Fütterung & Tränken

13. April 2015

Heute morgen kam diese Mail von Alexandra, die ich gleich zum Anlass nahm, meinen Erfahrungsbericht über die Heuglocke zu ergänzen und online zu stellen:

Hallo! Habe mit großem Interesse Ihren Bericht über die Heuglocke gelesen, da ich mir für meine Ponys auch eine anschaffen möchte. Leider hört der Bericht im November des letzten Jahres auf, so dass man leider nicht weiterverfolgen kann, wie zufrieden Sie mit der Glocke sind, wenn nicht mehr ganz soviel Heu enthalten ist. Wäre schön, zu erfahren, wie Ihre Pferde damit umgehen und damit klarkommen. Vielen Dank für eine kurze Info!

Ich bin mit der Heuglocke 100 Prozent zufrieden. Wenn das Heu fast alle ist, verschieben sie die Glocke etwas – zumeist im Kreis. Das geht nie weiter als ca. 30-40 Zentimeter im Umkreis. Bislang ist kein Pferd mit dem Kopf hängengeblieben, hat sich mit Hufen o.ä. verfangen. Null Panik. Null Verletzung. Und auch die Ponys steigen nicht rein. Sturm Niklas hat das Ding, das zu der Zeit leider fast leer war, ebenfalls gut überlebt. Es wurde nur an den Rand des Zauns geweht, blieb aber auf der breiten Seite stehen. Man kann natürlich drüber nachdenken, die Heuglocke an einer Seite mit einem Bodenanker zu befestigen. Wichtig: nur an EINER Seite, denn das oben beschriebene minimale Verschieben der Glocke sollte erhalten bleiben, damit auch das Rest-Heu aufgefressen werden kann. Auch starker Schlagregen, der seitlich kommt, macht dem Heu in der Glocke nichts. Bei meinen anderen beiden klassischen Heuraufen kann ich den Rest Heu dann wegwerfen, weil von der Seite der Regen reinschlägt. Das ist bei der Heuglocke noch nie passiert, weil die Schlitze zwar breit genug zum Fressen sind, aber schmal genug, dass das Heu drinnen trotzdem trocken bleibt.

Die Pferde fressen an der Heuglocke sehr ruhig, bedingt durch die runde Form. Zum Teil fressen zwei Pferde gleichzeitig aus einem Loch. Ich kann fast sagen: sie lieben die Heuglocke. Das ist der Lieblingsfressplatz.

Ich habe den Ballen direkt auf die Paddockplatten, also den Boden, gestellt, ohne Palette drunter. Nach 3-4 Tagen ist der Ballen hier aufgefressen, so dass die Gefahr von Schimmelbildung unten nicht besteht. Es kann höchstens mal sein, dass die unteren 2-3 Zentimeter bodenfeucht sind, was die Pferde aber nicht stört.

Geändert habe ich nur eine einzige Sache: Ich habe vorher ohne Heunetz gefüttert. Da gab es viel Heuverluste, weil die Pferde aus den länglichen Fress-Schlitzen das Heu prima raus auf den Boden ziehen und dann zertrampeln konnten. Mein Heuglocken-Heunetz sieht so aus: Ich habe einfach 2 Gepäcknetze 1,50 x 2,20 jeweils (Standardgröße) mit 4,5 cm Maschenweite zusammengebunden zu einem Kreis. Diesen lege ich (oben und unten offen, nur oben quer ein paar Stricken drüber, damit die Netze nicht runterrutschen) um den Ballen. Perfekt! Zwar gibt es oben und unten freies Fressen, wenn sie die Netze hochschieben oder von oben fressen, aber das ist mir egal, ja sogar lieb. Sie bekommen sowieso Heu so viel sie wollen. Mir ging es um den Futterverlust aus den Fress-Schlitzen. Der ist damit stark eingedämmt bis fast gänzlich weg.

So, ich hoffe, ich konnte Dir mit meinen Angaben helfen. Viel Spaß mit der Heuglocke! Du wirst es nicht bereuen.

17. November 2014

Heute steht die Heuglocke den dritten Tag und immer noch wird sie von den Pferden umlagert.

Alltag377

Die Heuglocke – stets im Mittelpunkt.

Alltag382

Schichtwechsel. Ponys wie immer ausgenommen.

Mittlerweile ist der Rundballen halb aufgefressen. Und jetzt werde ich genau beobachten, ob die Situationen eintreten, wegen derer ich mir einen dreimonatigen Test mit Rückgaberecht erbeten habe.

Frage 1: Wie weit stecken die Pferde den Kopf hinein? Bleiben sie an der Heuglocke hängen?

Alltag380

Fin: Nase drin, Kopf draußen.

Frage 2: Verschieben die Pferde die nur 40 Kilo leichte Heuglocke – unter Umständen gegen die Elektrozäune o.ä. – im Versuch, das restliche Heu zu fressen?

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Die Heuglocke von innen: noch halb gefüllt mit trockenem Heu (trotz des großen Regens gestern). Bandit schmeckt’s.

Bislang sieht alles super-gut aus. Es ist aber auch noch relativ viel Heu in der Heuglocke. Ich werde weiter berichten. Bis jetzt  bin ich jedenfalls schwer begeistert von dem Ding. Die Pferde nehmen die Heuglocke sehr gerne an. Das Fressen an den vier Löchern ist absolut stressfrei. Ich denke, das liegt an der runden Form. Irgendwie – warum auch immer – nimmt die Rundung viel Stress-Potential raus. Ein rangniederes Pferd weicht einfach und geht ein Fressloch weiter. Dem „Stänkerer“ ist das in die Runde laufen anscheinend zu dumm oder zu anstrengend. An den rechteckigen Heuraufen scheint es leichter zu sein, das Territorium durch Quer-Stellen zu verteidigen. Insgesamt verläuft das Kopf-an-Kopf-Futtern ausgesprochen ruhig und entspannt.

Dank der bis auf dreißig Zentimeter über Bodenniveau ausgeschnittenen Löcher (mit in dieser neuen Variante abgerundeten Kanten) können vom Mini-Shetty bis zum Riesen-Pferd alle das Heu gut erreichen.

Alltag376

Paddy, der Kleinste, tapfer mittendrin.

Da ich drei Mal täglich die Anlage sauber mache, halten sich auch die Futterverluste in Grenzen. Sie sind zwar deutlich höher als bei den anderen beiden Kasten-Raufen, wo nur etwas rausfällt, wenn die Pferde es rauswerfen, aber nicht so erheblich wie ich befürchtete. Eine Heuglocke aber ohne „Aufräumdienst“ über Tage einfach sich selbst zu überlassen – da würde mir persönlich zu viel wertvolles Futter zertrampelt. Es mag sein, dass ein Heunetz diese Verluste eingrenzt. Aber ich habe mich erst einmal gegen eine Futter-Beschränkung entschieden und gestern und heute mit dauerhaftem, auch ganznächtlichem Zugang zu viel, viel Heu festgestellt, dass die Pferde deutliche Fresspausen einlegen. Sie dösen direkt neben der Heuglocke oder wandern – und zwar ALLE Pferde. Selbst Fin, der „Fress-Sack“ auf vier Beinen, macht jetzt Fresspausen.

Fazit zur Heuglocke bis jetzt: funktioniert super und die Pferde lieben sie …

Alltag378

Nicht wahr, Fin?!

Was ist mit den anderen Heuraufen? Tja, was ehemals Lieblingsfressplätze waren, sind derzeit Orte der Einsamkeit.

Alltag385

14. Juni 2014

Derzeit wird das Raufutter aus 2 fest installierten Heuraufen sowie auf dem Trail verteilten Heunetzen gefüttert. Das Stopfen der Netze geht zügig. Die Pferde nehmen sie gern an. Ein weiterer Vorteil der Netze – übrigens Gepäcknetze mit 3,5 cm-Maschen, die sich bewährt haben – ist, dass sie „mobil“ sind und ich flexibel reagieren kann. Demnächst kommt noch eine weitere „mobile“ Heu-Futterstation hinzu: eine Heuglocke. Sie kann einen Rundballen aufnehmen und soll leicht zu handhaben sein. Ich bin gespannt und werde berichten.

Heuglocke

Wird bald im Paddocktrail stehen: die Heuglocke. Foto: www.agriversand.de