Archiv 2016

31. Dezember 2016 – Silvester

Wandern mit Pferden – das haben wir für uns entdeckt. Auch heute unternahmen wir eine nette Wanderung zu Viert, nein zu Acht (mit Pferden), nein zu Neunt (Wonne war ja auch mit).

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Sonja mit Paddy und Uwe mit Dickmann. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Eingeladen dazu hatte Barbara mit der verlockenden Aussicht auf einen anschließenden, selbst zubereiteten Snack – siehe Foto.

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Vegane Leberwurst und Schafskäse/Knoblauch-Dip. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Wer kann da widerstehen? Also machten wir uns auf den Weg. Alles lief prima. Auch Uwe kam gut mit Paddy klar.

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Läuft: Uwe mit Paddy. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Aber dann kamen die beiden irgendwie ins Stocken …

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Paddy setzt seinen Pony-Dickkopf durch … (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

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… und dann verliert er auch noch etwas unterwegs – und Uwe staunt. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Aber nach einer knappen Stunde und siebzig (70!!!) von Barbara geschossenen Fotos …

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Barbara, unsere fleißige Fotografin mit Cinderella.

… kamen wir wohlbehalten und in bester Stimmung wieder daheim an.

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Wir lassen es uns schmecken (v.re.) Uwe, Sonja und ich. (Foto: Barbara Bliemetsrieder, die auch nicht verhungert ist)

Und da war noch jemand, der nicht zu kurz kommen wollte:

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Paddy, die kleine Rübennase.

29. Dezember 2016

Ein herrlicher Wintertag: Sonne, windstill und nicht zu kalt. Da sind Mensch und Pferd zu so manchem Spaß aufgelegt, wie hier Cinderella und Annika, die den Zirkustrick „Smile“ – Lächeln – üben.

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Na, perfekt: Cinderella mit Annika und beide lachen.

Aprospos kalt: Heute hat Fin eine Abschwitz-Decke geschenkt bekommen. Durch seine Stoffwechselkrankheit PSSM schwitzt er mehr als andere Pferde. Da braucht es nicht einmal viel Bewegung, sondern es genügt bereits die Aufregung verursacht durch einen Transport im Hänger. Uns gibt es ein gutes Gefühl, wenn Fin dann für kurze Zeit (15-60 Minuten – je nach Fell-Feuchte) eine Decke aufgelegt bekommt. Von dauerhaftem Eindecken halte ich nichts – siehe auch einen früheren Link zu einem Artikel über die natürliche Thermo-Regulation des Pferdes. Aber wenn Fin geschwitzt hat, habe ich beobachtet, dass eine Vlies-Abschwitzdecke die Feuchtigkeit aus dem Pferdefell aufsaugt und an die Außenseite der Decke befördert. Ich habe das Gefühl, die Abschwitz-Decke hilft ihm, schneller trocken zu werden.

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Barbara und Fin bei der Deckenanprobe.

Zufälligerweise fand ich heute passend zum Thema den Artikel eines Fachtierarztes für Pferde, der auch von einem zeitweiligen Eindecken gar nichts hält. Hier der Link. Einiges, was darin steht, kann ich unterschreiben, z.B. dass ein Solarium zum Aufwärmen der Muskeln dienen kann aber nicht zum Trocknen bei einem durch das Schwitzen auf Kühlung hinarbeitenden Organismus. Den fünften Grund mit der „Wertsteigerung“ kann ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen. Aber wer weiß, was es möglicherweise alles gibt auf dieser Welt … Lesenswert finde ich den Artikel in jedem Fall. Aber dennoch: ich bringe es auch nach der Lektüre nicht über mich, ein verschwitztes Pferd im Winter ohne Decke auf den Trail zu stellen und vom kühlen Wind statt von einer Abschwitzdecke trocknen zu lassen.

24. Dezember 2016 – Heiligabend

Heute gab es eine Überraschung für mich, die mich sehr gefreut hat. Die Einsteller und Reitbeteiligungen haben gesammelt und mir … nein, nichts für’s Pferd! … eine Wellness-Behandlung geschenkt: Hände, Füße, Rücken, Massage mit salben und cremen und wohlfühlen. Einfach toll und genau das Richtige, denn die tägliche Arbeit auf dem Trail hat genau an diesen Stellen (Hände, Füße, Rücken) ihre Spuren hinterlassen. Vielen Dank, Ihr Lieben, auch vielen Dank an Otfried, der mir bereits letzte Woche ein duftendes Geschenk gemacht hat.

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Gelungene Überraschung: Barbara (li.), Annika (re.) und Yvonne, die gerade fotografiert, überreichen mir mein Wohlfühl-Weihnachtsgeschenk. (Foto: Yvonne Steinbock)

Aber das war ja noch nicht alles, denn Barbara hat für mich noch ein ganz persönliches Paddocktrail-Weihnachtsgedicht geschrieben –
und das geht so:

Von drauß vom Trail da komm ich her,
ich muss euch sagen, ich hab’s schwer.
Allüberall sah ich Äppelhaufen,
sie waren gefroren. Ich musste laufen!
Und oben auf dem Trail ganz vorn,
schauten die Pferde warten hervor.
Uns wie ich so strolcht über’n Paddocktrail-Run,
da wiehert’s mich mit heller Stimme an:
„Sylvia“, rief es, „alter Gesell‘
hebe die Gummistiefel und spute dich schnell“.
Die Heuraufen rasch gefüllt für die Pferde,
schön anzusehen die zufriedene Herde.
Shettys und Pferde sollen nun,
futtern und sonst gar nichts tun.

Von drauß vom Trail da komm ich her,
glückliche Pferde gesehen
dann ist nichts zu schwer!

Und dann ist heute noch ein besonderer Tag. Mein Neuzugang Nollaig, ein irischer Tinker, hat heute Namenstag.
Nollaig (sprich: Nolleck) heißt auf Irisch Weihnachten. Herzlichen Glückwunsch zum Namenstag, Süßer!

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23. Dezember 2016

So langsam kommt Weihnachtsstimmung auf. Wir haben die Festtage heute Mittag mit einem gemütlichen Spaziergang über den Teut eingeleitet. Mit dabei waren: Barbara mit Paddy, Sonja mit Cinderella, Annika (die Fleißige, die vorher schon einen Ausritt mit Anton gemacht hat) mit Fin sowie Nollaig und ich. Schön war’s! Das machen wir mal öfter. Spazierengehen mit Pferd schweißt Mensch und Tier zusammen.

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Unterwegs mit den Pferden: (vorn v.li.) Sonja mit Cinderella und Annika mit Fin. Dahinter der Trödler Nollaig – ganz geflasht von der Aussicht. Ob sie ihn an seine Heimat Irland erinnert? – und ich zusammen mit Wonne. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Auch unser kleines „Holla-Frollein“ Cinderella, die beim Spaziergang im Gelände schon mal eigene Ideen entwickelt,  hat sich perfekt benommen – sehr zur Freude von Sonja.

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Entspannt im Hier und Jetzt: Sonja mit Cinderella. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

18. Dezember 2016

Bilder wie diese sind für uns Paddocktrail-Betreiber und die Einsteller selbstverständlicher Alltag:

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Gemeinsames Frühstück an der Heuraufe (v.li.) Falco, Jack und Neuzugang Nollaig.

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An der ersten Heuraufe.

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Bei diesem Blick gibt es auch eine Extra-Portion in Ponyhöhe.

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Gemeinsames Fressen an der Heuglocke …

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… und danach zusammen chillen.

Unsere Pferde auf dem Paddocktrail Alverdissen haben 700 Meter Wege zur freien Verfügung – Tag und Nacht.

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Nollaig: das erste Mal auf dem Trail.

Dass das leider in Deutschland immer noch die Ausnahme ist und welche Folgen die Einzel-Boxenhaltung für das Lauftier Pferd mit seinem großen Bedürfnis nach Sozialkontakten hat, zeigt ein Film in der 3-Sat-Mediathek: hier der Link.

12. Dezember 2016 – Kutschenführerschein Pflicht ab 1.6.2017

Nun ist es offiziell. In einer heutigen Pressemitteilung informierte die FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) darüber, dass der Kutschenführerschein zum 1. Juni 2017 für alle Kutschenfahrer, die sich auf öffentlichen Straßen bewegen, verpflichtend eingeführt wird. Ich finde das sehr gut. Es ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sicherheit für Mensch und Tier. Unabdingbar ist aber – und da ist die FN in intensiven Gesprächen – auch die Schulung der anderen Verkehrsteilnehmer, beispielsweise bei den Führerscheinprüfungen.

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Mit der Kutsche im Straßenverkehr unterwegs: zukünftig nur noch mit Führerschein!

Hier der Originaltext der FN mit einem Link zur Beantwortung der wichtigsten Fragen:

Kutschenführerschein kommt

Einführung zum 1. Juni 2017 beschlossen

Warendorf (fn-press). Der Beirat Sport der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e. V. (FN) hat bei seiner Dezembersitzung die Einführung eines Kutschenführerscheins zum 1. Juni 2017 beschlossen. Jeder, der sich mit einer Kutsche im Straßenverkehr bewegt, soll demnach zukünftig über einen Kutschenführerschein A Privatperson seine Qualifikation nachweisen. Für gewerbliche Fuhrhalter gibt es einen Kutschenführerschein B Gewerbe. Warum ein solcher Nachweis nun gefordert wird und was das genau bedeutet, darüber hat FN-press mit Thomas Ungruhe, Leiter der FN-Abteilung Breitensport, Vereine und Betriebe, gesprochen.

FN-press: Herr Ungruhe, die FN führt zum Juni 2017 einen Kutschenführerschein ein. Warum?

Thomas Ungruhe: Kutschfahrer sind mit ihren Pferdegespannen häufig auch im Straßenverkehr unterwegs. Leider gibt es aber immer noch Fahrer, die über keinerlei Qualifikation verfügen. Mit Blick auf ihre eigene Sicherheit und zur Unfallprophylaxe führen wir den Kutschenführerschein ein. Er soll die verantwortlichen Personen auf dem Kutschbock dazu befähigen, ein Pferdegespann auf öffentlichen Wegen und Straßen zu führen. Hierzu wird das entsprechende Wissen rund um das sichere Fahren in Straßenverkehr und Gelände sowie um den pferdegerechten Umgang vermittelt.

FN-press: An wen richtet sich der Kutschenführerschein?

Ungruhe: Der Kutschenführerschein richtet sich an jeden, der sich mit einem Pferdegespann auf öffentlichen Straßen und Wegen bewegt und damit zum Verkehrsteilnehmer wird. Hierbei unterscheiden wir zwischen Privatpersonen und gewerblichen Fahrern. Für Privatpersonen gibt es den Kutschenführerschein A, für gewerbliche Fahrer den Kutschenführerschein B. Als gewerblicher Fahrer gilt jeder, der mit seiner Kutsche Personen oder Lasten gegen ein Entgelt bewegt. Entsprechend werden beim Kutschenführerschein B auch Themen wie Personenbeförderung, Ladungssicherheit oder das Fahren mit schwerem Zug geschult.

FN-press: Jetzt gibt es Fahrer, die bereits ein FN-Fahrabzeichen haben oder die eines ablegen möchten, um an Turnieren teilnehmen zu können. Benötigen diese Fahrer zusätzlich einen Kutschenführerschein?

Ungruhe: Personen, die bereits ein FN-Fahrabzeichen 5 oder höher abgelegt haben, können sich den Kutschenführerschein A Privatperson auf Antrag per Formblatt und Nachweis der bestandenen Prüfung ausstellen lassen. Für Fahrer mit turniersportlichen Ambitionen besteht weiterhin die Möglichkeit, an Stelle des Kutschenführerscheins das Fahrabzeichen 5 abzulegen. Dieses wird zukünftig um ein Sicherheitsmodul erweitert, sodass jeder, der das Fahrabzeichen ablegt, automatisch auch den Kutschenführerschein erwirbt.

FN-press: Bis zur Einführung des Kutschenführerscheins bleibt noch ein knappes halbes Jahr. Was geschieht nun bis Juni 2017?

Ungruhe: Wir haben bereits gut vorgearbeitet und sind jetzt natürlich intensiv damit beschäftigt, die entsprechenden Lehrgangsstrukturen zu schaffen, damit auch ab dem 1. Juni 2017 entsprechende Lehrgänge angeboten werden. Beispielsweise müssen unsere Lehrgangsleiter und Prüfer entsprechend geschult und Lehrmaterialien für die Teilnehmer erstellt werden.

Weitere Informationen, häufig gestellte Fragen und Antworten rund um den Kutschenführerschein gibt es hier.

18. November 2016 – Neues Reitrecht in NRW ab 2018

Vor wenigen Tagen, am 9. November, wurden liberalere Regelungen für das Reiten, Führen und Mitführen von Hunden … leider nicht für das Kutschefahren … in Wald und Flur beschlossen. Gültig werden sie am 1. Januar 2018.

Bislang war im Landschaftsgesetz geregelt, wo in Wald und Flur geritten werden darf. Jetzt löst das Landesnaturschutzgesetz das bisherige Gesetz ab – und alle Reiter, Fahrer, Hundebesitzer waren alarmiert. Was würde das neue Gesetz bringen? Vom generellen Verbot, einen Hund mitzuführen bis hin zum Führverbot für Pferde kursierten verschiedene Gerüchte im Vorfeld der nun erlassenen Verordnung.

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Neue Regelungen ab 2018 für das Reiten und Führen von Pferden in Wald und Flur.

Bereits frühzeitig formierten sich die Reiter und suchten das Gespräch mit den Politikern, allen voran die Deutsche Reiterliche Vereinigung, die Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer, der Islandpferde-Zuchtverband, die Deutsche Schleppjagd-Vereinigung und der Kreisreiterverband Warendorf. Es gab sogar eine Anhörung im Landtag. Das Ergebnis ist für Reiter zufriedenstellend. Für Fahrer konnten leider keine Erleichterungen erwirkt werden.

Die Regelungen im Einzelnen:

  • Das Reiten im Wald ist grundsätzlich auf allen Fahrwegen gestattet. Fahrwege sind befestigte oder naturfeste Waldwirtschaftswege.
  • Das Verbot, Hunde mitzuführen, wurde wieder gestrichen.

….

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Ja, Ihr dürft mit auf den Ausritt.

  • Das Führen von Pferden in der freien Landschaft und im Wald richtet sich nach den Vorschriften über das Reiten. Das Führen von Pferden im Wald ist darüber hinaus auf allen Wegen gestattet.

Zu guter Letzt schreibt der Pferdesportverband Westfalen in seiner gestrigen Presse-Mitteilung:
„Den Reitern fällt die Aufgabe zu, für ein gedeihliches Miteinander zu sorgen. Dazu zählt vor allem, dass die nach wie vor erforderlichen Kennzeichen mit den aktuellen Plaketten getragen werden. Hier gibt es immer noch Defizite. Ein mitgeführter Hund sollte für Waldbesitzer, Jäger und andere Erholungssuchende kein Ärgernis darstellen“.

13. Oktober 2016

So viele Wochen sind vergangen seit meinem letzten Eintrag und in Null Komma Nichts wechselte das Wetter von Hochsommer auf Herbst und kalt.

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Sommer-Ruheplatz: Paddy im Sonnenschein vor der Heuraufe.

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Herbst-Ruheplatz: der Unterstand oben auf dem Trail. Im Vordergrund: ein „panierter“ Käptn‘ und im Hintergrund versteckt: Seniorpony Sanso.

Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Unser letzter Neuzugang „Jack“ hat sich eingelebt. Es hat etwas gedauert, bis ihn die Herde akzeptiert hat, aber jetzt hat er Freunde gefunden und darf auch an den Heuraufen mit den ranghohen Pferden fressen.

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Gleich und gleich gesellt sich gern: Jack (vorn, Quarab) und Falco (Araber) beim gegenseitigen Fellkraulen.

Aber es gibt noch mehr Pferdefreundschaften auf dem Trail:

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Ein schöner Rücken …: Hennes und Paddy, zwei kleine Freunde.

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Die „alte Brigade“, die sich schon vor den Trail-Zeiten kannte, hält natürlich auch fest zusammen: Dickmann und Fin.

Außerdem haben wir unsere Pferde-Toilette mit einer neuen Lage Einstreu wieder in Betrieb genommen. Wie man sieht, funktioniert’s:

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So ist es richtig, Banner macht es vor: auf die Pferdetoilette gehen, wenn man muss und NICHT die Unterstände als Klo benutzen!

Und was ich im Herbst immer ganz besonders genieße: diese ruhige Morgenstimmung mit Frühnebel in den Tälern und der Sonne, die sich langsam erhebt.

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Herbstmorgen auf dem Teut.

24. September 2016

Heute gab es für mich mal wieder einen der seltenen Ausflüge – das Ziel: die Ausbildertagung vom Pferdesportverband Westfalen in der Westfälischen Reit- und Fahrschule in Münster.

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Eine schöne Anlage für Reiter: die Westfälische Reit- und Fahrschule in Münster.

Die Anlage der Westfälischen Reit- und Fahrschule ist ein Traum für Reiter. Die Übersichtstafel liest sich wie eine Wunschliste für jeden Pensionsstallbetreiber: Dressurhalle, Springhalle I, Paul-Stecken-Halle, Longierhalle, Außenplätze, Geländestrecke … Leider stehen die Pferde aufgrund des mit Lehrgangspferden und Ausbildungspferden ständig wechselnden Pferdebestands in Boxen (siehe Foto).

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Blick auf den Springplatz: rundherum staubt es aufgrund der Trockenheit. Auf diesem Platz sieht man den feinen griffigen Spezialsand noch feucht glänzen. Der Grund: das Floating-System im Vordergrund.

Die Tagung fand im vorderen Bereich der Dressurhalle statt. 120 Teilnehmer informierten sich zum Thema „Anfänger-Ausbildung“, bei dem die Referenten auf die unterschiedlichen Altersgruppen eingingen. Es hat sich so viel getan in der Ausbildung der Reiter. Kinder ab Kindergartenalter, Jugendliche und Erwachsene werden von pädagogisch und sportwissenschaftlich geschulten Ausbildern trainiert. Als ich Reiten lernte, war das Mindestalter 8 Jahre und den Unterricht gab ein alter Kavallerist, der – wenn uns die Übung nicht gelang – absitzen ließ und das mit einer Hand vorführte. Der Lerneffekt für den Schüler tendiert dabei gegen Null. Es gab Gruppenreiten, immer schön im Kreis herum mit zwischen 10 und 15 Pferden. Ausritte und Naturerlebnisse waren seltene Highlights.

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Blick in die Dressurhalle. Hier eine Gruppe mit Kindergarten-Kindern beim kindgerechten Reitunterricht. Im rechten Teil der Halle ein Parcours mit Koordinationsspielen, der den Bewegungsdrang der Kleinen befriedigt und Gleichgewicht, Körpergefühl und Orientierungsfähigkeit schult.

Heute wird der Reitunterricht auf das spezielle, sich im Verlauf des Lebens ändernde Lernverhalten der jeweiligen Zielgruppe abgestimmt: Kindergartenkinder, Schulkinder, junge Erwachsene, ältere Reitanfänger und Wieder-Einsteiger. Die Referenten hatten sich interessante Reitstunden-Inhalte einfallen lassen. So gab es einen Spiele-Parcours für die Kleinen. Es wurde eine Brücke zwischen Voltigieren und Reiten geschlagen mit innovativen Bewegungsübungen auf dem Pferd, die auch Erwachsene schulen.

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Eine Idee für die ersten, vom Schüler gefühlt selbständigen Reiterfahrungen erwachsener Anfänger/Wiedereinsteiger: die Langzügelarbeit.

Nach der theoretischen Einführung am Vormittag stand der Nachmittag im Zeichen der Praxis und ich habe einige Innovationen im Reitunterricht kennengelernt. Wer heute Reiten lernen möchte, ist bei den ausgebildeten Trainern wirklich in guten Händen. Es ist so vieles möglich, an das vor Jahren noch niemand dachte.

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Gute Idee für erste Natur-/Geländeerfahrungen eines Reitanfängers: das Handpferdreiten. Diese beiden Auszubildenden der Westfälischen Reit- und Fahrschule zeigten alle Gangarten plus Wasserdurchritte … und hatten das Ganze nur zwei Mal kurz geübt. Der Reiter links, ein Reitanfänger, hat zur Sicherheit auch noch einen Halsring am Pferd.

Ja, ja, im Reitunterricht hat sich viel getan. Da wird geforscht und probiert. Was an diesem Tag gänzlich, zu 100 Prozent fehlte, war das Fahren. Dort wird seit Jahren mit Fahrabzeichen unterschiedlicher Stufen die gleiche Ausbildungsschiene gelehrt, die aber – schaut man sich die Praxis an – die Schüler nur den Lehrgangszeitraum über begleitet und sie dann in eine Unterrichts-Leere entlässt. Es gibt schlicht in kaum einem Reitverein auch Fahrpferde. Ich habe die Gelegenheit genutzt und mit der Referentin Hedwig Daute aus Westoverledingen, die den Part Erwachsenen-Bildung und Gesundheitssport betreute und im Fachgremium Ausbildung tätig ist, in der Mittagspause ein langes Gespräch geführt. Sie ist selbst Fahrerin und hatte ein offenes Ohr für mein Anliegen, das ich mal so formulieren möchte: ein Fahrpferd pro Verein. Dieses Pferd ist für den Reitunterricht nicht verloren – im Gegenteil: wenn es ein Mal oder nach Bedarf auch öfter als Fahrpferd genutzt wird, dürfte es sich vermutlich zum zuverlässigsten Schulpferd des Vereins entwickeln, denn Fahrpferde sind nahezu „schussfest“. Außerdem können mit dem Angebot „Fahren im Verein“ auch die Angehörigen der Reitschüler angesprochen werden. Also: das Konzept „Ein Fahrpferd pro Verein“ hat nur Vorteile. Dieser Plan wird jetzt im Ausbildergremium der FN vorgestellt. Ich bin gespannt.

Ja, und zu Hause lief dank der Hilfe von Annika alles reibungslos und es war sogar noch Zeit für einen entspannten Ausritt am Morgen bei herrlichem Spätsommer-Wetter.

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Unterwegs auf dem Teut: (v.li.) Annika, Anneke, die Wonne und Barbara mit Fin (schwarzes Ohr). Foto: Barbara Bliemetsrieder

22. September 2016

Pferde ohne Weide? Kann das gut sein? Ist das artgerecht? Jeder, der Pferde hält, ist darauf bedacht, möglichst viel Grünland – 0,5 Hektar pro Pferd ist die Richtschnur der Landwirtschaftskammern – zur Verfügung zu haben. Vor ein paar Tagen las ich einen Artikel in einer Online-Pferdezeitung, der diese Sicht der Dinge konterkariert.

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Pferde auf der grünen Weide – so kennen wir es, so wollen wir es. Aber ist das immer gut für unsere Vierbeiner?

Hier ein Auszug aus dem letzten Abschnitt: „Den Menschen vom Gras entwöhnen! Was bleibt, ist die Umstellung von uns Menschen. Das Lösen vom Gedanken, dass das Pferd unbedingt saftiges Gras braucht oder wildes Herumrennen auf weitem Feld. Und das Annehmen der Idee, dass Heu einem kargen, stengeligen Steppengras sehr viel näher kommt und das Pferd viel mehr ständige Bewegung im Schritt braucht, als ein grasgrünes Feld“.

Die Autoren plädieren für die Haltung auf dem Paddocktrail mit – wenn überhaupt – eingeschränktem Weidegang. Hier der Link zum vollständigen Artikel.

19. September 2016

Mein rechter, rechter Platz ist frei … An dieses Kinderspiel musste ich heute denken beim Training mit Marion Eke und Hennes. Hier der Link zu ihrer Seite.

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Marion und Hennes. Den Platz an seiner rechten Seite muss man sich erarbeiten.

Beim Training mit Hennes war mir schon lange aufgefallen, dass er auf der rechten Hand ein Problem hat. Was links gut klappt – Longe, Doppellonge vor allem – ist auf der rechten Hand ein Ding der Unmöglichkeit. Hennes startet, kaum dass es rechts herum geht, nahezu unmittelbar durch und stürmt in Panik davon.

Diverse Lösungsansätze habe ich bislang verfolgt: Doppellonge mit raschen Handwechseln, Ignorieren der Panikanfälle, Gewöhnung an verschiedene Ausrüstungsgegenstände. Wenn ich ehrlich bin, hatte alles bislang wenig Erfolg und den Effekt, dass Hennes nach den Trainingseinheiten wieder in sein – eigentlich bereits abgelegtes – Verhalten „ich lasse mich nicht einfangen und auch nicht aufhalftern“ zurück fiel.

Also bin auch ich viele, viele Schritte in seiner Ausbildung zurückgegangen zu den Basics: aufhaltern lassen, am Putzplatz stehen, Hufe geben, nette kleine Zirkuslektion wie „Smile“ (danke Yvonne für den Tipp) und Leckerchen und wieder ab zurück zur Herde. Der Erfolg stellte sich ein. Hennes war wieder entspannt … bis zu einem gewissen Punkt, nämlich der „Sache mit der rechten Seite“. Ich stand nun vor der Frage, wie ich ihn weiter desensiblisieren könnte: Methode A – so lange konfrontieren und das Flüchten ignorieren bis das Pferd aufgibt und sich endlich mit dem Gegenstand seiner Furcht beschäftigt (erzwungene Auseinandersetzung mit dem Panik-Auslöser, z.B. durch Abreiben mit der so gefürchteten Plastiktüte) oder Methode B – immer im Nicht-Panik-Bereich bleiben. Ich wollte letzteres tun, aber wie? So entschied ich mich, nachdem ich Marion bei der ziemlich erfolgreichen Arbeit mit Cinderella beobachtet hatte, sie um Rat zu fragen.

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Hennes mit Marion an seiner rechten Seite und „Ungetümen“ um ihn herum: aufmerksam aber nicht panisch.

Heute war die erste Stunde und das, was ich immer gedacht habe, dass Hennes sehr, sehr lange brauchen wird, hat sich bestätigt. Macht aber nix. Hennes ist ein so tolles Pony, sehr darauf bedacht zu gefallen, „seinem“ Menschen nahe zu sein und … ja … derzeit auch noch, ihn im Auge zu behalten, vor allem, wenn er sich auf seine rechte Seite begibt. Marion erzählte mir so ganz nebenbei, dass sie auf der Kirmes – und Hennes war ja Kirmes-Pony – beobachtet hat, dass die Reitbahn-Ponys immer nur auf der linken Hand laufen. „Und wenn ich nach Stunden wieder vorbei kam: immer noch linker Hand“, sagt sie. Kurze Überlegung, woran das wohl liegen mag, da es ja ganz sicher nicht gesundheitsfördernd für die Ponys ist … Antwort: wir vermuten, dass die linke Hand uns Menschen beim Longieren angenehmer ist, weil die Peitsche dann in der geschulteren rechten Hand gehalten wird. Hennes, unser Kirmes-Pony ist also ein „Rechte Hand-I-Männchen“. Er muss rechts erst lernen, denn für Pferde ist es so: andere Seite, andere Welt. Das liegt an der Struktur des Pferdehirns, das keine Quer-Verknüpfungen herstellt. Der rote Eimer, der auf der linken Seite bereits 20 Mal gesehen wurde, muss rechts erst neu erkannt werden – und andersrum. Was mir im Zusammenhang mit Kirmes und der Vorstellung, dass Hennes dort in dieser kleinen Manege in die Runde lief, noch eingefallen ist zu seiner rechten Seite: sie ist nicht nur ungeübt, sondern sie war auch immer ungeschützt. Um die Manege herum, außen, rechts von ihm standen sicher stets ganz viele Menschen, Kinder, die ihn – ausgebunden, wie Kirmes-Ponys so ihre Arbeit verrichten müssen – ohne vorherige Ansprache klopften, anfassten, überall.

So werde ich mir jetzt das Vertrauen von Hennes auf der rechten Seite erarbeiten müssen. Es geht dabei um Mini-Mini-Schritte wie führen von rechts, stehen bleiben und es erdulden, dass ich rechts von ihm stehe, irgendwann einmal auch unerschrocken bleiben, wenn das Führseil von rechts über seinen Hals, seinen Rücken gelegt wird usw. „Das wird ein langer Weg“, erklärte Marion und schätzt 1-2 Jahre. Was für andere Pferde „normal“ ist, ein „Baby-Schritt“, das ist für Hennes ein Quantensprung. Den Anfang hat er heute gemacht und ich habe mit großer Zufriedenheit und Freude konstatiert, dass er nicht ein einziges Mal vor Angst geäppelt hat. Am Ende der Übungsstunde hing er wie eine Klette an uns, mochte sich gar nicht trennen. Es war sehr schön, ihn so zu sehen und zu spüren.

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Komm mit, kleiner Mann, auf deinem Weg in das Vertrauen.

14. September 2016

Wir haben zwar keinen Strand, aber eine (geliehene) Strandmuschel – und damit lässt sich auch schon einiges anstellen.

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(v.li.) Dickmann, Fin und Banner untersuchen das „Ufo“ auf dem Reitplatz. (Foto: Annika Steuer)

Sogar unser kleiner „Angsthase“ Hennes traut sich. So langsam ist das Pony hier angekommen. Aufhalftern ist kein Problem mehr und sogar am Anbinder kann er jetzt schon in Ruhestellung „parken“ und das Hufeauskratzen ohne Anbinden klappt auch zumeist. Kleine Schritte. Der Weg ist das Ziel.

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Schichtwechsel: (v.li.) Käptn‘, Falco und Hennes. (Foto: Annika Steuer)

Was ist das Gegenteil von Angsthase? … Fin! Nachdem er das Ufo recht schnell als harmlos eingestuft hatte, ging er zum Tinker-typischen „Ignorieren“ über und wollte einmal quer drüber stapfen. Annika konnte die Leihgabe retten.

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Fin schaut dann mal genauer hin. (Foto: Annika Steuer)

10. September 2016

Wer sein Pony liebt …

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… der geht zu Fuß. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Das sind Paddy und ich auf dem Weg nach Hohensonne. Der Name ist Programm. Es geht immer bergauf.

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Endlich auf gleicher Höhe mit Barbara und Fin. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Und von hinten kann man auch unsere ganz persönliche Sicherheitsvorkehrung für das Fahren im Straßenverkehr erkennen.

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Eigene Kreation: von den Amish inspiriert. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

31. August 2016

Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude … und die hatte ich heute gleich zwei Mal. Ich hatte bei Markus Weiss, Netzfabrik – hier der Link zur Homepage – ein Heunetz, Spezialanfertigung für die Fütterung aus der Heuglocke bestellt: mit einem Stahlring unten, damit das Netzgewebe sich immer schön nach unten zieht, stabile Qualität, 4,5 cm Maschenweite. Heute wurde es geliefert.

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Markus Weiss mit meinem schönen, neuen Heunetz.

Kaum ausgepackt, war ich total begeistert von der Qualität. Der Stahlreifen ist massiv, das Gewebe knotenlos, mindestens halbfinger-dick und kein Vergleich zu meinen bisherigen Heunetzen. Ich war gespannt, wie es den Praxistest bestehen würde.

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Fast fingerdick – das nenne ich stabil.

Die Vorfreude stieg auf dem Weg zur Heuglocke. Markus Weiss war so freundlich und trug nicht nur das Heunetz sondern erzählte mir auch etwas über seine Netzfabrik und einige illustre Kunden. So lieferte er ein Netz für Filmaufnahmen, das konisch zulaufend eine Himmelstreppe darstellt. Auch eine Künstlerin bekam für ihre Installationen ein Netz von … ich hab’s vergessen … auf jeden Fall unzähligen Quadratmetern Größe. Und dann wären da noch die Gorillas vom Osnabrücker Zoo, die auf Weiss-Netzen sicher klettern können – ebenso wie die vielen Kindergarten- und Schulkinder, die sich über die in Spielgeräten verbauten Weiß-Netze freuen.

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Frei Haus/Heuglocke-Service: Markus Weiss auf dem Weg zur Heuglocke.

Ja, und meine Vorfreude, die habe ich, wie geschrieben, nun doppelt, denn leider hatte ich mich vermessen und so ist der Stahlring zu klein für meine derzeit Riesen-Heuballen. Und dabei hatte ich es schon so sehnsüchtig erwartet!!! Aber wie war das mit dem positiven Denken? Jetzt darf ich mich erst einmal darüber freuen, dass Markus Weiss völlig unkompliziert und ohne „Meckern“ ein neues Netz für mich baut und liefert. Das bekomme ich in drei Wochen zusammen mit einem heute spontan angesichts der tollen Qualität bestellten weiteren Netz in Taschenform für die Heufutterstelle oberhalb vom Wäldchen: doppelte Vorfreude halt.

7. August 2016

Sommer, Sonne, Ekzem. Insbesondere in einer Herdenhaltung wie hier auf dem Paddocktrail gehört etwas Geschick, Arbeit und Planung dazu, ein Ekzemer-Pferd relativ beschwerdefrei zu halten. Sonja, die Besitzerin von Cinderella, hat das Sommerekzem ihrer Ponystute gut im Griff.

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Cinderella: so kann ein gut gepflegtes Ekzem-Pony im Hochsommer aussehen.

Sommerekzem – was ist das eigentlich? Das Sommerekzem ist eine allergische Reaktion auf den Speichel von Mücken. Es ist eine Allergie vom Typ 1. Damit Mücken nach ihrem Stich das Blut trinken können, sondern sie Speichel ab, der die Blutgerinnung hemmt. Hierauf reagiert das Sommerekzem-Pferd mit Jucken, Jucken und nochmals Jucken. Das kann so schlimm werden, dass die Haut wund und blutig gescheuert wird und sich weitere Entzündungen auf diese offenen Hautstellen drauf“satteln“.

Mit der richtigen Pflege aber, ist ein Ekzemer gut zu händeln.

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Cinderellas Mähne: keine offenen Stellen mehr.

Homöopathie, Entgiftung, spezielle Hauptpflegemittel und – sehr hilfreich und auch hier in der Herde gut toleriert – die Ekzemerdecke helfen den Pferden. Derzeit bekommt Cinderella Bokashi zur Darmsanierung und damit sie einen Eigengeruch annimmt, der die Mücken nicht anzieht. Außerdem erhält sie Brennnessel. Eine ausgewogene „Haut-Mischung“ aus der klassischen Homöopathie wurde vorbereitend auf die Fliegenzeit gegeben.

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Der Schweif: etwas angescheuert, aber keine offenen Stellen.

Auf den Fotos trägt Cinderella keine Ekzemerdecke, da es ein bedeckter, kühler und regnerischer Tag war. Ansonsten steht sie gut eingepackt auf dem Trail.

Sonja hat die Behandlung von Cinderella und die Gabe der einzelnen Mittel genau aufgeschrieben. Sie gibt, denke ich, auf Anfrage ihre Erfahrungen gern weiter. Kontakt über die Paddocktrailseite.

27. Juli 2016

Eigentlich wissen wir es, oder? Der Pferderücken ist die schwächste Stelle des Pferdes: lang, der Schwerkraft ohnehin ausgesetzt, denn an ihm ist bereits das Gewicht der inneren Organe befestigt. Und dann setzen wir uns mit geschätzten 60 bis 80 Kilo eines durchschnittlichen Reiters plus Westernsattel von rund 15 Kilo, also knapp zwei Zentnern auch noch auf das Pferd drauf. Kann das gut gehen?

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Tinker Fin. Man sieht deutlich, wo der Reiter später sitzen wird.

Nein, das sagt zumindest das Tier Natur Zentrum in diesem You Tube-Video. Die Folgen des Reitens, die dort beschrieben werden: bereits nach wenigen Minuten wird der Rücken taub; Muskeln können absterben; Nervenbahnen werden geschädigt – und das alles auch bei korrekt sitzendem Sattel und durchdachtem Training. Zugegeben: die Sprecherin ist etwas nervig; das Video kein technisches Meisterwerk – aber es ist ganz sicher ein Denkanstoß.

Ich habe mich ja mittlerweile fast komplett dem Fahren verschrieben. Mein Gefühl: wenn Pferde behutsam an die Kutsche gewöhnt, korrekt gefahren und als Freizeitpartner, nicht Leistungsträger geschätzt werden, dann ist Fahren pferdeschonend. Wenn ich auf dem Kutschbock sitze und sehe, wie locker und entspannt die Pferde traben – frei schwingender Rücken, pendelnder Schweif, abschnaubend – dann geht mir das Herz auf.

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Shetlandpony Käptn‘ auf dem Fahrplatz.

22. Juli 2016

Fütterung in der Herdenhaltung. Das ist bei den unterschiedlichen Ansprüchen der Pferde immer wieder ein spannendes Thema, zu dem ich bereits viel geschrieben habe. Anfügen möchte ich heute nur noch eine kleine persönliche Erfolgs-Notiz. Nach langer, langer Krankheits-„Durststrecke“ mit Fehldiagnosen, immer wieder wechselnden Lahmheiten, Hufrehe oder Hufgeschwür oder Huflederhautentzündung weiß ich seit einigen Wochen endlich, was mein Tinker „Fin“ wirklich hat: PSSM.

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Fin im Alter von zwei Jahren, kurz bevor er zu mir kam. (Foto: Heidy Larisch)

Bei seinem Vater wurde diese Stoffwechselkrankheit – vergleichbar mit Diabetes beim Menschen – jetzt festgestellt. Vererbung an die männlichen Nachkommen: 90 Prozent. Wer sich „schlau“ machen möchte: es gibt auf Facebook eine sehr gute Gruppe dazu.

Seit ich die Diagnose habe, halten wir eine strenge Diät ein: kein Zucker, keine Stärke, viel Bewegung, Hufbeschlag vorn mit Duplo-Kunststoff-Eisen dazu 24 Stunden Heu aus Slow Feed-Netzen/Raufen. Gerade diese 24 Stunden-Fütterung – wohl gemerkt: eingeteilt, slow feed – ist für PSSM-Pferde (und ich behaupte für alle Pferde PLUS – und dafür ist der Besitzer verantwortlich – ausreichend Bewegung) sehr wichtig.

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Fin und ich beim Dressur-Training. (Foto: Annika)

Heute läuft Fin (fast) wieder wie ein „junger Gott“. Typisch PSSM-Pferd muss er sich erst einlaufen, aber dann geht’s ab, wie man sieht:

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Der brave Fin mit Fahranfängerin Annika zum ersten Mal an den Leinen, daneben S-Fahrer und Trainer Diethelm Kneifel. Bei dem Foto geht mir das Herz auf.

17. Juli 2016

Und wieder haben sich interessierte Pferdebesitzer den Paddocktrail Alverdissen angesehen.

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Susanne Fleer-Ellerbrake und Dirk Ellerbrake aus Herford holten sich Tipps für ihren geplanten Pferdestall-Umbau.

Die Beiden besitzen ein 16jähriges Quarterhorse und einen 2jährigen Freiberger aus der Tierrettung. Er kam für die kürzlich verstorbene alte Stute. Die Stute, ein Großpferd, wurde – und diese Zahl muss man sich jetzt mal auf der Zunge zergehen lassen – 36!!!! Jahre alt. Eine tolle Leistung der beiden Pferdebesitzer, die ihrem Tier ein so langes, schönes Leben ermöglichten. Damit das Pferdeleben in Herford zukünftig noch schöner wird, planen die Beiden einen Paddocktrail im Kleinformat. Er soll das schöne Ambiente für das von Susanne Fleer-Ellerbrake zusätzlich zu ihrer Unternehmsberatung geplante Horsewalk-Coaching werden. Mehr Infos zu Susanne Fleer-Ellerbrake hier auf ihrer Internetseite.

Wir vom Paddocktrail Alverdissen wünschen gutes Gelingen, auch jeweils 36 schöne Lebensjahre für die beiden anderen Pferde … im Pferdeparadies Paddocktrail … und danken für die großzügige Spende für unser Tierschutzpony Paddy.

16. Juli 2016

Unser Neuling Jack darf jetzt schon ganz nah bei der Herde stehen. Er ist immer noch vorsichtig, aber seitdem unsere einzige Stute Cinderella ihre weibliche Seite entdeckt hat und rossig wurde, ist Jack ihr zumindest zweitbester Freund, wird nicht mehr gejagt und hat somit auch ein besseres Standing in der Herde. Er steht mit fast allen Pferde ziemlich entspannt an den Heuraufen und in direkter Nähe, wenn – wie auf dem Foto – Siesta in der Mittagshitze angesagt ist.

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Die Senke oben am Hang mit den großen, Schatten spendenden Bäumen als Ruheplatz für Banner, Falco, Anton und die Ponys Käptn‘ und Paddy. Jack (nicht im Bild) steht links von ihnen, ganz in der Nähe.

Das Klappern der Hufe kündigte es an. Nachbar Frank Klingenberg war wieder mit seiner Kutsche unterwegs. Er ist einer der wenigen, in Lippe noch aktiven Schützenfest-Fahrer. Heute Nachmittag trainierte er seinen Vierspänner für den morgigen Einsatz beim Schützenfest in Bad Lippspringe.

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Was für ein langes Gefährt: der Vierspänner des Nachbarn bei der Sonntags-Trainingsfahrt.

15. Juli 2016

Entspanntes Pferdeleben auf dem Paddocktrail Alverdissen. Norweger Piet schläft den Schlaf des Gerechten und hat nicht einmal bemerkt, wie sich Besitzerin Anneke näherte, um zu fotografieren. Das ist Sicherheit und Wohlbefinden in der Herdengemeinschaft.

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Anneke: „Man achte auf die Nase“. (Foto: Anneke Matthis)

Nach dem Foto ist Piet tiefenentspannt auf die Seite gekippt und davon aufgewacht.

8. Juli 2016

Wer einen Paddocktrail betreibt, möchte alles lesen, was es zu diesem Thema gibt. Daher verfolge ich unterschiedliche Blogs und auch Posts in Facebook, wo es eine Gruppe „Paddocktrail – Koppelparadies“ gibt. Aktuell geht dort gerade eine Frage zur artgerechten Heufütterung um: Raufen, Heunetze oder kleine, auf den Wegen verteilte Haufen?

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Heufütterung „Hennes Spezial“ – HINTERM Zaun. (Foto: Yvonne Steinbock)

Ganz passend dazu habe ich einen Artikel in dem Internet-Pferdemagazin Equimondi gefunden, der genau diesen Fragen nachgeht. Überliest man mal die deutliche Werbung, die der Artikel enthält, bietet er viele nützliche Infos.

Fazit: Heu ad libidum – so wie auf dem Paddocktrail Alverdissen – ist für den Dauerfresser Pferd das Optimum. Heu in anatomisch richtig angepassten Heuraufen – auch die gibt’s bei uns – ist besser als Bodenfütterung. Angesprochen wird das Problem Heunetzfütterung contra anatomisch korrekte Fresshaltung sowie die Frage, wie man eine Dauerfütterung bei leichtfuttrigen Pferden gewährleisten kann ohne Überfütterung. Also alles in allem interessant zu lesen und hier ist der Link.

Zum Thema 24 Stunden-Heufütterung und dicke Pferde hat sich Tanja Romanazzi, die auf Gut Heinrichshof Deutschlands wohl größten Paddocktrail betreibt und bereits einige Jahre Erfahrungen mit dieser Haltungsform hat, Gedanken gemacht. Ihre Lösung: mehr Heufutterstellen, um das Wandern noch mehr anzuregen sowie Einbau von „Fressverzögerern“ wie das baumelnde „Heu-Toy“ und natürlich Abdeckungen über Heukisten. Ihren Artikel gibt es hier.

Vor allem, wenn man Tanjas Eintrag liest, wird deutlich, dass eine artgerechte Pferdehaltung viel Arbeit bedeutet. Manchmal fragt sich sicherlich jeder Stallbetreiber: Warum mache ich das eigentlich? Ich habe die Antwort darauf per Whats App-Foto von meinen Einstellern bekommen:

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„Guckt mal wie der lächelt …“ (Kommentar und Foto: Carmen Wuttke)

4. Juli 2016

Montag – und es war wieder viel los in und um den Trail.

Der erste Blick geht zu unserem Neuankömmling Jack. Er hat sich – weil er schlau ist – unter die Obhut von Herdenchef Anton begeben, dem er sich bedingungslos anschließt. Im Gegenzug schützt Anton ihn vor dem Rest der Bande, die überwiegend friedlich ist, aber Jack dennoch zeigt: Ich schon länger hier, Du hinten anstehen.

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Abstand halten: Neuling Jack mit Dickmann und Käptn‘, der mal wieder meint, er wäre schon groß … groß genug für die Heuraufe.

Mittags um 13 Uhr gab es dann eine Versöhnung. Schmied Stefan Büscher war da: Umbeschlag bei den Duplo-Kunststoffbeschlägen von Fin. Fin und Stefan haben bereits einige Scharmützel untereinander ausgetragen. Fin fand Stefan doof in Erinnerung an das Lokalisieren und Aufschneiden seiner Hufgeschwüre. Stefan fand Fin doof in Erinnerung des Nicht-Still-Stehen-Wollens, das aus Fins Sicht völlig verständlich war. Seit dem Duplo-Beschlag ist Ruhe mit Hufgeschwüren und Fin und Stefan wieder beste Freunde. Beweisfoto!!!!

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So lässt sich’s leben. Schmied Stefan Büscher mit Fin und seinem Sohn Tim, der im Hintergrund fleißig ist.

Und weil Stefan heute so glücklich war, hat er mir noch ein Geschenk gemacht:

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Mini-Pony-Hufeisen in 7 Mal Null. Ob die der Pony-Bande passen?

Nachmittags um 17 Uhr hieß es dann: Kinderbelustigung im Fahrverein Lippe mit Paddy und Käptn‘. Was bin ich stolz auf meine Ponys! Im größten Kinder-Gewusel blieben sie gelassen und zeigten sich absolut brav mit unterschiedlichen Fahranfängern zunächst beim Putzen …

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Früh übt sich. Gute Arbeit am Huf mit einem braven Käptn‘.

… dann an den Leinen …

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Paddy mit mir „on the job“. Zur Sicherheit ist am Pony eine Longe befestigt. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

… und sprangen auch noch zum Hundersten Mal über die Hindernisstangen beim Pony-Führen.

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Käptn‘ sportlich. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

2. Juli 2016

Ja, ja, Jack sollte sich so langsam an den Rest der Bande gewöhnen, aber dann kam alles ganz anders. Schritt Eins war wieder die Runde über den Trail während die anderen Pferde auf der Weide grasen.

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Absolut gelassen: Jack lernt den Trail kennen mit Besitzer Otfried und Maja.

Jack war so cool – absolut erstaunlich und es war sehr berührend zu sehen, wie eng das Band zwischen Jack und seinem Besitzer Otfried ist. Jack stürmte nicht etwa zu den anderen Pferden, sondern blieb in dieser für ihn unsicheren Situation bei seinen Menschen. „Wir kennen uns von der ersten Minuten seines Lebens“, sagt Otfried.

Gut, also die Runde über den Trail hat geklappt. Dann holen wir mal den Chef dazu. Kurzes Beschnuppern, ein Mal muss Anton „den Hengst“ rauskehren und mit dem Vorderbein aufstampfen. Dann war die Sache klar und

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Jack folgt Anton.

Na, das war ja problemlos. Dann holen wir doch Nummer Zwei in der Rangfolge auch mal dazu: Fin – natürlich auf dem Fuße verfolgt von Dickmann.

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Dasselbe Bild: Jack schließt sich an.

Tja und nach Absprache mit dem Besitzer wagen wir heute die schnellste Herden-Zusammenführung ever im Paddocktrail Alverdissen: ein Tag.

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Küßchen von Banner: Jack ist Teil der Herde. (Foto: Maja Müller)

1. Juli 2016

Kaum wieder zu Hause, geht es gleich los: ein neues Pferd zieht ein.

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Jumping Jack Flash – ein 12-jähriger Quarab (Quarterhorse-Araber).

Die ersten Tage wird er in der Eingewöhnungsbox verbringen und so langsam seine neue Herde kennenlernen.

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Gerade angekommen: Jack mit Maja, der Tochter von Jacks Besitzer.

26. Juni bis 1. Juli 2016

URLAUB!!! … und pferdefrei. Na ja, nicht ganz.

Am Sonntag haben mein Hund Wonne und ich uns auf den Weg nach Malente/Ostholtstein gemacht für einen Kurzurlaub, der eigentlich ohne Pferde geplant war. Aber schon auf dem Hinweg ging’s nicht ohne Hottels.

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Pferde vor der Immenhof-Kulisse Gut Rothensande, das gerade zum Reiterhof ausgebaut wird.

Wie sagt Janosch so schön??? „Man sitzt in der Regel zu selten am Meer“. Stimmt. Deshalb haben wir uns am Dienstag einen ganzen Tag Ostsee gegönnt an der hundefreundlichen, total ruhigen Hohwachter Bucht.

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Wonne am Meer.

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Wonne am Meer, Teil 2: „Ich kenn dich nicht, aber lass uns spielen“.

Nach dem Meditieren am Meer, ging es weiter – Meditieren in Eutin auf der Terrasse unserer schönen Ferienwohnung.

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Blick auf den Sibbersdorfer See.

Zack, waren die vier Tage auch schon wieder rum. Aber auf dem Rückweg gab’s dann nochmals „Pferde satt“, nämlich Freiberger in der nördlichsten Freiberger Zucht Deutschlands bei Anja Klevesahl in Poggensee. Hier ihre Internetseite.

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Ich bin verliebt in Anny, ein drei Wochen altes Freiberger-Fohlen. (Foto: Anja Klevesahl)

Anja kenne ich vom Trainer C Fahren-Lehrgang. Ihr Freiberger-Gespann hat auch mich durch die Prüfung „geschaukelt“. Ich habe ihre Freiberger als absolut zuverlässige, freundliche, unkomplizierte Pferde kennengelernt – absolut klar im Kopf. Das hat mich sehr beeindruckt und noch mehr beeindruckt hat mich die Bekanntschaft mit einer 67-jährigen Reitanfängerin, die sich mit einem 5-jährigen Freiberger aus Anjas Zucht ihren großen Traum vom eigenen Pferd und dem Reiten erfüllt hat. Zu sehen, wie Hannelore um ihr Gleichgewicht im Sattel bemüht, die ersten Schritte im Trab sitzt und dabei strahlt vor Glück während ihr Pferd alle, aber auch alle Reiterfehler verzeiht und im Zweifel einfach stehenbleibt. Toll! Weiter so, Ihr Beiden!

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Hannelore und Erado mit meiner Gastgeberin Anja Klevesahl.

Urlaub – was war das schön. Zwar ist er nun vorbei, aber ich kann ja immer noch davon zehren und träumen wie ….

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… die süße Anny.

20. Juni 2016

Doch, es gibt sie, die Zeiten, in denen ich weder hinter der Schubkarre herlaufe, noch am Schreibtisch Texte schreibe und auch mal nicht auf dem Kutschbock oder (ziemlich selten in letzter Zeit) im Sattel sitze. Diese „blaue Stunde“, sommers draußen auf dem Hof und im Winter vor dem Kamin, genieße ich mit einem Buch. Zugegeben: meistens ist es ein Pferdebuch. Aktuell lese ich mit Begeisterung das Buch von Annika Markgraf von der Pferdeschule Weser-Ems – hier der Link zur Seite.

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Als erstes ist mir der angenehm weiche, aber strapazierfähige Einband aufgefallen. Ich mag einfach diese steifen Buchdeckel nicht. Dieses Buch nehme ich problemlos mit auf den Reitplatz. Es ist irgendwie … unkompliziert in Format und Material.

Kaum aufgeschlagen war ich gleich begeistert von der liebevollen Gestaltung mit vielen Fotos, netten Zeichnungen, kleinen Schnörkeln, bei denen immer wieder Motive aus dem Zirkus aufgenommen werden. Dennoch geht diese Kreativität nicht zu Lasten der Übersichtlichkeit. Systematisch wird der Leser durch das Buch geführt – mit Überschriften, Spickzetteln und „Wichtig-Kästen“.

Inhaltlich hat mich das Buch ebenfalls komplett überzeugt. Sehr angenehm, wie die Autorin zunächst über sich erzählt. Klasse, dass sie Kapitel wie „Rücksicht auf die Tagesform“, „Pausen“ und „Freiwilligkeit“ eingebaut hat. Mein erstes Aha-Erlebnis hatte ich in dem Kapitel „Happy Tone“, in dem die Autorin betont, wie wichtig eine positive Sprache in der Pferdeausbildung ist. Man lobt sein Kind, seinen Hund und was hört man im Reitstall??? Energische Kommandos, Militärton – ein „Steh“, womöglich noch zusammen mit einem Ruck im Maul. Diese Ruppigkeit im Umgang mit Pferden entspringt – und das ist jetzt meine ureigene Meinung – oftmals einer großen Unsicherheit, hinter der in Wirklichkeit Angst steckt. Annika Markgraf verfolgt einen ganz anderen Ansatz, nämlich die positive Verstärkung mit Clicker-Training.

Von den Basics der Ausbildung mit Futtererziehung beim Clickern, den Grundbegriffen des Clickerns über den Nutzen von Zirkuslektionen bis hin zu der Erklärung der verschiedenen Kunststücke, die über das übliche Kompliment, Bergziege, Spanischer Schritt hinausgehen, ist in dem Buch alles drin, was man über Zirkuslektionen mit Pferden wissen muss.

Bei mir ist angesichts von Übungen wie Hula Hoop, Teppich ausrollen, Weihnachtsbaum schmücken, Wäsche aufhängen, die reichlich Spaß versprechen, eine Projektidee gewachsen. Ich will jede Woche eine Übung trainieren. Mit welchem Pferd/Pony weiß ich noch nicht. Ich fange erst einmal mit dem Hennes an. Der kleine Kerl ist wirklich traumatisiert und wird aus diesem Grund auch nicht zu Sandra Schneider „Die Pferdeprofis“ gehen. Voraussetzung für seine Teilnahme war nämlich, dass Hennes geschätzte ein bis zwei Monate bei Sandra auf dem Rosenhof steht. Das – so haben die Besitzerin und ich beschlossen – können wir diesem Sensibelchen, das bereits durch so viele Hände ging und hier gerade angekommen ist, nicht zumuten.

Also erst einmal zur Abwechslung zwischendurch Zirkus-Training für Hennes, denn an der Doppellonge macht er gerade Riesen-Rückschritte statt Fortschritte. Bereits beim Anlegen von Geschirr und Schweifmetze, was er vorher zwar in sich gekehrt, aber routiniert mitmachte, bekam er gestern Panikanfälle. Da geht also gerade nicht so viel. Wir steuern gegen mit Bachblüten und … ja … Zirkuslektionen, die nicht nur „Dönnekens“ sind, sondern die Beziehung Pferd-Mensch festigen und beiden jede Menge Spaß bringen. Und Spaß ist etwas, das Hennes im Umgang mit Menschen gut tun würde.


16. Juni 2016


Nahkauf Alverdissen. Unser kleines Dorf hat seit einem Monat wieder einen Laden, in dem man alles bekommt – von Obst, Gemüse, Möhren über Kaffee, Tee, Katzenfutter bis zum Magnum-Eis, das meine Begleitung Josie und ich uns schmecken ließen.

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Käptn‘ verspeist seinen Apfel, den er von dem netten Ladenbesitzer geschenkt bekam. „Vielen Dank, Onkel Pankraz“, sagt das brave Pony. (Foto: Josie Knaup)

Ich finde unseren Dorfladen richtig gut und kaufe da ein – normalerweise mit dem Auto, aber heute erstmals mit dem 1 PS-Shopping-Cart.

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On the road to Alverdissen: ein fleißiger Käptn‘. Zur Sicherheit hält Josie noch die Longe. (Foto: Josie Knaup)

Auf dem Weg in den Ort begegnete dem kleinen Käptn‘ so ziemlich jegliche Herausforderung der modernen Welt: LKW, Busse, Trecker, Schweinetransporter, die schlagende Kirchturmuhr, Nahkauf-Flaggen, klappernde Anhänger, die Brücke über der Extertalstraße mit LKW-Verkehr unter ihm und auf dem Rückweg der Nachbar, der auf dem schmalen Grasweg, den wir wählten, mit seinem Rasenmähertraktor unterwegs war. Käptn‘ hat das alles prima gemeistert. Verkehr jeglicher Art – und sei er auch noch so groß, laut oder schnell – stört ihn überhaupt nicht. Lediglich Hofeinfahrten mit Steinen, die sich – uih!!! – BISLANG nicht  bewegten, aber ja bewegen KÖNNTEN, sind ihm noch nicht ganz geheuer. Dann bleibt der kleine Kerl wie angewurzelt stehen oder macht sich ganz hohl. Aber wir konnten ihn immer schnell zum Weitergehen animieren.

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Feines Pony: Josie, Käptn‘ und ich in Alverdissen City. (Foto: Jakob Pankraz, Nahkauf Alverdissen)

15. Juni 2016

Ich LIEBE Pferdefilme. Ihr auch? Ja? Na, dann ist das hier genau das Richtige: 3 Tage Pferdefilme satt – vom Spielfilm über das Lehrvideo bis zur Doku.

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Das „Cannes“ der Pferdefilme, die Equinale – hier der Link zur Webseite – findet in einer der schönsten Landschaften Deutschlands statt – auf einem Gutshof in Mecklenburg-Vorpommern.

14. Juni 2016 – 10 Uhr

Haflinger Andro ist verkauft und heute in sein neues Zuhause umgezogen.

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Tschüß Andro. Tschüß Fabijenna. Macht es gut. Es war schön mit Euch.

13. Juni 2016

Mein Thema heute ist eines, das mich schon lange bewegt: Das Liegeverhalten von Pferden im Offenstall. Kommen Pferde im Offenstall wirklich zur Ruhe? Welche Anforderungen haben sie an die Liegeflächen? Diesen Fragen gingen jetzt Miriam Baumgartner, Margit H. Zeitler-Feicht, Anna-Carolin Wöhr, Heike Wöhling und Michael E. Erhard in einer Doktorarbeit nach.

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Paddy ruht sich aus. Er ist ein Pferd, das sich überall hinlegt und im dicksten Gewimmel noch entspannten Tiefschlaf hält.

Die Tierheilpraktikerin und Pferde-Osteopathin Barbara Rilling – hier der Link zu ihrer Webseite – hat die Kernaussagen der wissenschaftlichen Ausarbeitung zusammengefasst. Vielen Dank, dass ich den Text verwenden darf.

Das Liegeverhalten von 56 Pferden in einem Offenstall mit getrennten Funktionsbereichen wurde an jeweils 6 Tagen je Jahreszeit videotechnisch analysiert. Als Unterlagen waren Gummimatten, teilweise mit Sägespäneeinstreu, Sand, Sandplatz genannt. Die Hauptliegephase mit 72 % lag zwischen 0 und 6 Uhr. Durchschnittlich ruhten im Liegen 67,3 % der Pferde. Dies unterstützt alte Aufzeichnungen, in denen man beobachtete, dass nicht jedes Pferd täglich zum Abliegen kommt. Dieses Verhalten scheint jedoch nicht belastend für die Pferde zu sein (Normalverhalten). Am meisten legten sich die Pferde in den Liegehallen ab (durchschnittlich 3,2 x/Tag). Im Unterstand waren es fast 50 % weniger und am wenigstens waren die Pferde auf dem Sandplatz gelegen (ca. 1,3 x/Tag). Je größer die Liegeflächen einer Liegehalle, umso mehr Pferde kamen darin zum Ausruhen und Abliegen. Daraus resultiert die Empfehlung die Liegeflächen im Offenstall doppelt so groß anzulegen, als die Mindestanforderungen in den Leitlinien (3 x Widerristhöhe²/Pferd). Die Pferde legten sich auf reine Späneeinstreu minimal länger ab als auf Gummimatten mit Minimaleinstreu. Pferde, welche keine Gummimatten-Erfahrungen hatten, legten sich im Gegensatz zu manchen anderen Erfahrungswerten, genauso oft auf den Gummimatten mit Minimaleinstreu ab, wie die anderen Pferde. Im Jahresverlauf wird in den heißen Monaten mehr geruht als in den kälteren Monaten (Reihenfolge Sommer, Herbst, Frühling, Winter). Bei Temperaturen unter 10 Grad C verlagerten sich die Liegeplätze fast ausschließlich auf die Liegehallen. Rangniedrige Tiere ruhten generell weniger und kürzer als ranghohe Tiere (vor allem den Liegehallen). Jede 6. Liegephase wurde nicht freiwillig beendet, sondern durch Störung von Herdenmitgliedern hervorgerufen. Je jünger das Pferd, desto öfter (fast doppelt so lange als Pferde zwischen 11 und 25 Jahren und mit 3,5 gegenüber 2,6 mittlere Liegephase pro Pferd/Tag) und länger waren die Ruhephasen (vor allen in den Liegehallen). Ein erhöhter Ernährungszustand führte zu längeren Ruhephasen im Liegen. Möglicherweise ist hier die gesteigerte Belastung der Gliedmaßen im Stehen ein Grund. Fazit: Ein Offenlaufstall, der über ausreichend große bemessene Liegeareale und Liegematerialien wie Späne, Gummimatten mit Minimaleinstreu und Sand verfügt, entspricht dem Liegeverhalten einer tiergerechten Haltung für Pferde. Minimaleinstreu bedeutet, Gummi- oder PVC Matten mit Sägespäne oder Strohhäcksel leicht bedeckt (Verhindert das Bespritzen des Bauches beim Urinieren). Stallmatten ohne Einstreu sind nicht tiergerecht, auch bei mehrmaliger Säuberung nicht. Die lichte Deckenhöhe bei Neubauten sollte mind. 2 x Widerristhöhe sein (d. h. bei 1,65 m Stockmaß 3,3 m!) In unseren Breitengraden is eine überdachte Liegefläche unerlässlich, um einen stets trockenen Liegeplatz zu garantieren. Offenstallkonzepte und Liegehallen müssen den Bedürfnissen der Pferde und den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden und sollten langfristig und gründlich durchdacht werden.

www.pro-horse-consulting.de , Barbara Rilling, Juni 2016

Im Paddocktrail Alverdissen gibt es die geforderten groß bemessenen Liegeplätze – und was mir wichtig ist – an unterschiedlichen Stellen, so dass auch rangniedrige Pferde in Ruhe schlafen können.

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Gute Nacht, Anton, und schöne Träume. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

10. Juni 2016

Was für ein herrliches Sommerwetter! Die Pferde genießen ihre Schattenplätze auf dem Trail und vier Stunden Weidegang.

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Die Herde auf dem Weg zum täglichen Weidegang.

7. Juni 2016

Heute war Hennes im „Josie Haarstudio“.

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Konzentrierte Arbeit: Josie flechtet Hennes einen Barock-Zopf.

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Kleines Pony – ganz schick.

4. Juni 2016

Unser erster von der Paddocktrail-Gemeinschaft organisierter Kurs fand statt. Bei herrlichem Sonnenschein beschäftigten wir uns mit dem Thema „Doppellonge“. Unsere Kursleiterin war Laura Harmening von Lauras Hof aus Minden – hier ihre Webseite. 

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Zu Besuch bei uns: Kursleiterin Laura Harmening mit Pony Benny.

Als erstes lernten wir … nein, als erstes frühstückten wird. Das muss auch sein.

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Stärkung vorab: (v.re.) Sonja, Josie, Elke, Kursleiterin Laura und ich. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Aber jetzt: wir lernten zunächst etwas über das notwendige Equipment – von der Unterlage unter dem Longiergurt über geeignete Gebisse bis hin zur Doppellonge selbst. Danach ging es an die Praxis. Erster Schritt: das korrekte Aufnahmen der Doppellonge mit immerhin einer Länge zwischen zwölf und achtzehn Metern.

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Keine „Häkelarbeit“ bitte. Laura zeigt das korrekte Aufnehmen der Doppellonge.

Danach gab uns das perfekt ausgebildete Welsh-Pony „Benny“, das Laura als Anschauungsobjekt mitgebracht hatte, einen Ausblick darauf, was alles mit der Doppellonge möglich ist und dann ging es auch schon los mit unserem ersten „Aspiranten“: Norweger Piet. Der stellte uns gleich vor die interessante Frage: Was ist zu tun, wenn ein Pferd sich durch Aufrollen der Anlehnung und Hilfengebung entzieht? Antwort von Laura: NICHT – wie häufig gemacht – nachgeben, vorgeben, denn das wäre Belohnung für ein nicht korrektes Verhalten, sondern dranbleiben aber jedes kleinste Abstrecken in Richtung Gebiss sofort belohnen.

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Rollkur? Nein. Piet zeigt ein bei Pferden häufig vorkommendes Meideverhalten: er entzieht sich der Anlehnung und geht hinter dem Zügel.

Nach Piet waren Barbara und Fin dran. Fin kann endlich wieder einigermaßen laufen. Leider haben wir die niederschmetternde Diagnose erhalten, dass sein Vater positiv auf die Stoffwechselkrankheit PSSM getestet wurde. Dies erklärt Fins wechselnde Lahmheiten über all die Jahre. Nach einer Futterumstellung und einem Beschlag mit Duplo-Kunststoff-Eisen läuft Fin zum Glück wieder weitestgehend beschwerdefrei.

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Barbara, die bislang keine Erfahrung mit der Doppellonge hatte, mit Fin … und Hilfestellung Laura.

Und jetzt, ja jetzt kam DER große Auftritt von Barbara und Paddy. Als nachträgliches Geburtstagsgeschenk für mich hatte sie mit unserem Kleinsten eine Zirkusvorführung einstudiert. Es war richtig toll anzusehen, wie Paddy in der Freiarbeit folgte … und – wie er es gelernt hatte – durch Abwenden und manchmal auch ein bisschen Zu-Barbara-Hochschielen – seine Leckerli-Belohnung einforderte. Vielen Dank, Ihr Beiden!

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Stolz: Barbara mit „Zirkuspony“ Paddy.

Ring frei für das nächste Doppellongen-Paar: Elke mit unserem Herdenchef Anton.

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Flott gemacht: Laura holt zusammen mit Elke den „Cheffe“ Anton aus seiner Schlür-Schritt-Komfortzone.

Anton ist ein nettes Pferd, ein echter Gentleman, weise und abgeklärt … und nicht dumm. Er macht alles, was man von ihm verlangt, aber eben in seinem Tempo.

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Ganz schön anstrengend: Elke, unterstützt von Laura.

Nun das nächste Paar: Sonja mit Cinderella. Nach einem ruhigen Start kam auch Sonja ganz schön auf Trab. Pony und Besitzerin machten ihre Sache wieder prima.

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Ganz entspannte Einweisung: Sonja mit Laura und Pony Cinderella.

Zu guter Letzt war ich dran. Weil Lauras „Mitbring-Pony“ Benny früher ähnliche Probleme beim Fahren machte und auch ein solches Sensibelchen wie Hennes ist, haben wir uns entschieden, den kleinen Mann an die Doppellonge zu nehmen. Wie gewohnt, zeigte Hennes seine Probleme: kaum auf der rechten Hand angekommen, versuchte er durchzustarten. Irgend etwas muss da mal gewesen sein. Bislang habe ich „die Raserei“ stets in aller Ruhe „ausgesessen“ bis er sich beruhigte. Laura hatte aber eine viel bessere Idee, die prima funktionierte: wir „überschreiben“ Hennes‘ Automatismus „rechte Hand – ich starte durch“ mit ständigen Handwechseln, bei denen der Clou aber ist, dass ich immer rechts von ihm bleibe. Konkret heißt das: Slalom um Pylonen, rechts, links, rechts, links. Man konnte bei den ersten Runden richtig sehen, wie das Pony ansetzte, aber schwupp, waren wir schon wieder mit dem Links-Bogen beschäftigt und ich immer noch rechts von ihm. Das Fragezeichen über Hennes‘ Kopf war deutlich sichtbar. Nach wenigen Runden durch die Pylonen wurde Ponychen ruhig, aufmerksam und dann … gaaanz müde, denn er hat viel nachdenken müssen.

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Hennes und ich und die Pylonen, die uns seit diesem Tag häufig im Training begleiten. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Fazit nach einem lange, interessanten Kurstag: es war spannend, interessant, gemütlich, gesellig, lehrreich und vielleicht der Auftakt zu noch so manch anderem Kurs, den wir gemeinsam hier als Paddocktrail-Stallgemeinschaft organisieren und bestreiten.

27. Mai 2016

Die Antwort „vom Fernsehen“ ist da: Hennes ist bei der nächsten Staffel von „Die Pferdeprofis“ dabei.

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Hennes, Du kleine Zwerg-Nase. Du kommst ins Fernsehen!

Guten Morgen liebe Sylvia,
ich melde mich mit guten Nachrichten. Der Sender möchte Hennes und dich gerne in der kommenden Staffel dabei haben. Wann wir genau anfangen zu drehen, kann ich dir kommende Woche sagen. Jetzt freu ich mich erst einmal auf die Zusammenarbeit mit euch.
Ganz liebe Grüße,
Petra

Tolle Sache! Nun bin ich gespannt, wie es weitergeht. Allerdings habe ich auch ein wenig Bauchschmerzen, den Hennes, der sich hier so gut eingelebt hat, nach Köln zu bringen. Die Dreharbeiten finden bei Sandra auf dem Hof statt – verständlicherweise, denn dort hat sie die besten Trainingsbedingungen. Mal schauen, ob ich das dem Zwerg erklären kann.

Aufregend war es heute noch aus einem zweiten Grund: ein Schwarm ausgebüxter Bienen hat sich ausgerechnet oben auf dem Trail zwischen den beiden Heuraufen niedergelassen.

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Sieht wenig aus – aber es sind Tausende Bienen, auf dem ganzen Stamm verteilt.

Was nun? Rettung kam durch den Imkerverband, Frau Schäche-Feldmann, die mir einen Imker in Barntrup vermittelte, der tatsächlich keine halbe Stunde später anrückte.

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Imker Andreas Bartel (li.) und Igor Jessin machen sich bereit.

Aus sicherer Entfernung habe ich die Aktion dokumentiert. Die Bienen wurden abgeschüttelt in einen Eimer – in der Hoffnung, dass die Bienenkönig dabei ist.

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Einige Stiche gab es für Andreas Bartel, der sich hier anschickt, die Bienen vom Stämmchen zu schütteln.

Nach der Aktion sitzen immer noch Bienen an Zaun und Stämmchen, die sich aber nach Aussage des Imkers bis morgen nach einem anderen Zuhause umschauen werden. Hoffentlich!!!

26. Mai 2016 – Fronleichnam

Der Tag der Premieren und glücklichen Gesichter.

Dressed for Kutsche. Zum ersten Mal probierte Cinderella ihr Fahr-Outfit an. Um alles ganz genau anzupassen, mussten viele, viele Hände ziemlich lange an ihr herumhantieren.

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Fahrgeschirr anziehen: Cinderella mit Sonja und Jürgen.

Wir waren total erstaunt, dass das Pony mit der ehemals … nun ja … sehr leichten Hinterhand anstandslos, ja sogar interessiert und völlig gelassen Schweifmetze und Bauchgurt akeptierte.

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Braves Pony und Sonja im Glück.

Nach dem Anziehen ging es auf den Fahrplatz. Ach nein: wir haben noch etwas vergessen. Weil der Hänger gerade angehängt war, haben Sonja und Cinderella vorher noch eine Runde Verladen geübt. Kein Problem für das „Problem“-Pony, das keines mehr ist. Aber nun ab auf den Fahrplatz.

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So ist es richtig: einer vor dem Pferd, der andere nimmt die Leinen auf und das Pony hält derweil schon einmal ein Nickerchen.

Es ist für mich total faszinierend zu sehen, wie dieses Pony sich um 180 Grad gedreht hat und so gut mitarbeitet. Es gab nur eine kleine Irritation: das Stehenbleiben vor der Arbeit mit dem Leinenführer, der die Peitsche in der Hand hatte. Das hängt mit Cinderellas Vorgeschichte zusammen. Sie hat in der Vergangenheit nicht so gute Erfahrungen mit der Peitsche gemacht. Das ist noch in ihrem Kopf und natürlich hat sie ponytypisch auch ab und zu mal einen Dickkopf. Immer, wenn sie ein Geräusch von sich gibt, dass sich wie Grunzen anhört, wird es spannend. Hat sie heute aber nicht gemacht, sondern sich perfekt beim ersten Mal Longieren mit Fahrgeschirr präsentiert. Seht selbst:

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Was für ein Bild! Cinderella an der Doppellonge.

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Wie sie sich schön stellt! Cinderella beim Fahren vom Boden aus.

Und hier die zweite Premiere des Tages:

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Captain (vorn) und Paddy zweispännig gefahren. (Foto: Jürgen Baumgart)

Nachdem Captain ungefähr fünf Mal einspännig vor dem Sulky ging, haben wir ihn nun mit seinem Lehrmeister „Paddy“, dem Professor zusammen angespannt. Im Schritt kann Paddy nicht mithalten und Captain war – noch leicht aufgeregt – der alleinige „Arbeiter“. Aber nach den ersten Trab-Einheiten, in denen Paddy dann aufholte, gingen die beiden schon ziemlich gleichmäßig nebeneinander. Ich bin stolz auf Euch Mäuse!

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Sieht schon ganz nett aus: Captain und Paddy. (Foto: Jürgen Baumgart)

19. Mai 2016

Heute war der große Tag: Hennes wurde gefilmt. Vielleicht kommt er in die neue Staffel von „Die Pferdeprofis“ zu Pferdetrainerin Sandra Schneider –  hier mehr Infos zur TV-Serie. Die Tageszeitung, die Lippische Landeszeitung – Webseite hier – war auch beim Dreh dabei (danke, lieber Kollege Jens Rademacher für die tollen Fotos).

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Action auf dem Hof: Petra (li.) macht Filmaufnahmen von Hennes. Ganz entspannt im Hintergrund: Barbara und Jürgen. (Foto: Jens Rademacher, Lippische Landeszeitung)

Ja, das war total spannend heute. Die Vorgeschichte unseres kleinen „Möchte gern/Oder auch nicht-Fahrponys“ Hennes habe ich ja im vorigen Eintrag erzählt. Nachdem klar war: Gebiss geht nicht, hatte Sonja, die Besitzerin von Cinderella, die Idee, dass wir uns an Sandra Schneider von „Die Pferdeprofis“ wenden, denn im Gegensatz zu mir, hat Sandra sehr viel Erfahrung mit gebisslosem Reiten … die man bestimmt auch auf das Fahren anwenden kann. Gesagt, getan. Am 18. April schrieb ich Sandra eine lange Email mit Hennes‘ Geschichte und schickte zwei Fotos mit. Frage: Kannst Du uns helfen, Hennes soweit zu bringen, dass er gebisslos zu fahren ist? Schon zwei Tage später hatte ich eine Email von Sandra mit der Info, dass sie Hennes‘ Geschichte an die Redaktion weitergeleitet hat, denn derzeit werden Pferde für die nächste Staffel (Ausstrahlung ab Januar 2017) gesucht. Noch am selben Tag antwortete Redakteurin Petra und der Termin für heute stand.

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Petra, Redakteurin von Mina-TV und selbst Pferdebesitzerin. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Petra (34) – unter Pferdeleuten ist man gleich beim Du – hat selbst drei Pferde: Laptop, den 22jährigen Rheinländer, Karl, einen 12jährigen Irish-Sporthorse-Wallach und Paul, einen 8jährigen Hannoveraner. Sie reitet „eigentlich alles“, wie sie sagt: Springen, Vielseitigkeit und aktuell vor allem Dressur.

Sie hat bei „Die Pferdeprofis“ bereits in drei Staffeln mitgearbeitet und mehr als 100 Pferde gefilmt. Die Geschichten, die sie zu erzählen hatte, fand ich super-interessant – z.B. die von dem Pferd, das sich im Hänger immer in Links-Kurven hinschmiss. Petra: „Wir können für die Sendung ganz viel technisch experimentieren. Zum Beispiel arbeiten wir mit Slow Motion oder Kamera-Drohnen“. Beim Hänger-Problempferd habe das Team „Go Pro Action Kameras“ eingesetzt, die im Hänger das Geschehen aufnahmen. Es zeigte sich, dass das Pferd in Linkskurven stieg, trippelte, unter die Stange drängelte.

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Möhrchen nur für Hennes? Das sieht Haflinger Andro gar nicht ein. (Foto: Jens Rademacher, Lippische Landeszeitung)

Während ihrer Arbeit für „Die Pferdeprofis“ lernt Petra ständig die unterschiedlichsten Probleme kennen – vom Klassiker, dem Nicht-in-den-Hänger-gehen über das „ich kann meinem Pferd nicht die Hufe heben“ oder „ich kann mein Pferd nicht von A nach B führen“ bis zum wirklich gefährlichen Pferd, das sogar einen versierten Bereiter durch sein Buckeln in „Wohnungsnot“ brachte. „Alle Oha-Pferde kamen dann schließlich auch ins Fernsehen“, erinnert sie sich. Dieses Jahr haben sich für die insgesamt 16 Plätze bei Sandra Schneider und Bernd Hackl 300 Pferde bzw. deren Pferdemenschen beworben.

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Hennes – fast immer die Ohren vorn: das perfekte Kameragesicht. (Foto: Jens Rademacher, Lippische Landeszeitung)

Ob Hennes bei den 16 neuen Fällen für „Die Pferdeprofis“ dabei ist, erfahren wir in den nächsten zwei Wochen. Für „Die Pferdeprofis“ wäre das, glaube ich, eine Premiere: das erste Fahrpferd in der Sendung.

14. Mai 2016

Post für Hennes.

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Der Kappzaum mit Glücksrad ist angekommen.

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Und er passt. Jetzt kann’s weitergehen mit dem Training an der Doppellonge.

Der Tierarztbesuch am Donnerstag ergab Entwarnung: Hennes hat eine Lücke zwischen den Backenzähnen oben links, sonst außer einigen Haken, die entfernt wurden, gar nix. Allerdings hat er vermehrt Zahnstein, was an der Zusammensetzung seines Speichels liegt. Den Zahnstein behandeln wir zunächst mit Schüssler-Salzen. Es gibt auch noch sehr teure chinesische Heilpilze, die helfen sollen. Aber das wäre der zweite Schritt. Die Untersuchung mit diesem unsäglich großen Maulgatter und das Raspeln hat Hennes ganz brav ohne Sedierung überstanden. Dabei zeigte er wieder sein typisches „Abschalten“, den inneren Rückzug. Welchen Stress er hatte, sah man daran, dass er völlig verschwitzt war und äppelte bis hin zum Durchfall. All seinen Stress trägt der Kleine nach innen.

Entzündungen im Maul konnten nicht festgestellt werden, lediglich eine kleine Irritation an den zahnstein-befallenen Hengstzähnen, die aber nicht entfernt werden mussten. Die Tierärztin sah keinen Grund, warum das Pony kein Gebiss tragen soll und befand meine kleine Postkandare passend. Wir werden sehen, was Hennes dazu sagt. Zur Not gibt es ja auch noch Gummigebisse. Aber erst einmal schauen wir, wie weit wir mit dem Kappzaum mit Glücksrad kommen.

Angeblich soll Hennes beim Einfahren stets einige Minuten brav gelaufen und dann plötzlich vehement gegen das Gebiss gegangen sein – ohne äußerlich erkennbaren Grund. So wurde er schließlich als „nicht fahrbar“ seiner Besitzerin zurückgegeben, die aber auch noch versuchte, ihn anzuspannen. Bei ihr soll er gegen die Deichsel gedrängelt haben. Schließlich wurde Hennes nochmals verkauft und nun steht er hier und wird – so will es seine Besitzerin und so wollen wir es – hier auch bleiben.

10. Mai 2016

Hennes, unser Problempony … Ich habe mir gestern Abend die letzte DVD von „Die Pferdeprofis“ angeschaut und muss im Zusammenhang mit Hennes an den Leitspruch von Bernd Hackl denken: „Für jedes Problem gibt es auch eine Lösung“.

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Hennes und Stehenbleiben – zwei Welten, die sich langsam treffen. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Ich hatte ja versprochen, etwas über Hennes zu schreiben. Demnächst findet Ihr ihn auch unter dem Menüpunkt „Vierbeiner“. Hier in Kürze: Hennes, 11 Jahre, Shetlandpony-Wallach hat keine so tolle Zeit gehabt. Schausteller, Ponyreitbahn, gescheitertes Einfahren, ungeeignet für den Vierspänner, da angeblich im Schrittmaß nicht passend, angeblich irreparabler Zahnschaden, danach lange Zeit ein „Rumsteh-Pony“, gut versorgt aber unterbeschäftigt und von seinem Kumpel Käpt’n ständig gemobbt. Am 7. März kam er zusammen mit Käpt’n auf den Paddocktrail, hat sich auf der Stelle in Cinderella verliebt und Käpt’n postwendend zum Ex-Kumpel gemacht.

Die beiden Shettys waren als Fahrlehrgespann für einen Verein gedacht. Also mussten sie „Kutsche“ lernen. Während Käpt’n bei Null anfing und nun bereits vor dem Sulky läuft, startete Hennes gefühlt bei „Minus 10“: er ließ sich nicht einfangen, aufhalftern. Stehenbleiben ging gar nicht. Also bewaffnete ich mich mit Leckerli-Tasche und VIEL Geduld, denn: „Verlierst Du die Geduld, verlierst Du Dein Pferd. So einfach ist das“. (Mark Rashid)

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Deutlich: meine Körpersprache soll Hennes bremsen. (Foto: Josie Knaup)

Nachdem ich ihn anfangs überrumpeln musste mit dem Aufhalftern klappt das jetzt seit einigen Tagen nahezu problemlos. Es gibt noch ein kleines Zurückzucken, Zögern. Aber der Kleine ist immerhin schon mal auf dem Stand: „In der Vergangenheit war das, was die Menschen so gemacht haben in Sachen Fahren und überhaupt nicht so toll – aber … hmh … ich würd’s mit Dir/Euch nochmal probieren“. Der Grund für diesen ansatzweisen Sinneswandel: immer wieder Spaß-Arbeit, knuddeln, putzen und die Leckerli-Tasche prall gefüllt. Derzeit üben wir Stehenbleiben, was für ein Fahrpferd total wichtig ist aber für Hennes bislang ein No Go war – zu angespannt plus Pony-Dickkopf. Meine Idee: ich gebe ihm einen umgrenzten Raum, wo er stehen soll, die Palette. Das funktioniert viel besser als auf dem großen, freien Reitplatz.

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Stehenbleiben mit Tie Down-Strick als zusätzliches Zeichen. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Wenn Stehenbleiben und Richtung wechseln und RUHE etabliert sind, geht es an den nächsten Schritt: Schleppe ziehen als Vorbereitung zum Fahren. Hier steht bis jetzt noch ein kleines Problem im Raum: angeblich hat Hennes eine irreparable Zahnstellung = Lücken zwischen den Backenzähnen, in denen Futterreste hängenbleiben könnten mit der Folge möglicher Zahnfleischentzündungen. Was wir feststellten, war eine Wehrigkeit gegen das Gebiss, Angst, Meideverhalten – wobei er immer brav blieb. Herzzerreißend dieser Blick wenn das Halfter drauf ist und Hennes innerlich versteinert: Lippen zusammengepresst, Augen – die Fenster der Seele – irgendwie ausdruckslos.

Um ihm keine Schmerzen bei der weiteren Ausbildung zu bereiten, haben wir zwei Dinge geplant:

  1. einen Zahnarztbesuch morgen, denn der Tierarzt, der diese Zahnfehlstellung angeblich vor rund zwei Jahren festgestellt hat, gab leider keine Auskunft
  2. einen Kappzaum (Danke, Sonja, für das Hennes-Sponsoring) mit Glücksrad von Equi-Team, Tina Meier in Spezialanfertigung hergestellt statt Gebiss – hier der Link zur Equi-Team-Seite
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Kappzaum mit Glücksrad für Hennes. (Foto: Equi Team, Tina Meier)

5. Mai 2016

Cinderella, unsere Ex-Zicke lernt „Kutsche“. Schritt Eins – die Doppellonge.

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Ganz alleine?

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Nein! Alle sind da: Sonja und Uwe beim Verschnallen der Doppellonge.

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Der Handwechsel. Das sieht schon gut aus. (alle Fotos: Barbara Bliemetsrieder)

Und auch unser Sorgen-Pony Hennes geht an der Doppellonge – noch ein bisschen eilig. Aber es wird.

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Hennes mit Jürgen. (Foto: Barbara Bliemetsrieder)

Mehr Infos zu Hennes, seinen großen und kleinen Problemchen sowie seiner Riesen-Chance demnächst.

4. Mai 2016

Der Winter ist vorbei. Die Weide ist gewachsen. Ab heute heißt es: anweiden.

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Grüne Wiese, gelbe Butterblumen, blauer Himmel! (Foto: Anneke Matthies)

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Andro genießt das frische Grün.

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Anton: AUF die Weide geht immer. Aber runter …

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Senior Sanso mit Falco.

Nach dem Weidegang versammeln sich die Pferde oftmals unten auf dem Reitplatz, dösen gemeinsam oder schlafen fest und träumen …

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.. von immer-grünen Wiesen mit gelben Butterblumen – Dickmann. (Foto: Anneke Matthies)

3. Mai 2016

Ursula Bruns ist gestorben. Diese traurige Nachricht las ich heute im Newsletter des Pferdesportverbands Westfalen.

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Ursula Bruns und ich bei einem Interview im Jahr 1999 in Reken. (Foto: Dr. Werner Popken)

Bereits am Samstag, 23. April verstarb die „Grande Dame der Freizeitreiter“, wie ich sie nenne, im Alter von 93 Jahren in Reken, dort, wo sie 1978 das FS Test-Zentrum Reken gründete. Ihre Worte „Pferde gehören nicht hinter Mauern“ haben  meine Einstellung zur Pferdehaltung geprägt. Adé UB.

Hier der Nachruf aus dem Newsletter (Quelle: Pferdesportverband Westfalen e.V.):

Im Alter von 93 Jahren ist Ursula Bruns in Reken verstorben. Sie hat das Freizeitreiten in Deutschland maßgeblich geprägt. Ursula Bruns wurde am 1. September 1922 in Bocholt geboren. Nach dem Studium der Kunstgeschichte und Germanistik galt ihr Hauptinteresse seit den 50er Jahren einer artgerechten Haltung und Ausbildung von Pferden. Sie schrieb über 48 Bücher, darunter „Dick und Dalli und die Ponys“, auf das die Immenhof-Filme zurückgehen. 1958 gründete sie die Zeitschrift „Pony-Post“ und 1969, darauf aufbauend, „Freizeit im Sattel“. 1976 entwickelte Ursula Bruns mit der Erwachsenenpädagogin Prof. Inge Behr eine neue Methode zum Einstieg in das Reiten. Um die von ihr entwickelten Ideen in die Praxis umzusetzen, gründete sie 1978 das FS Test-Zentrum Reken in Westfalen – heute bundesweit als Reit-Zentrum Reken bekannt. Bis ins hohe Alter von über 80 Jahren ritt Ursula Bruns täglich ihre Isländer und töltenden Traber. Für ihr Engagement erhielt sie viele Auszeichnungen, darunter die Plakette in Silber für besondere Verdienste, mit der die FN Ursula Bruns 2007 ehrte.

2. Mai 2016

Trippel, trappel, trippel, trappel – heute war Pony-Tag mit einer Premiere, auf die wir wirklich stolz sind:

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Käpt’n das erste Mal vor der Kutsche. (Fotos: Josie Knaup)

Nach dem Üblichen Procedere und gefühlten Elf-und-neunzig Mal Doppellonge, Schleppe mit unterschiedlichen Vierbeinern in den letzten Monaten – läuft nun das nächste Pony vor der Kutsche. In turbo-kurzer Zeit hat der Käpt’n verstanden, was er tun soll. Nun gilt es, die guten Anfänge zu festigen. Danke an Jürgen und meine heutigen Helferinnen Birgit und Josie. „Hier werden alle gefahren“, war der Kommentar von Karl zu unserer Pony-Fahrschule. Stimmt. Nun steht nur noch ein Pony aus: der Hennes. Der muss aber erst einmal zum Zahnarzt bevor wir uns an ein Experiment mit ihm wagen. Mehr dazu demnächst.

Heute Nachmittag hatte noch ein Kleiner seinen großen Auftritt. Mensch, bin ich stolz auf diese Moment-Aufnahme … per Handy, platt im Sand liegend:

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Kleines Pony – ganz groß: Paddy fleißig beim Cavaletti-Training mit Barbara.

26. April 2016

Zwischen Graupelschauer und strahlendem Sonnenschein – Aprilwetter vom Feinsten – hatte ich wieder einmal Besuch auf dem Paddocktrail: Annelie Fröhlich, Pferdetrainerin (danke für die Paddy-Spende!) – hier ihre Webseite zum Natural Horsemanship – und Betreiberin vom Aktivstall Eichenhof in Geseke – hier die Webseite. Dort leben 45 Pferde. Ein Trakt mit Paddockboxen soll jetzt in einen Paddocktrail umgewandelt werden.

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Nass war’s beim Besuch von Annelie Fröhlich – hier mit Dickmann an der Heuglocke.

Annelie und ich kannten uns bereits von einer Vorführung im Extertal. Außerdem sind wir Vereinskollegen in der LAG, Laufstallarbeitsgemeinschaft. Die hatte am Wochenende zuvor ihre Jahrestagung, zu der ich gern gefahren wäre, denn sie fand auf der Paddocktrail-„Vorreiter“-Anlage Gut Heinrichshof bei Dresden statt. Dr. Tanja Romanazzi, die Betreiberin, referierte über ein Thema, das uns hier auf dem Paddocktrail gerade ebenso beschäftigt, wie auch Annelie im Aktivstall: Heufütterung.

„Die Pferde sind zu dick“. Diese Feststellung machen wir, machte unsere Hufpflegerin, die Tierheilpraktikerin. Da geht es den Paddocktrailpferden genau so wie den Aktivstallpferden, wie Annelie mir sagte. 24 Stunden-Heufütterung ist bei der Heuqualität, die wir hierzulande haben, mit Hochleitungsgräsern, die auf unseren Böden so gut gedeihen und allseits angebaut werden, einfach zu viel für leichtfuttrige Pferde. In Freiheit, in ihrem urprünglichen Lebensraum müssen Pferde sich Grashalm für Grashalm mageres Steppengras mühsam erarbeiten und hier gibt’s „Heupower“ nur durch Netze eingeschränkt. Auf der anderen Seite sind Fresspausen, länger als 4-6 Stunden schädlich für den Pferdemagen. Stichwort: dauerhaft fließende Magensäure. Einen solchen „Ex-Patienten“ mit empfindlichem Magen haben wir hier auf dem Trail stehen. Ihm geht es mit dieser Heufütterung gut. Aber auch er ist zu dick.

Was ist zu tun? Diese Frage scheint nicht so leicht zu beantworten, wie auch der Vortrag von Dr. Tanja Romanazzi zeigte. Es gibt computergesteuerte Heuraufen, wie im Eichenhof und in einem benachbarten Aktivstall. Das Resultat: Unruhe in der Herde; rangniedrige Tiere, die gemobbt werden; ranghohe Tiere, die das Ding „belagern“; hastiges Fressen in den eingeschränkten Futterzeiten. „Das holen sie in der Zeit alles wieder auf“, ist die Beobachtung von Annelie. Und Anneke, die das System ebenfalls aus einem anderen Stall kennt, hat einen erhöhten Stresspegel beoachten können. Sie bestätigt außerdem genau das von Annelie geschilderte Phänomen: ist die Heuraufe dann mal auf, fressen die Pferde wie verrückt – was ja weder gut für die Verdauung noch die Ausgeglichenheit in der Herde ist.

Eine weitere Idee ist das Vermischen mit Stroh (1/3 Stroh, 2/3 Heu) in den Heuraufen hier oben auf dem Paddocktrail. Der Effekt wird sein, dass der Heuballen in der Heuglocke stark an Attraktivität gewinnt und das beigemischte Stroh, das bislang in den Raufen im Stallbereich angeboten und auch dort nur in Maßen angenommen wird, in den Raufen oben verbleibt. Wenn man die Heuglocke auch noch zeitweise sperrt … Aber es muss natürlich alles machbar sein und die Aussage „die holen das nach“, macht nicht eben Mut. Annelie sagt ganz klar: „Durch Computer-Technik glaubt man, die Sache im Griff zu haben. Aber Pferde sind ja nicht dumm.“.

Fazit für mich: nachdenken. Ich frage auch  mal hier – für alle, die das lesen – nach Euren erprobten, genialen Praxistipps.
Einstweilen laufen meine „Moppels“ mit Fressbremse. Das ist nicht schön und auch unfallträchtig, aber derzeit die einzige praktikable Lösung, die ich sehe. Fin hat schon ziemlich abgenommen und auch bei Dickmann, Paddy und Käptn bin ich dran.

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Der „April-Kapitän“: Käptn rundherum paniert. Er findet es herrlich, sich im Ex-Teich zu wälzen.

23. April 2016

Einmal ein bisschen was „off topic“, zum Nachspüren, was ich „pferdemäßig“ noch so mache, wenn ich nicht gerade auf dem Trail die Schubkarre „schubse“.
Fahren, das kann ich wohl nicht verhehlen, ist meine große Leidenschaft. Was die Ausbildung von Fahrpferden betrifft, so habe ich den Wunsch, einiges anders zu machen als es weithin praktiziert wird. Ein erster Schritt auf dem Weg zur Weiterbildung war heute der Besuch eines Doppellongen-Kurses mit Sabine Kaminsky. Sehr inspirierend – übrigens für alle Teilnehmer, die spontan eine lippische Doppellongen-Übungsgruppe ins Leben gerufen haben. Geplant ist regelmäßiges Training mit der Doppellonge plus Equikinetic. Nette Leute allesamt, die sich auf Anhieb verstanden, gemeinsam üben und alle acht Wochen die Referentin „einfliegen“ lassen wollen.

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Immer strahlend und positiv inspirierend: die Referentin Sabine Kaminsky (li.) mit Kursteilnehmerin Erika Wolters, die mit ihrer Kaltblutmixstute „Maja“ ein tolles Team bildet.

22. April 2016

Schlafende Pferde, ein Spaziergang und eine Leser-Frage:

Weil es einfach so schön ist, hier noch ein paar schlafende Pferde. Jeden Mittag trifft sich die Herde  unten auf dem Reitplatz und hält bei diesem herrlichen Wetter gemeinsam Siesta.

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„Schnarch-Nasen“ auf dem Reitplatz. Kein Scherz! Ein Pferd, ich glaube Banner (ganz li.) hat wirklich geschnarcht.

Und unser Paddy schläft mal wieder besonders fest.

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Paddy mit Fressbremse. Der eindeutig zu dicke Bauch muss weg.

Dann hat unser kleiner Neuzugang „Käptn“, der perspektivisch als Vereins-Schulgespann-Pony laufen soll und demnächst auch im Portrait unter Vierbeiner vorgestellt wird einen neuen Fan:

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Josie beim Spaziergang mit Käptn. „Der ist so süß, den würde ich glatt mit auf’s Sofa nehmen“, sagt sie. (Foto: von einem unbekannten Spender. Danke.)

Wie in den vergangenen Wochen schauen sich immer mal wieder Besucher den Trail an um sich Infos und Tipps zu holen. Einige Anfragen kommen auch per Mail, wie diese hier von Kaja Möbius, die Illustrationen und Grafik – auch mit Pferden – macht. Hier ihre Seite.
Kaja (danke für die Einwilligung zum Abdruck hier) schrieb:
Sehr geehrte Frau Frevert,
mit viel Begeisterung habe ich Ihre Seiten hier gelesen! Meine Pferde haben seither auch einen kleinen Paddock Trail, allerdings muss ich diesen jetzt dringend befestigen, denn bei Regen wird er zur Rutschbahn. Deshalb meine Frage an Sie:
Da 60% meines Weges am Hang liegen, würde ich sehr gerne wissen, ob sich Ihre Befestigung mit den Erocaster Rastern auch langfristig bewährt hat. Auch wie sich der, am Hang verfüllte Split bei starken Regenfällen bewährt. Bleibt er halbwegs wo er soll?
Mein alter Sandplatz fließt regelmäßig davon, wenn es stark regnet …
Mit freundlichen Grüßen Kaja Möbius

Dazu meine Antwort:
Also: ich bin mit den Ecoraster-Platten auf dem Hang, der relativ steil ist, sehr zufrieden. Die Platten ließen sich prima auf dem bereits vorhandenen Unterbau aus Schotter verlegen. Die Verfüllung mit Splitt hat bis jetzt gut gehalten: keine Dellen, kein Ausspülen, nur die „Überzuckerung“ ist natürlich weg. Ich würde zum kommenden Winter daher mal mit Splitt nachstreuen. Aber vom Regen wird da nichts aus den Waben ausgespült – anders als bei meinen Sandwegen, wo sich der Sand bei Starkregen wie bei Ihnen „auf den Weg macht“.
Auch die Befürchtungen der Einsteller – Pferde werden rutschen, wenn es friert und die kleinen Splittsteinchen setzen sich in die Hufe – haben sich nicht bewahrheitet. Kein Pferd ist bislang auf dem Hang gestürzt oder stark gerutscht. Bei Eis und Schnee laufen sie entsprechend vorsichtig. Selbst das mit den relativ glatten Trotters beschlagene Pferd kommt heil den Hang runter. Die Spittsteinchen setzen sich auch nicht in die Hufe.
Ich hatte im Vorfeld lange überlegt, wie ich den Hang befestige, da ich eine Fläche ohne Stufen benötige, um mit der Schubkarre dort hochzukommen. Hatte mir auch verschiedene Lösungen angeschaut. Die Ecoraster sind für mich optimal. Ich kann diese als Hangbefestigung reinen Gewissens empfehlen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.
Ach ja: Rufen Sie doch einfach mal bei Ecoraster an und sprechen mit Herrn Hein. Der berät sie fachkompetent und hat viel Erfahrung mit allen möglichen Anwendungen von Ecoraster.

13. April 2016

Wieder hatte ich Besuch auf dem Paddocktrail. Thomas Schulze-Langenhorst aus Gladbeck hat sich heute Tipps zur Anlage eines Paddocktrails geholt. Er ist ein M&M – Maschinenbauingenieur und Milchbauer. Aber, wie man überall lesen kann, ist der Milchpreis mal wieder im Keller. Selbst Besitzer von 5 Pferden/Ponys – einige von ihnen vom Schlachter freigekauft – möchte er seinen Hof im Lauf des Jahres auf Pferdehaltung mit Paddocktrail für rund 40 Pensionspferde umstellen.

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Baut seinen Milchviehbetrieb zum Paddocktrail um: Thomas Schulze-Langenhorst aus Gladbeck.

Welche Befestigung für die Wege? Welche Heuraufen sind geeignet? Wo platziert man am besten die Tränke? Gemischte oder gleichgeschlechtliche Herde? Was wünschen sich Einsteller? Vertragen sich Western- und Dressurreiter? Hangbefestigung? Trail und Bäume? Es gab wieder viele Fragen zu beantworten und beim Blick in die Runde stellte auch Thomas – wie bislang alle  meine Besucher – fest: „Mensch, was ist das für ein schönes Bild! Diese friedliche Herde! Totale Ruhe!“

Stimmt, für mich ist das Pferdeparadies schon so selbstverständlich geworden. Aber beim Blick mal über die Mistkarre und die täglichen Alltagsarbeiten hinaus ging auch mir heute wieder das Herz auf.

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(v.li.) Andro, Banner und Falco.

Wenige Meter weiter:

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Ein entspannter Piet.

Wenige Meter weiter:

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Anton (li.) mit Dickmann vor dem Wäldchen.

Und was macht unsere kleine „Ex-Zicke“?

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Augen zu und dösen: Cinderella (vorn li.), ein zufriedenes Mitglied im Herdenverband.

Am Ende des Rundgangs auf dem Reitplatz angekommen …

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Pferde-„Berg“ mit Puschelfüßen: Fin schläft den Schlaf des Gerechten.

… sagt Thomas: „Wenn ich das alles so sehe, dann freue ich mich schon richtig auf meinen Paddocktrail“. Kannst Du auch, Thomas. Es gibt Pferdeflüsterer. Wir Paddocktrail-Betreiber sind Pferde-Glücklichmacher.

10. April 2016

Geschafft! Jetzt bin ich Trainer C Fahren – und mächtig stolz.
Es war ein long, long way zum Trainer C Fahren mit Bücher wälzen, Dressur-, Kegel- und Straße-Fahren, Longieren, Unterrichtserteilung, Praxistests und Klausur – aber nun ist es geschafft.  Das Foto zeigt alle 13 Prüflinge … erleichtert nach einem 11 Stunden-Prüfungs-Marathon im Abendlicht auf dem tollen Vereinsgelände der Fahrsportfreunde Ostenfelde, auf dem auch der Lehrgang stattfand.

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Sylvia mit Hut (4.v.re.). (Foto: ??? es haben so viele auf den Auslöser gedrückt – danke für die Freigabe).

23. März 2016

Und noch einmal Besuch auf dem Paddocktrail:

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Jutta und Horst Imkamp.

Sie betreiben schon lange einen kleinen Pensionsstall in Gütersloh-Isselhorst und möchten, wie die Besucher vom Vortag, auch auf Paddocktrail-Haltung umstellen. „Aber erst einmal klein anfangen“, erklären sie, denn die Investitionen sind nicht unerheblich. Wobei die Beiden in Gütersloh noch Glück haben. Sie haben Sandboden und müssen nicht aufwändig in die Bodenbefestigung investieren.

Auf den Wegen im Paddocktrail Alverdissen zieht unterdessen die Karawane weiter – von Heuraufe zu Heuglocke:

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Ein schönes Bild: die Herde unterwegs.

22. März 2016

Besuch auf dem Paddocktrail:

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Susanne Paulsen und Guido Praas.

Die beiden betreiben in Willich bei Krefeld den Pferdepensionsbetrieb Schlungshof mit 50 Pferden und wollen für 10 Einstellpferde einen Paddocktrail bauen. Sie sind 2,5 Stunden gefahren, um sich Anregungen und Informationen über die Anlage eines Paddocktrails zu holen.

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Ponys – sie bringen die Menschen immer wieder zum Lachen.

Sie sind seit Jahren „im Geschäft“, wollen aber nun einen Teilbereich des Betriebs auf Paddocktrailhaltung umstellen. Sie stellten mir viele Fragen: Was kostet was? Was hat sich bewährt in Sachen Bodenbefestigung, Heuraufen, Zaunmaterial? Wie viel Arbeit fällt an? Ich konnte Ihnen, denke ich, ganz viele Informationen geben und danke an dieser Stelle für die großzügige Paddy-Spende.

Währenddessen zeigten die Pferde, wie das Wohlfühl-Leben auf dem Paddocktrail aussieht.

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Gemeinsames Ruhen nach dem Frühstück (v.li.) Cinderella, ihr kleiner Freund Hennes, Banner muss Wache halten, Bandit und Falco.

Und bei diesem Bild lohnt sich die eine oder andere Nahaufnahme:

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Unsere tiefenentspannte Ex-Zicke Cinderella mit Hennes.

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Kurze Zeit später: zu Zweit ruht es sich noch entspannter. Große Liebe!

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Gemeinsam chillen auch Bandit und Falco.

Und wieder höre ich das, was schon viele Besucher über die Pferde auf dem Paddocktrail sagten – dieses Mal aus dem Mund von Susanne Paulsen: „Erstaunlich, wie viel Ruhe hier herrscht und wie entspannt die Pferde sind“.

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Kann sich kaum trennen – noch ein letztes Foto: Susanne Paulsen ist begeistert vom Paddocktrail.

14. März 2016

Endlich mal wieder Fotos gemacht. Jetzt klappt auch die Kommunikation zwischen meinem neuen Handy und dem PC.

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(Fast) Sommer, Sonne und 3 umgekippte Pferde. Der Ruheplatz vor dem Wäldchen.

Drei umgekippte Pferde? Moment mal … da war doch noch jemand …

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Captain macht auch Mittagspause.

Und es fehlt noch einer – Augen rechts! …. auf eine Besonderheit: Falco, der braune Araber, selbst ernannter „Sicherheits-Chef“, Einzelgänger und „arabermäßig“ oftmals „auf der Flucht“ – ruht völlig gelassen neben den anderen Pferden. Ok. Der Sicherheitsabstand ist noch da. Aber das Bild zeigt ihn völlig entspannt und voller Vertrauen.

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Falco (re.) unser „Sicherheits-Chef“ und Einzelgänger ruht gemeinsam mit der Herde.

So richtig gut entwickelt hat sich auch unsere „Gewitterziege“ Cinderella. Sie kam vor knapp einem Jahr auf den Paddocktrail und wollte alles, was Pferd und insbesondere Pony hieß einfach nur fressen, treten, beißen, verfrühstücken. Ich hatte ernsthaft Sorge, vor allem um die Ponys, die sie wirklich nicht zu mögen schien. Nach zwölf Monaten auf dem Trail ist Cinderella wie ausgewechselt – und Besitzerin Sonja, die anfangs zitternd auf den Trail ging, um ihr Pony zu holen, das sich oftmals losriss und mit einem Kick nach hinten davongaloppierte, strahlt heute.

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Cinderella mit ihren kleinen Freunden: Hennes (li.) und Captain (re.).

Cinderella ist das beste Beispiel für die Wirkung des Paddocktrails auf die Psyche der Pferde. Aus dem ausgesprochen schwierigen Pony, das im sozialen Miteinander sowohl mit anderen Pferden als auch mit den Menschen problematisch bis gefährlich war, ist eine umgängliche kleine Stute geworden – dank der Ausdauer der Besitzerin, qualifiziertem Training und den Haltungsbedingungen. Meine Devise hat sich hier wieder bestätigt: die ideale andere Hälfte zu einer guten Erziehung ist eine artgerechte Haltung.

11. März 2016

Das war Premiere. An diesem Abend riefen mich kurz hintereinaner gleich zwei Pferdestallbesitzer an, um einen Besichtigungstermin für den Paddocktrail abzusprechen. Die Interessenten kennen sich nicht, kommen aus unterschiedlichen Richtungen und haben jeweils eine weite Anreise. Ich bin jetzt ein bisschen stolz, dass es so viel Lob für die Internetseite und die Anlage selbst gab. In der Osterwoche reisen beide an unterschiedlichen Tagen an. Ich freue mich schon.

26. Februar 2016

Premiere! Heute ist Paddy, unser Paddocktrail-Pony erstmals einspännig gegangen.

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Paddy konzentriert auf seinem Weg. (Foto: Jürgen Baumgart)

Der kleine Kerl ist einfach top. Anfangs mussten wir ihn etwas überreden, weil er keine Lust hatte, sich allein auf den Weg zu machen und seine Pferde-„Kumpel“ auf dem Trail zurückzulassen. Aber dann hat er ohne Probleme erst mit Jürgen an den Leinen und dann mit mir unsere Hausrunde über den Teut gedreht in seinem – wie sagte Jürgen so schön? – „Pony-Reisetempo“.

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Trippel, trappel, trippel, trappel Pony. (Foto: Jürgen Baumgart)

21. Februar 2016

Was für ein Schiet-Wetter! Aber, wenn’s draußen regnet und stürmt, ist Zeit, drinnen gemütlich ein Buch zu lesen. Ich habe schon seit einiger Zeit folgendes Buch auf dem Nachttisch:

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(Coverbild: Verlag C.H. Beck)

Mein Bewegung dieses, zugegeben in seiner wissenschaftlichen Sprache etwas sperrige Buch zu lesen, ist eine große Trauer. Die Trauer darüber, dass der Mensch so schnell vergißt. Gerade einmal einhundert Jahre ist es her, dass sich ohne das Pferd kein Rad drehte. Weder im Verkehr noch in der Landwirtschaft bewegte sich irgendetwas ohne Pferdestärke. Ich habe es noch erlebt, dass mit Pferden geackert wurde. Mein Großvater spannte unsere Norwegerstute Luzy an und zog mit Pferd und Pflug auf’s Feld. „Ohne Pferde ging nichts“ – auch dieses ist übrigens ein sehr lesenswertes Buch über Pferde im Westfalen des letzten und vorletzten Jahrhunderts. Diese Zeiten, die zugegeben, für das Pferd nicht immer rosig waren, sind vorbei, unwiederbringlich. Außer bei den, im Verhältnis zur großen Masse, wenigen „Pferdeverrückten“, die immer noch diese enge Beziehung zu diesem besonderen Wesen spüren, spielt das Pferd für den „Normal-Menschen“ keine Rolle mehr. Aus dem Nutzen – aus den Augen – aus dem Sinn.  Gäbe es Reiter und Fahrer nicht, könnte man Pferde nur noch im Zoo besichtigen. Niemand braucht mehr Pferde. An einigen Stellen wird versucht, dem Pferd im menschlichen Arbeitsalltag noch eine Nische offen zu halten als Rückepferd oder in der alternativen Landwirtschaft. Aber eigentlich ist sie besiegelt: die Geschichte einer Trennung.

Raulffs Buch beginnt bezeichnenderweise mit dem Kapitel „Der kentaurische Pakt“. Zentauren: die Verschmelzung von Pferd und Mensch zu einem Wesen. Allein die Namensgebung des Kapitels beschreibt die enge Verbindung von Mensch und Pferd. Raulff zitiert Historiker des frühen 19. Jahrhunderts. Sie beschreiben „die Allgegenwart der Pferde“. Messungen ergaben, dass ein Pferd die Leistung von sieben Menschen erbringen konnte. Seine Schnelligkeit, seine Kraft machten es für den Menschen unersetzlich und er bediente sich des Pferdes für seine Zwecke, die auch hießen: Krieg. Raulff: „Reit- oder Zugpferd … militärisches Schlachtross … Oft genug muss der friedliche Grasfresser seine Instinkte (als Fluchttier) verleugnen … Gegen seine Natur muss das schreckhafte Fluchttier (im Krieg) zur Inkarnation eines Schreckens werden, der … Menschen scharenweise in die  Flucht schlägt“. 16 Millionen Pferde wurden im Ersten Weltkrieg eingesetzt. Die Hälfte von ihnen, 8 Millionen, starben bis Kriegsende.

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Berittene Artillerie im Ersten Weltkrieg. (Foto: AFP)

Raulff schreibt von 6.000 Jahren „kentaurischer Pakt“ und betont „verglichen mit dieser Allianz (Mensch-Pferd) waren alle anderen Bündnisse, die der Mensch in seiner Geschichte einging, fragil“. Den Höhepunkt der „Pferdezeit“ beziffert Raulff auf das späte 19. Jahrhundert. So ist zu der Zeit in England das Verhältnis Pferd-Mensch 1:10, in den USA 1:4 und in Australien 1:2. Hier kommt auf jeden zweiten Einwohner ein Pferd. In Deutschland lebten vor dem Ersten Weltkrieg 4 Millionen Pferde.

Hafer – für den „Hafermotor“ – war das neben Roggen am meisten angebaute Getreide. Viele Berufe hingen am Pferd: Kutscher, Wagner, Schmied, Pferdepfleger, etc. Ja, und dann kam das Ende des Pferdezeitalters. Raulff: „1960 befand sich die Zahl der Pferde in der Bundesrepublik im freien Fall“. 4 Millionen Pferde um 1915, 1,5 Millionen Pferde um 1950 und nur noch 250.000 Pferde um 1970. Genau zu dieser Zeit musste auch Luzy gehen. Ich war damals ein Kind. Bis heute weiß ich nicht, wo dieses von mir so geliebte Pferd geblieben ist.

19. Februar 2016

Sooo viel Arbeit am Schreibtisch und sooo wenig Zeit für den Paddocktrail-Blog. Aber dann zog vor meinem Bürofenster die Paddy & Piet-Karawane vorbei mit Barbara und Josie und ich musste so lachen. So süß – der Kleine mit seiner Sicherheits-Leuchtweste. Danke, Josie, für’s fotografieren.

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Paddy on tour. (Foto: Josie)

1. Februar 2016

Heute im Programm: kleine Materialkunde.

Es erreichen mich immer mal wieder Nachfragen zum Paddocktrail – zu Baumaterialien, Kosten, Genehmigungen und auch zum Equipment. Heute möchte ich nach rund zwei Monaten Laufzeit hier auf dem Trail meine Erfahrungen mit meiner Elektro-Schubkarre Zallys HS4 teilen.

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Die Zallys geht morgens und abends mit mir auf den Trail.

Mit 500 Kilo Zuladung und der 600 Liter-Mulde ist diese Motorschubkarre für mich eine große Arbeitserleichterung. Früher mit der Eigenbau-Benzinschubkarre „Rödel“ oder noch früher mit der Handschubkarre musste ich allein während der Morgenrunde 2-4 Mal den Weg zum Misthaufen zurücklegen … der nicht eben kurz ist. Heute bekomme ich mit einer Runde alles mit. Pluspunkt für Zeitersparnis.

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Die Gasdruckdämpfer zum Abkippen – zweite, stärkere Variante.

Aber wer 500 Kilo zuladen darf, sollte auch dafür sorgen können, dass diese Last ohne Bandscheibenvorfall wieder entladen werden kann. Zur Unterstützung des Abkippvorgangs hat die Zallys Gasdruckdämpfer, die sich aber werksseitig als zu schwach herausstellten. Es war tierisch schwer, die volle Karre am Griff nach vorn zu kippen – vor allem wenn die Pferdeäpfel/Heureste vom Regen nass und entsprechend schwer waren. Die Firma besserte auf meinen Wunsch hin nach. Jetzt klappt’s besser mit dem Entleeren. Für schwache Frauen-Rücken ist es aber immer noch nichts, denn die Dämpfer konnten nicht beliebig stark gewählt werden, da die Mulde auch wieder von Hand zurückbewegt werden muss. Pluspunkt für Serviceleistung der Firma. Minuspunkt für immer noch „Rücken“.

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Nachträglich eingebaute Schutzbleche.

Nasse Zuladung, Wasser in der Mulde – das ist ein weiteres Stichwort. Hier hatte der Hersteller mitgedacht und vorn an der tiefsten Stelle Löcher in die große Mulde gebohrt, so dass die Flüssigkeit ablaufen kann. Allerdings wurde das von den Konstrukteuren nicht wirklich zu Ende gedacht, denn die Löcher, durch die braune „Abäppel-Mist-Brühe“ nach unten tropft, befinden sich genau über dem Antrieb. Das kann nicht gut sein, dachte ich mir und reklamierte. Nun hat die Zallys Schutzbleche unterhalb der Mulde über dem Antrieb. Pluspunkt für die Serviceleistung der Firma. Minuspunkt und einen Rüffel für die italienischen Konstrukteure (die Zallys kommt aus Italien).

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Zallys mit Schneeketten. (Foto: Yvonne Steinbock)

Aprospos Italien. Die Zallys war, bis sie hier auf den Teut kam, eine echte italienische Diva: sonnenverwöhnt und absolut Schneefall-untauglich. Kaum fielen die ersten Flocken und ich musste eine Steigung hoch, streikte meine „Arbeitskollegin“. Meine Versuche, den Hang zum Trail hochzukommen, waren filmreif. Vorwärts, seitwärts, rückwärts, mit oder ohne Last – die Italienerin wollte einfach nicht den schneebedeckten Hang hochfahren. Also: Schneeketten mussten her. Nach ersten Abwehrversuchen seitens des Verkäufers „also irgendwann kommt so ein Gerät auch mal an seine Grenzen“ und meiner Entgegnung „aber doch nicht beim ersten Schneefall. Ich brauche hier ein Outdoor-Allwetter-Gerät“ kamen die Schneeketten, die es dann wohl doch für das Gerät gab, hier an. „Wohl doch“ … schreibe ich deshalb, weil die Dinger ohne „Boxenstopp“, sprich Werkstatt-Aufenthalt beim Verkäufer nicht anzulegen waren und vermutlich gar nicht zum Original-Zubehör gehören. Es zeigte sich nämlich, dass zu wenig Platz zwischen den großen Akkus und den Vorderrädern war. Gleich beim Anfahren schepperte und klapperte es und die Schneeketten zogen sich schief. Die einzige Lösung: …

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Achsenverlängerung für mehr Abstand zwischen Vorderreifen und Akkukasten.

Scheppern und klappern tut die Zallys immer noch wenn Schneeketten drauf sind, denn der Zwischenraum ist trotz Achs-Verlängerung ziemlich eng. Aber es geht. Die Zallys fährt nun auch im Winter. Gott sei Dank! Drei Tage ohne das Gerät mit der Handschubkarre und ich habe mich gefragt, wie ich die Arbeit hier früher ohne meine Zallys geschafft habe. Pluspunkt für die Serviceleistung der Firma. Wiederum einen Rüffel für die Konstrukteure, die mit der Zallys wohl nur im sonnenverwöhnen Italien spazieren gefahren sind.

Wo wir gerade bei Wind und Wetter sind … da hatte die Zallys werksseitig noch eine weitere Schwäche: das Bedienerpanel mit Zündschloss und Gasgriff. Beides war ohne Schutz, so dass bei Regen Wasser eindringen konnte. Das Resultat beim Zündschloss – das übrigens schon zwei Mal getauscht werden musste, weil es klemmte: kein Kontakt, Zallys tot. Das Resultat beim Gasgriff: der kleine Pin, der rausspringen muss, war bei Frost festgefroren. Wiederum: Zallys rührt sich nicht.

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Gashebel. Zwischen dem schwarzen Block links und dem roten Gashebel sieht man im Zwischenraum einen kleinen Pin, der beweglich bleiben muss.

Nun hat der Verkäufer auf meinen Wunsch einen Schutz über das Bedienpanel gebaut …

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Wie ein Dach: der nachgerüstete Schutz über Zündschloss und Gashebel.

… und meine Zallys „Sonder-Edition“ läuft und läuft und läuft.

Fazit zur Zallys-Elektroschubkarre: Die Tücke lag im Detail. Mit den Nachbesserungen, die der Verkäufer absolut problemlos, zügig und kostenfrei im Rahmen der Garantie vorgenommen hat, ist die Zallys jetzt „Paddocktrail-tauglich“. Sie ist zugkräftig, hat eine Top-Bremse, mit der man das Gerät voll beladen auch am steilen Hang abstellen kann; hat zwei leistungsstarke Akkus, die ich bei täglich 3-4 Stunden Dauerbetrieb nur ca. 1-2 Mal pro Woche aufladen muss. Das geht problemlos über Nacht. Das Gerät ist dank Akku-Betrieb leise, eigentlich geräuschlos und umweltfreundlich. Das war mir wichtig, da ich täglich stundenlang damit hantiere. Die Zallys ist für mich heute unersetzlich geworden. Ich möchte das Ding nicht mehr missen.

21. Januar 2016

Winterweiß mit Sonnenschein – so genießen die Pferde auf dem Trail die kalte Jahreszeit:

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Banner im Glück. Augen zu, Sonne auf dem Winterpelz, einmal schütteln, dann weiter chillen. (Foto: Yvonne Steinbock)

Auch im Winter, bei Minusgraden, ist der für unsere Begriffe kuschelige Stallbereich mit der immer noch weichen, dicken Holzpellet-Einstreu verwaist. Nur, wie hier zum Kraftfutter-Tanken …

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Falco mit Winter-„Hintern“. Er wird gerade unten im Stall gefüttert. Ansonsten ist er, wie die anderen Pferde, auch jetzt im Winter Tag und Nacht auf dem Trail. (Foto: Yvonne Steinbock)

… und zum Trinken kommen die Pferde runter in den Stallbereich – und Letzteres auch nur sehr selten, geschätzt ein Mal täglich. Dafür beobachte ich oft, wie sie Schnee fressen. Manchmal habe ich das Gefühl, wir haben unsere Pferde komplett ausgewildert.

Ich erinnere mich noch gut, als eine Gruppe Pensionsstallbetreiber den Trail im Sommer besichtigte und der Stallbereich nicht eingestreut war. Ich erzählte, dass die Pferde zumeist draußen auf dem Trail im Sand liegen. Ihr Lieblingsplatz ist unter dem Wäldchen. Daraufhin raunte ein Besucher zum anderen: „Na, wenn ihnen mangels Einstreu nichts anderes übrig bleibt“. Mal schauen, dachte ich mir damals und war jetzt ganz gespannt, wie der Stall mit Einstreu im Winter angenommen wird. Jetzt wissen wir es: die Pferde bevorzugen den Trail. Nur bei üblem, länger dauerndem Regen oder Schnee suchen sie den Stall auf. Der Stall bleibt weiterhin eingestreut, damit Pferd die Wahl hat und Mensch sich gut fühlt.

Ähnlich verhält es sich mit den Schubber-Bürsten. Wir haben so schöne Bürsten in lang diskutierter und demokratisch abgestimmter, passiger Pferde-Popo-Höhe angebracht. Sie wurden ein wenig beknabbert und werden seither ignoriert. Geschubbert wird am Baumstamm mit für’s Schubbern wohl idealem Seitenast unten vor dem Wäldchen.

Aber zurück zum Paddocktrail. Ich habe auf Facebook eine herrliche Zitate-Sammlung gefunden, die die Gefühle eines Offenstallers beschreibt. Zusammengestellt wurde sie nach Original-Zitaten von Mitgliedern einer Facebook-Offenstallgruppe von Anna Katharina Urich (ReitenmitHerz.de). Vielen Dank! Ich fühlte mich so erkannt (auf dem Foto links neben den Pferden mit rosa Skihose = Sylvia im Offenstall-Winterdienst).

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Paddocktrail – große Pferdefreiheit auch im Winter. (Foto: Yvonne Steinbock)

Du bist Offenstaller, wenn…

… all deine Schuhe mindestens einmal im Stall gewesen sind, weil du vor der Arbeit nur mal ganz kurz nach dem Rechten schauen wolltest.

… du nach der Stallarbeit mit Matschklamotten noch einkaufen gehst.

… du dir jeden Tag mehrmals denkst: „Mein Gott so viel können die doch gar nicht äppeln!“

… du stundenlang im Regen und Matsch herumirrst um die Unterbrechung des Weidezauns zu finden.

… du anderen erzählst: „Ich geh mal kurz in den Stall.“… und Stunden später wiederkommst.

… dein Auto immer dreckig und mit Pferdequipment beladen ist und

… dein Pferd besser gepflegt ist als dein Auto und

… dein Pferd wertvoller ist als dein Auto.

… du den Wetterbericht der nächsten 10 Tage auswendig kennst.

… du im passenden Moment den Äppelboy unter den Ponyhintern hälts, NICHTS auf den Boden fällt und du dich fühlst wie der Typ aus der Check24-Werbung.

… du dreckig bis oben hin einkaufen gehst und Nicht-Offenstaller-Reiter sofort erkennst.

… es dir im Stall/bei den Pferden nichts ausmacht, mit dreckigen Händen etwas zu essen.

…du dir bei sämtlichen Wiesen, an denen du vorbei kommst, vorstellst: „Geil! Da würd ich mein Pferd auch hinstellen!“

… du keine Angst mehr hast, wenn es dunkel ist.

… du einkaufen gehst und Dreck deiner Schuhe im Laden oder Imbiss verlierst.

… du dich auf der Arbeit früh um 8 Uhr an den Bürotisch setzt und dein Schrittzähler schon stolz über 5.000 anzeigt!

… in deinem Kofferraum Hafer wächst, weil du die Matschschuhe auf die verstreuten Körner gestellt hast.

… die Polizei beim Anblick deines Kofferraumes sagt: „Ist schon gut, wir glauben Ihnen, dass Sie ein Warndreieck haben.“, obwohl du gerade erst angefangen hattest, das Weidezaunmaterial und anderes Pferdequipment heraus zu räumen.

**WINTER-EDITION**

… du weißt wie es sich anhört, wenn gefrorene Äppel in den Äppelboy kullern.

… dir dein Fuß vom Treten der gefrorenen Äppel schmerzt.

… du im Winter mitleidig angeschaut wirst, weil du Grablichter im Grosspack kaufst.

… du mehrfach mit voller Wucht gegen den steinhart gefrorenen Pferdehaufen trittst und du ihn mit dem letzten Tritt in Einzelteilen quer über den Platz schießt.

… du auch bei -10° am Stall nach mehreren Stunden nicht frierst, sondern schwitzt und ohne Jacke weiter machst.

… du glücklich bist, einfach weil dein Pferd die Nacht mit seinen Kumpels im Schnee schlafend verbracht hat und nun dösend sein pelziges Hinterteil der klirrend kalten Wintersonne entgegen streckt.

6. Januar 2016 – Winter!!!

Fräulein Sylvias Gespür für Schnee …

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Zaunpfahl … Brrr!

… oder genauer gesagt für die Pferdeäpfel, die darunter liegen. Das ist jetzt wieder gefragt.
Seit drei Tagen ist Winter – und wie! Während ich beim Abpickeln der festgefrorenen Pferdeäpfel vom warmen Ofen träume, machen die Pferde einen auf wetterfest.

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Die Ställe sind abgeschrieben. Dickmann, Andro, Fin und alle Pferde sind nur oben auf dem Trail.

Es ist schon erstaunlich. Trotz Einstreu im Stall bevorzugen die Pferde auch bei dieser Witterung die Outdoor-Übernachtungsvariante und legen sich in den Schnee.

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Essen und schlafen – wenn Pferde die Wahl haben, erledigen sie das auch im Winter draußen: Piet und Fin.

Trotz Glätte starten einzelne Gruppen immer mal wieder zu kleinen Sprints auf den langen, geraden Wegen.

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Dickmann als Teddybär.

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Paddy mit Sturmfrisur.

Nur ein Pony begrüßt mich nach wie vor treu jeden Morgen am Zaun unten im Stallbereich, holt sich die eingeweichten Heucops samt Möhre und Apfel ab und knabbert auch öfter in Ruhe und mit Dach über dem Kopf sein Heu.

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Sanso im Zwergenland.