allen Herdenmitgliedern. Nachdem sie einige Tage lang im Alleingang „Trail-Kompetenz“ sammeln konnte, kennt die Stute die Wege jetzt ziemlich gut und beschreitet sie souverän, im Schritt mit gesenktem Kopf, völlig entspannt und ohne Hektik.

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Auf dem Weg zur Herde: Lykkeli. (Foto: Christin Friedrich)

So ließen wir nun nach und nach eine Pferdegruppe nach der anderen zu ihr auf den Trail. Die Ponys durften wie immer den Anfang machen.

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Lykkeli und Sanso auf dem Platz unterhalb des Wäldchens. (Foto: Christin Friedrich)

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Lykkeli und Paddy. Das Heunetz oben auf dem Trail mit gutem Überblick über das gesamte Gelände ist ein Lieblings-Aufenthaltsort der Stute. (Foto: Christin Friedrich)

Dann kam der spannende Moment als Lykkeli auf den Herdenchef Anton und seine Freundin Winnie traf:

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Ein gutes Zeichen: Fellpflege mit Anton bereits nach wenigen Minuten. (Foto: Christin Friedrich)

Aber wie würde Winnie reagieren? Würde sie eifersüchtig sein oder in Hektik geraten, wenn sich Anton der jungen Stute zuwendet? Nichts von dem geschah. Winnie war freundlich-reserviert zu ihr.

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Kopf an Kopf mit Winnie: Lykkeli fragt vorsichtig an, ob sie auch aus der Raufe fressen darf. (Foto: Christin Friedrich)

Am Lykkelis Verhalten war deutlich spürbar, dass sie in einer Herde aufgewachsen ist. Sie ist viel ausgeglichener in der Gemeinschaft – auch wenn sie weichen muss – was sie im allgemeinen auf die geringsten Zeichen hin tut. Zu beobachten war aber auch, dass sie eine selbstbewusste Jungstute ist mit „loser“ Hinterhand. Falco und Fin nahmen das zum Anlass der Kleinen deutlich, aber ohne ernsthafte Angriffe zu zeigen, welchen Platz sie ihrer Meinung nach in der Herde einzunehmen hat. „Du hälst erst einmal Abstand“, war die Botschaft.

Nach diesem erfolgreichen Zusammentreffen gab es Glück im Doppelpack: Lykkeli und ihre Besitzerin Christin. Die junge Stute wird nun noch zwei bis drei Nächte in der Integrationsbox bleiben aber jeden Tag mit auf den Trail gehen. Ich denke, Ostern spätestens ist es soweit, dass sie dauerhaft, auch über Nacht auf dem Trail bleiben kann. Das sind doch gute Aussichten ….

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… findet auch Ziegenbock „Berthold“, der die ganze Aktion nebenan im Gänsestall einfach verschlafen hat.

Und dann hatten wir auch noch lange angekündigten Besuch auf dem Paddocktrail:

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Manfred Stoller (Fraktionsvorsitzender der UWE – Unabhängige Wählergemeinschaft Extertal) mit Ehefrau Dorothee.

Ich freue mich, dass so viele Menschen Interesse an der Paddocktrail-Haltung haben und sich für Besuche und Führungen anmelden. Schulkinder, Menschen mit Behinderung, Vertreter der Lokalpolitik und natürlich Pferdehalter – die Besucherpalette ist bunt und ich hoffe, dass ich ganz, ganz viele für diese artgerechte Pferdehaltung begeistern kann.

26. März 2015

Heute soll Lykkeli das erste Mal ohne ihre Besitzerin dafür aber mit anderen Pferden über den Trail gehen. Sie ist schon sehr an der Herde interessiert aber noch aufgeregt und unsicher.

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Lykkeli auf dem Reitplatz – mit Blick in Richtung Herde.

Zunächst aber geht die Herde wieder auf die Weide. Meinen Ruf „Kooom, Hottels, Kooom, Kooom“ kennen die Pferde vom täglichen Weidegang letzten Sommer noch ganz genau. Von der Heuglocke – dem entferntesten Winkel des Trails – kamen sie im Galopp angelaufen.

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Was für ein Bild!!! Schecki vorne weg, dann Anton, Paddy und Winnie.

Kurze Zeit später bebt die Erde unter den Tinkerhufen.

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Kenny (vorn) und Fin.

Und weil’s so schön ist, nochmals in Nahaufnahme:

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Fin.

Nun wird es aber Zeit für Lykkeli.

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Die junge Stute macht sich auf den Weg – den Hang hoch auf den Trail.

Ich habe für die erste gemeinsame Wanderung mit Lykkeli auf dem Trail die drei „Außerirdischen“ ausgewählt, die Shetlandponies. Sie sind abgeklärt und werden von den großen Pferden überall geduldet. Mit ihnen gibt es so gut wie keinen Herden-Stress.

Schecki war die erste, die auf Lykkeli traf. Sie nahm die junge Stute gleich in den „Schlepptau“ und ging mit ihr Richtung Heuraufen. Völlig entspannt trottete Lykkeli hinter Schecki her. Man muss dazu sagen, dass Schecki eine selbstbewusste Pony-Persönlichkeit ist, die sich von niemandem „die Butter vom Brot“ nehmen lässt und in sich ruht, eben eine kleine Führer-Natur.

Danach kamen Sanso und unser Charmeur Paddy dazu. Auch dies ging völlig stressfrei ab.

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Das sieht doch schon ganz gut aus: Paddy und Lykkeli. Die angelegten Ohren bei der Stute deute ich als Zeichen von Unsicherheit. Angriffe gab es nicht.

Paddy hatte bereits am ersten Tag einen guten Kontakt zu Lykkeli. Allerdings war die Begegnung auf dem Reitplatz am Sonntag nicht erfreulich. Lykkeli zeigte sich dort aggressiv und schlug nach ihm. Die junge Stute hat jetzt zwei Stallwechsel innerhalb kurzer Zeit hinter sich, kam von der Weidehaltung wochenlang in eine Integrationsbox. Das ist ein „Kultur-Schock“ für so ein junges Pferd. Ich wünsche ihr, dass sie bald in der Herde mitlaufen kann und freue mich schon darauf zu sehen, wie sich ein Jungpferd in der Paddocktrail-Haltung entwickelt.

Wie sich auf dem Trail heute wieder zeigte, sind die langen Wege und die Endlos-Schleifen, die die Pferde laufen können, das beste Mittel, um Stress abzubauen. Hier auf den Wegen verlaufen Begegnungen in der Regel viel ruhiger als auf Flächen ohne Laufanreiz und mit Ecken und Kanten, z.B. Reitplatz. Das Hintereinander-Gehen ist ein natürliches Pferdeverhalten. Gemeinsam wandern verbindet.

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So soll es sein: Paddy und Lykkeli machen sich gemeinsam auf den Weg.

25. März 2015

Ein neues Pferd in eine bestehende Herde zu integrieren ist immer wieder spannend. Lykkeli ist jetzt den fünften Tag da. Es wird Zeit, den Trail zu erkunden. Damit sie das in Ruhe kann, kamen die anderen Pferde für diese Zeit auf die Weide. So sind sie beschäftigt, aber haben den Trail komplett im Blick und können sich, wenn sie wollen, mit dem Neuling auseinandersetzen.

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Pferde im Glück: ein Abstecher auf die Wiese um für das neue Pferde den Trail frei zu machen.

Mit ihrer Besitzerin Christin wandert Lykkeli über den Trail.

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Ab geht’s den langen Weg in Richtung Heuraufen.

Entlang der Wege gibt es so einiges zu entdecken.

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Huch! Was ist denn das? Lykkeli hat die tierische Nachbarschaft erspäht.

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Ida, die Burenziege mit ihrem Kollegen Berthold, der sich nicht fotografieren lassen wollte.

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Die bunte Hühnerschar während ihrer Nachmittags-Siesta vor dem Ziegenstall. Dann gibt es noch Schafe, Laufenten und Gänse. Demnächst werde ich diese Tiere alle einmal vorstellen.

Geschafft.

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Wieder angekommen nach einem ausgiebigen Rundgang.

Die Stute steht wieder sicher in ihrer Integrationsbox und die Pferde können zurück auf den Trail.

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Freunde: Dickmann (re.) und Kenny lassen den Nachmittag Revue passieren. Die Pferde lieben den Standort oben auf dem Plateau.

23. März 2015

Es wird Sommer. Fast alle Pferde auf dem Paddocktrail sind im Fellwechsel. Da stellt sich die Frage: Wie verwandle ich mein Fellmonster möglichst effizient wieder in ein Pferd? Gibt es Tricks? Ja, die gibt es, wie ich gestern von Christin erfuhr. Sie schaute sich eine Weile an, wie ich mich mit meinem bisherigen Fellstriegel an Dickmann abmühte. Die Haare flogen durch die Gegend, waren elektrisch aufgeladen und klebten am Pullover, am Striegel und immer auch noch am Pferd.

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Mein bisheriges Arbeitsgerät: wenig effizient für die Unterwolle; lädt die Haare statisch auf, so dass sie am Striegel und an der Kleidung kleben.

Sie zeigte mir dann einen sogenannten Entfilzer-Striegel mit dem sie das Winterfell ihres Pferdes mühelos entfernt hat.

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Entfilzer-Striegel mit 12 Zinken – entfernt auch die Unterwolle. Sieht gefährlich aus aber die Pferde lieben es. In langen Strichen durch das Fell ziehen. Perfekt.

Ich habe das Ding gleich ausprobiert und war begeistert. Kein statisches Aufladen der Haare. Danach war Dickmann sozusagen „tiefengereinigt“.

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Rückansicht von Dickmann: endlich wieder als Pferd zu erkennen mit sogar etwas Glanz im Fell.

Wenn man bei Ebay „Entfilzer Pferd“ oder alternativ „Trimm-Striegel“ eingibt, dann findet man diese Dinger. Sie sind etwas gröber als der „Furminator“ und sitzen daher nicht so schnell zu – sagte mir Christin, deren Freundin auch einen „Furminator“ besitzt und sich nun noch diesen Entfilzer als zweiten Striegel „für’s Grobe“ angeschafft hat. Außerdem kostet dieser Striegel nur ein Viertel dessen, was für einen „Furminator“ verlangt wird.

Yvonne rückt dem Winterfell mit einem anderen Teil zu Leibe, auf das sie schwört.

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Fellpflege bei Bandit.

Es ist eine Art „Schweißmesser“ nur mit Zinken. Ich habe es auch unter dem Stichwort „Entfilzer“ bei Ebay gefunden.

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Löst lose Haare und Schmutz mit einem Strich auf großer Fläche. Ein Teil, das „räumt“ und das keine Haare „frisst“, so dass das lästige „Abpflücken“ der Haare vom Striegel entfällt.

Mein Fazit: Für Pferde mit dichter Unterwolle, wie meine Shetties und der Dickmann ist der Entfilzer-Striegel super geeignet. Für alle anderen Pferde mit kürzerem Winterfell ist das „Schweiß-Messer mit Zinken“ ein zeitsparendes, praktisches Putzgerät.

22. März 2015

Die erste Nacht in der Eingewöhnungsbox hat Lykkeli gut überstanden. Sie ist aufgeweckt und interessiert an den anderen Pferden, bleibt aber zum Glück auch brav allein, wenn die anderen auf den Trail gehen.

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Lykkeli beobachtet das Geschehen auf dem Hof.

Ich bin mit meiner Eingewöhnungsbox sehr glücklich. Sie liegt so zentral, dass die Pferde auf dem Weg zur Tränke mehrfach täglich am Neuankömmling vorbei müssen. Außerdem hat das neue Pferd von hier aus einen guten Blick auf das Geschehen auf dem Hof sowie den Reitplatz und ich selbst habe es vom Haus aus ebenfalls gut im Blick. An den kleinen Ausguck-Paddock angeschlossen ist ein geräumiger Stall, in den sich das neue Pferd zurückziehen kann, wenn es von den neugierigen Pferdenasen drumherum genug hat und seine Ruhe braucht.

21. März 2015

Heute Morgen 10.30 Uhr. Ein neues Pferd ist angekommen.

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Ein „Herzliches Willkommen“ an Lykkeli und ihre Besitzerin Christin.

Das menschliche Empfangskommando stand bereit:

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(v.li.) Anneke Matthies (Hängerfahrerin und Freundin von Christin) mit Sonja Hölscher, die im Mai mit ihrer Stute Cinderella einziehen und den frei werdenden Platz von Kenny übernehmen wird.

Irgendwann kam dann auch die Herde zum Trinken runter und entdeckte den Neuankömmling.

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Chef Anton mit Winnie zuerst.

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Dickmann – wie immer mit der „Tinker-Fraktion“ im Schlepptau. Lykkeli braucht gerade eine Pause von den vielen neuen Eindrücken.

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Ob der passende Spielgefährte schon dabei ist?

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Oh, das sieht gut aus: Paddy und Lykkeli.

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Upps. Ganz vertieft ins Schmusen. Gar nicht gemerkt, dass Anton und Winnie wieder los wollen.

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Was nun? Mitgehen oder bei der Kleinen bleiben? (Paddy ratlos.)

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Hach, die ist aber auch interessant!!!

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Sozialarbeiter Banner nimmt ebenfalls Kontakt auf während Christin sich verabschiedet.

Lykkeli wird nun einige Tage in der Eingewöhnungsbox bleiben und danach so langsam ihre Kreise erweitern: Auslauf allein auf dem abgetrennten Reitplatz mit Herde drumrum, Reitplatz mit Lieblings-Kumpel teilen (ich tippe auf Paddy, Banner oder Dickmann) und dann, wenn die Zeit reif ist, heißt es: ab auf den Trail.

Ich halte bei der Eingewöhnung nichts davon, das fremde Pferd zwangsläufig zuerst mit dem Chef zu vergesellschaften, sondern lasse den Neuankömmling entscheiden, welches Herdenmitglied er am liebsten mag.

20. März 2015

Morgenstimmung im Paddocktrail

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Blick aus dem Schlafzimmerfenster.

Kurze Zeit später wandert ein Pferd nach dem anderen Richtung Plateau – dem Beginn des Trails oberhalb der Stallungen. Dort ist jeden Morgen Versammlung. Die Pferde lieben diesen Ort, denn von dieser erhöhten Warte aus haben sie alles im Blick … vor allem mich, wenn ich mit der Schubkarre voller Heu meine Morgenrunde starte.

18. März 2015 – Wie das Klo im Schlafzimmer

Kindermund tut Wahrheit kund –  direkt und ehrlich. Diese Wahrheit in Bezug auf Pferdehaltung in Boxen war nachzulesen in der „Pferd & Freizeit“, Ausgabe 04/2014. „Wenn Pferde in der Box leben, ist es so, als wären sie auf dem Klo eingesperrt“. Das hat Marlene (7 Jahre) glasklar erkannt.

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Grau in grau – Boxenpferde ohne freien Zugang zu einem Auslauf führen kein artgerechtes Leben.

Ein Leserbrief in der aktuellen Ausgabe der Zeitung nimmt diesen Faden auf. Marion Wächter-Mattern sagt: „Jedes Pferd muss selber entscheiden können, ob es sich drinnen oder draußen aufhält. Pferdeanlagen ohne ständigen Zugang zu einem Auslauf dürften nicht genehmigt werden. Linda Tellington-Jones soll mal gesagt haben, die deutsche Art der Pferdehaltung sei eine Lebensversicherung für die Tierärzte“. So weit das Zitat.

Wie sehr das Leben in der Box das natürliche Verhalten des Pferdes einschränkt, konnte ich jetzt in der aktuellen Ausgabe des Pferdemagazins „Natural Horse“ nachlesen. Der ehemalige Sattlermeister Marc Lubetzki hat sich aufgemacht, die Wildpferde dieser Welt zu besuchen, zu beobachten und in seiner Dokumentation „Expedition Pferd – Die Weltreise“ vorzustellen. Hier der Link.

In „Natural Horse“, Ausgabe 1-2015 schreibt er gleich im ersten Satz: „Sie schlafen nicht dort, wo sie lange gefressen und ihre Duftmarken hinterlassen haben. … Pferde fühlen sich sicherer, wenn sie gegen Abend an einen sauberen Schlafplatz mit großer Entfernung zum Fressplatz wandern können“.

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Ein Teil der Paddocktrail-Herde beim gemeinsamen Ruhen auf dem Reitplatz: (v.li.) Banner, Winnie, Anton und vorn als Wächter Falco.

Dieses Verhalten, dass Pferde nicht dort ruhen, wo sie fressen und ebenfalls nicht dort äppeln, stelle ich auch im Paddocktrail fest. Die meisten Pferde entfernen sich zum Äppeln einige Meter von den Heuraufen. Es ist ganz, ganz selten und immer nur bei wenigen (1-2) Pferden, die zuvor aus Boxenhaltung kamen, zu beobachten, dass sie am Fressplatz äppeln.

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Gemeinsame Zwischenmahlzeit aus dem Heusack, den ich kurz abstellte, um die Heuraufe vor dem Befüllen zu säubern. Schecki (li.) und Kenny.

Insofern haben unsere Hauspferde immer noch ganz viele Instinkte und Angewohnheiten ihrer wilden Artgenossen verinnerlicht und leben diese auch aus … wenn sie es denn können. Auf dem Paddocktrail haben Pferde die Möglichkeit, sich jederzeit ihren Aufenthaltsort auf einem großen Areal selbst zu wählen. Der Paddocktrail ist daher für mich nach wie vor die beste artgerechte Pferdehaltung, die Menschen jemals erfunden haben.

Nur eines haben die Pferde auf dem Paddocktrail nicht mehr: Angst vor „wilden Raubtieren“ … wie man hier gut sehen kann.

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Kenny ruht und Steve, der Hund von Tina, hält Wache. (Foto: Tina Linnemüller)

17. März 2015

Equitana-Tag!!! Endlich mal einen Tag raus! … und es war richtig schön. Das fing schon an mit der Busfahrt, organisiert vom Lippisch-Westfälischen Fahr- und Kutschenverein. Von der Organisation über die Verpflegung mit Brötchen, frischem Butterkuchen, Kaffee, Limo, Bier und Schnaps bis hin zum Preis – hier stimmte alles. Danke an die Organisatoren!

Auf der Equitana haben wir uns dann auf 9 Hektar – in Worten: 90.000 Quadratmetern – Ausstellungsfläche die Füße wund gelaufen. Es gab so viel zu sehen, nur eines nicht: Kutschen. Lediglich 2 Aussteller waren vor Ort.

Aber mich interessierte ja auch mehr die „Hardware“ für den Paddocktrail. Da wären zunächst heizbare Tränken – hier habe ich von Firma Horizont, Texas Trading und Suevia viel gelernt zum Thema Schwimmertränke, Wassernachlauf, Erdwärme und Stromverbrauch. Weiter ging’s zu den Stallbodenbelägen, wo ich einen guten alten Bekannten aus Göstrup, Herrn Hanke von Drainoflex getroffen habe. Seine Matten liegen bei mir in den alten Ställen und sollen auch in die neuen Ställe eingebaut werden. Ebenfalls auf der Wunschliste steht eine Paddocktrail-Webcam – bei Firma Horizont zu haben für 500 Euro mit 1,2 Kilometern Reichweite.

Ja, und dann habe ich noch ausgiebige Probefahrten mit Elektro-Schubkarren der Firmen Zallys, PowerPac und TeMax  gemacht. Ein RIESEN-Spaß!!! Mitten durch die Besucher, vorwärts, rückwärts, Vollgas, bremsen. Vielleicht bekommt mein Rödel ja mal einen Kollegen.

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Wenn Rödel mal groß ist, sieht er SO aus und mit nur einer Runde über den Trail sind alle Pferdeäpfel eingesammelt. (Foto: Zallys)

8. März 2015

Frühling ließ sein blaues Band … heute auch im Paddocktrail durch die Lüfte flattern. War das ein schöner Tag!

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Chillen in der warmen Sonne: Kenny und Paddy.

Kurze Zeit später kamen Fin und Dickmann hinzu. Interessant wie sich die Pferde gegenüber aufstellen, um so die ganze Umgebung im Blick zu haben. Ich genieße es jeden Tag, die Interaktion in der Herde zu beobachten.

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Ruhepause – aus der Ferne mit Teleobjektiv aufgenommen: (v.li.) Paddy, Fin, Dickmann und Kenny.

Zum guten Wetter kam auch noch netter Besuch dazu. Sonja, die Ex-Besitzerin von Fin besuchte „ihren“ Tinker und schaute sich gleichzeitig den Trail an, von dem sie restlos begeistert war.

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Sonja unterwegs zu Fin mit Schmuse-Abstecher bei unserem unwiderstehlichen Paddy.

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Aber jetzt … Wiedersehen nach 3 Jahren: Sonja und Fin.

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Ehrensache, dass Fins bester Kumpel Dickmann auch eine Schmuse-Einheit bekam.

4. März 2015

Pause im Paddocktrail – heute Mittag VOR dem großen Wintereinbruch.

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Der Stall auf dem Plateau ist derzeit der Lieblings-Treffpunkt der Herde.

Und wer im oder vor dem Stall keinen Platz findet, hält sich zumindest in der Nähe der Herde auf.

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Dickmann macht Pause. Der Sichtkontakt zur Herde, die wenige Meter entfernt döst, gibt Sicherheit.

Dann gibt’s da noch jemanden ganz in der Nähe, der ein wenig aus der Reihe tanzt. … Finde den Fehler!!!

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Paddy, der Schlingel, hat gemerkt, dass auf der unteren Litze kein Strom war, liegt auf der Weide und spielt das Spiel: wenn ich dich nicht sehe, kannst du mich auch nicht finden.

Zurück auf den Trail gebracht, hat er sich dann zu den anderen beiden Shetties gestellt – für ein nettes Gruppenfoto.

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Die Ponybande im oberen Stall.

28. Februar 2015

Morgenstund hat … Heu im Maul. Hier einige Impressionen von meiner Morgen-Runde im Paddocktrail.

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Heuraufe 1: (v.li.) Anton, Winnie, Banner und Bandit.

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Heuraufe 2: (v.li.) Dickmann, Kenny und Fin.

Wo sind die Ponys? Die bekamen heute eine Extra-„Wurst“: Heu in Bodennähe.

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Sanso.

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Schecki.

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Paddy.

Und dann fehlt doch noch einer, oder?

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Falco. Er wollte heute aus der Heubox im oberen Stall frühstücken.

26. Februar 2015

Der Schnee ist wieder weg und der Frühling macht einen Abstecher im Paddocktrail.
Die Pferde fühlen sich bei diesem Wetter sichtlich wohl, wie die Impressionen von der Pferde-Siesta heute Mittag zeigen:

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Anton ruhend mit Schlafgesicht. Dahinter Winnie.

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Direkt daneben ein ganz ähnliches Bild: Banner mit Falco.

Das Schlaf- und Ausruhverhalten von Pferden ist recht interessant und ganz anders als das von uns Menschen. Der Verhaltensforscher Dirk Lebelt schreibt dazu folgendes: „Das Pferd zählt zu den Tieren mit einem polyphasischen Schlafverhalten“. Als typisches Fluchttier ist es darauf eingerichtet, möglichst jederzeit fluchtbereit zu sein und verteilt daher verschieden intensive Ausruh- und Schlafphasen über den ganzen Tag und die Nacht. Was oben auf den Bildern zu sehen ist, ist das sogenannte „Dösen“, das Schlafen im Stehen, bei dem das Pferd aufgrund einer bestimmten anatomischen Konstruktion seines Bewegungsapparates seine Muskeln weitestgehend entspannen kann.

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Muskeln entspannen – Pferde können das auch im Stehen durch eine passive Fixation der Gliedmaßen, sogar wenn ein Bein in der Stützphase ist.

Neben diesem oberflächlichen Schlaf, aus dem das Pferd sehr leicht zu wecken ist, gibt es Tiefschlafphasen: die sog. „Slow Wave“-Phasen sowie die „REM“-Phasen. Bei ersteren legt sich das Pferd zumeist in Brustlage ab. Eine deutliche Verlangsamung von Herz- und Atemfrequenz ist feststellbar. Für die REM-Phasen, den richtigen Tiefschlaf,  ist zwingend eine ausgestreckte Seitenlage notwendig.

Pferde schlafen rund fünf Stunden pro Tag, wobei die meisten Schlafphasen nachts eingelegt werden. Auf das Dösen und die Slow Wave-Phasen entfallen jeweils rund zwei Stunden; auf die REM-Phase 45 Minuten. Oftmals ist zu beobachten, dass sich das Pferd nach einer Slow Wave-Phase in Brustlage platt auf die Seite ablegt und sich eine kurze, rund fünf Minuten dauernde REM-Phase anschließt.

Pferde legen sich nur in vertrauter Umgebung ab. In einer Gruppenhaltung wie hier auf dem Paddocktrail kann man beobachten, dass in einer Gruppe stets ein „Wächter“ abgestellt wird, während die anderen Gruppenmitglieder ihrem Schlafbedürfnis nachkommen.

Und nun, nach dieser ganzen Theorie und weil’s so schön anzusehen ist, hier noch ein paar Schlafbilder der Vierer-Gruppe:

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Banner und Falco.

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Anton und Winnie.

 

24. Februar 2015

Allein, allein – das war einmal! Ab jetzt habe ich Hilfe bei der Versorgung der Pferde:

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Tina, Rödel und ich – wir rocken den Trail! (Foto: Karl Orgelmacher)

Tina ist eine Pferdefrau und ein Hundefan und insofern hier im Paddocktrail Alverdissen wunderbar aufgehoben. Bis Ende November 2014 hatte sie ein eigenes Pferd: den Orlow-Traber „Drushba“, der 23jährig aufgrund eines Siebbein-Tumors eingeschläfert werden musste. Jetzt hilft Tina mir hier auf dem Trail und kann endlich wieder „Pferde-Duft“ schnuppern. Herzlich willkommen!

13. Februar 2015

Einen Blick in die Futterkammer …

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… den riskiert hier Tinker Kenny.

Futter – das soll auch das heutige Thema sein. Das wichtigste Futtermittel für Pferde ist Raufutter. Und hier gibt es gleich ein „heißes Eisen“, das unter Pferdebesitzern ausgesprochen kontrovers diskutiert wird: die Heulage-Fütterung für Pferde. Die einen lehnen Heulage komplett ab, die anderen füttern sie – zeitweise oder dauerhaft. Für chronische Huster und Allergiker wird Heulage-Fütterung empfohlen, da staubfrei. Auf der anderen Seite soll Heulage-Fütterung die Darmflora zerstören und Leber sowie Niere schädigen. Was ist wirklich dran an und drin in den großen, weißen Ballen?

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Heulage – gut oder schlecht für Pferde?

Heulage entsteht durch einen Silierungsprozess. Relativ spät, gegen Ende der Blütezeit geschnittenes Gras wird in Folie gewickelt. Unter Luftabschluss werden die Kohlehydrate aus den Pflanzen bei Gärtemperaturen um die 30 Grad C in Milchsäure umgewandelt. Diese Milchsäurebakterien sorgen für die Haltbarkeit des Schnittguts. Der PH-Wert wird gesenkt. In diesem Milieu können schädliche Keime (Schimmel) nicht existieren. Wichtig ist daher, dass eine intakte Folie für Luftabschluss bis zur Verfütterung sorgt und der Ballen nach dem Öffnen schnell (innerhalb weniger Tage) verfüttert wird.

Der Vorteil der Heulage-Herstellung liegt in der unkomplizierten Lagerung und der, im Vergleich zur Heugewinnung deutlich kürzeren Trocknungszeit mit weniger Witterungsrisiko und Arbeitseinsatz. Aber die Heulage-Fütterung für Pferde birgt auch Nachteile. Eine Gegenerin der Heulage-Fütterung ist die Fütterungsexpertin Dr. Christina Fritz, die sagt: „Heulage und Silage sind kein geeignetes Futter für Pferde“. Als Grund nennt sie die Übersäuerung des Pferdes durch Ansammlung von Milchsäurebakterien im Darm. Die Folge, so Fritz, ist eine Schädigung der Darmflora durch Absterben der Darmsymbioten, was zur Mehrarbeit der Entgiftungsorgane Leber und Niere führt. Bei dauerhafter Reizung der Darmschleimhaut kann es zum Absterben der Zellen und zu Löchern im Darm kommen. Die restliche Milchsäure aus dem Verdauungsprozess der Heulage lagert sich, laut Fritz, im Bindegewebe des Pferdes ab, so dass es den Anschein hat, dass Heulage-Fütterung für gut genährte Pferde sorgt. In Wirklichkeit handele es sich, so Fritz, um im Bindegewebe eingelagerte Lymphe. Als „Worst Case Scenario“ sieht Fritz „eine schleichende Übersäuerung und Vergiftung im Pferd“.

Nicht ganz so negativ beurteilt Buchautor und Biologe Ingolf Bender die Heulage-Fütterung. Er hält das „Gär-Heu“, wie er die Heulage im Vergleich zur Silage nennt, für „ein ausgezeichnet, staubfreies Winter-Grundfutter, das man in Anteilen von 30 bis 50 Prozent als Tagesraufutterration durchweg ohne Probleme einsetzen kann“. Nicht empfehlenswert ist für Bender die Heulage-Fütterung bei Pferden mit Magen-Darm-Erkrankungen.

Im Paddocktrail Alverdissen wird keine Heulage verfüttert.

6. Februar 2015

Hurra, Rödel ist da!

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Rödel bei der Probefahrt mit Andreas Wickenkamp als „Transportgut“. Kurz danach wurde er mir als Freitagabend-Überraschung frei Haus geliefert. Foto: Kerstin Scheiper

Endlich ist meine Motor-Schubkarre „Marke Eigenbau“ fertig. Sie wird mir künftig auf dem Trail gute Dienste beim Heu fahren und Abäppeln leisten. Danke an meinen Schmied Markus Bastian aus Göstrup für die Überholung des Motors und vor allem an Kerstin samt Familie, die dafür sorgten, dass Rödel sein Vordergestell in himmelblau bekam.

Schon lange habe ich mir Motor-Unterstützung beim Abäppeln gewünscht – und dann fand ich im Sommer 2014 „Rödel“ beziehungsweise das, was von ihm übrig war, auf dem hiesigen Schrottplatz. Rödel lag kopfüber, einfach fortgeworfen auf einem riesigen Berg Schrott, nachdem er jahrelang als Schneepflug seine Bahnen gezogen hatte. Ich kaufte Rödel zum Schrottpreis und stellte ihn meinem Schmied vor, der ihm „technische Gesundheit“ attestierte. Seinerzeit bestand Rödel nur aus dem hinteren Teil: ein Briggs&Stratton-Motor mit zwei Rädern, einem Rasenmähergriff und einer schweren Geräteaufnahme vorn. Seine Seilzüge waren gerissen; er qualmte wie verrückt, aber er „lebte“.

Nach der technischen Überholung in der Schmiede in Göstrup geriet das „Projekt Rödel“ ins Stocken. Es gab viele ungelöste konstruktionstechnische Probleme. Wie sollte die Schubkarrenwanne befestigt werden? Wie muss das vordere Rad aufgehängt werden, damit „Rödel“ mit seinen starren Hinterrädern, die stets zusammen angetrieben werden, überhaupt um die Kurve kommt? Fragen über Fragen ließen Wochen über Wochen ins Land gehen. Es wurde Winter und die Arbeiten auf dem Trail zunehmend beschwerlicher. Es musste etwas passieren. Und es passierte etwas. Innerhalb von einer Woche wurde „Rödel“ jetzt fertig. Danke, danke, danke an den Tüftler in Kerstins Familie!

Schon oft haben mir Passanten gesagt: „Du brauchst eine Maschine. Du machst Dich sonst kaputt“. Nun habe ich Rödel – und bin super-froh über das kleine Teilchen. Die Schubkarrenwanne muss noch einen Tuck größer gewählt werden und idealerweise – hoffentlich klappt das mit der Lenkung dann noch – sollte vorn ein zweites Rad befestigt werden. Dann ist „Rödel“ perfekt und meine zukünftige „rechte Hand“. Ich habe mich bewusst gegen einen kleinen Traktor oder ein Quad mit Hänger entschieden. Bei jedem Pferdeapfel-Haufen hieße es da: runtersteigen, einladen, wieder aufsteigen. Eine Motorschubkarre zum Hinterher-Laufen halte ich für die Arbeiten auf dem Trail für die beste Lösung.

3. Februar 2015

Wintergrüße vom Paddocktrail.

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Falco genießt die Mittagssonne auf dem Reitplatz. (Foto: Kerstin Scheiper)

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Zu Zweit macht Chillen noch mehr Spaß: Schecki und Falco. (Foto: Kerstin Scheiper)

 

25. Januar 2015

Pünktlich vier Wochen NACH Weihnachten kam er nun gestern: der Schnee. Gegen Mittag hing der Himmel auf der Erde und es hörte nicht wieder auf zu schneien. Auch heute schneit es immer mal wieder. Mittendrin: die Pferde.

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Fin und Dickmann im Schneegestöber unterhalb vom Wäldchen.

Die Pferde und ihre Winter-Gesichter:

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Kenny.

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Dickmann.

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Sanso.

Anders als beim kürzlichen Stark-Regen konnte ich bei den heutigen und gestrigen Schneefällen nicht beobachten, dass die Pferde die Ställe aufsuchen. In diesem Zusammenhang habe ich mich ein wenig schlau gemacht, was Kälte- und Wärmeempfinden bei Pferden betrifft und fand folgendes:

Die Wohlfühltemperatur von Pferden liegt bei 5 Grad. Keine zusätzliche Energie zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur ist bei Temperaturen zwischen 25 Grad Plus und 15 Grad Minus nötig. Man nennt diesen Bereich die „thermoneutrale Zone“. Das bedeutet, dass Pferde sehr anpassungsfähig sind, was die Außentemperatur betrifft.

Eine Studie der FU Berlin beschreibt das wie folgt:
„Pferde als homoiotherme Tiere können ihre Körperkerntemperatur über autonome Regelvorgänge weitgehend unabhängig von den Änderungen der Umgebungstemperatur konstant halten. … Klimafaktoren, welche geringe Abweichungen der Körperkerntemperaturen bei Tieren bedingen, führen zu physiologischen Reaktionen mit geringem Energieaufwand. Relativ wenig Energie verbrauchende Reaktionen sind zum Beispiel: Änderungen der Wärmeleitfähigkeit der Haut oder Anlegen sowie Aufstellen von Haaren“. Kältezittern zur Steigerung der Wärmeproduktion wird dagegen als „sehr energieaufwendig“ und „nur über einen begrenzten Zeitraum möglich“ beschrieben. Ein probates Mittel ist auch, dass Pferde „ihre Körperschmalseite gegen den Wind richten“.

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Die Kehrseite in Schnee-Richtung reduziert Wärmeverluste. Bandit (li.) und Falco wissen das natürlich.

Kältezittern habe ich bislang bei keinem der Pferde beobachten können. Anders als der Mensch – mich inbegriffen -, der eine Wohlfühltemperatur von 22 Grad Celsius hat, scheinen die Pferde das derzeitige Winterwetter perfekt für „Außen-Aufenthalte“ zu finden.

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Winter-Wanderung auf dem Trail: Anton, Winnie und Banner.

 

20. Januar 2015

Hangbefestigung – Teil 2:

Heute mussten noch die Ecken eingepasst, sowie die Ecoraster passend schräg zur Wasserschwelle unten geschnitten werden. Jetzt kann nichts mehr wegrutschen. Ebenso wie gestern hatten „die Jungs vom Bau“ auch heute wieder vierbeinige Zuschauer.

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Warten auf die feierliche Eröffnung: (v.li.) Winnie, Sanso und im Hintergrund Anton bei der morgendlichen Baustellen-Abnahme.

 

Und so sieht jetzt das Ergebnis aus:

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Dick mit Splitt „überzuckert“ ist der Hang trittsicher für die Pferde, die ihn bereits eingeweiht haben.

19. Januar 2015

Die Zeit rennt. Schon wieder ein guter halber Monat vorbei.

Aber es hat sich viel getan im und um den Paddocktrail Alverdissen. Zum einen gibt es jetzt auf der Internetseite ein Archiv für das Jahr 2014 unterhalb vom Menüpunkt „Aktuelles“ – zum Stöbern und Nachlesen und Fotos-Gucken.

In der Praxis gab’s auch eine wichtige Verbesserung. Wir haben uns endgültig von einem „Problem“ getrennt: der Schotterbefestigung am Aufgang zum Hang.

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Der Aufgang zum Trail von oben fotografiert – vor der Renovierung.

 

Die Praxis im letzten halben Jahr hat gezeigt, dass der Schotter den geschätzt rund einhundert Pferdebewegungen pro Tag nicht Stand hält. Der Hang war nach dem Einbau der Wasserschwelle im unteren Bereich matschig geworden mit der Folge, dass ein Teil vom Aufgang um rund zwanzig Zentimeter abgerutscht war.

Heute wurde die „Final-Lösung“ eingebaut: Ecoraster-Paddockplatten mit einem nochmaligen Unterbau aus Schotter plus Splitt zum Niveau-Ausgleich und einer Verfüllung mit Pflastersplitt.

Firma Schlathaus Erdarbeiten aus Alverdissen rückte an:

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Andreas Schlathaus bearbeitet den bereits wieder verfüllten Hang mit Minibagger und Rüttelplatte.

Es war Arbeit mit vollem Körpereinsatz:

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Schweres Gerät – vor allem, wenn’s berghoch geht.

Zum Abschluss des Tages gab es die Belohnung: das Verlegen der Ecoraster. „Das räumt“, stellte auch der Senior-Chef bei Besichtigung der Baustelle zufrieden fest.

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Einfach und schnell zu verlegen – wenn der Unterbau denn erstmal steht: die Ecoraster.

 

1. Januar 2015 – Neujahr

Mein liebes Pferd!

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Ich wünsche Dir immer einen Freund an Deiner Seite …

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… möge er Dir stets nah und verbunden sein …

 

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… Dich auf allen Deinen Wegen begleiten …

Alltag439

… Dir Ruhe und Kraft geben …

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… liebevoll auf Dich schauen und Dich beschützen …

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… gelassen mit Dir durch den Alltag gehen …

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… und Dir die Gewissheit geben: Du bist nicht allein!