Wege & Zäune

Fragen – Fragen – Fragen

1. WEGE

21. März 2015

Die Sandwege haben den ersten Winter hinter sich und ich bin immer noch ausgesprochen zufrieden. Wie ich gebaut habe, habe ich unten erklärt: Unterbau mit Schotter mit 0-Anteil, darauf einfachen Putz- und Maurersand, gesiebt, mit einem gewissen Lehmanteil. Der Boden verdichtete sich über den Winter sehr gut. Der Sand rollt nicht mehr. Die Wege sind matschfrei und gut begeh- und mit Schubkarre befahrbar.

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Dickmann nutzt den Sandweg als Liegefläche.

 

Ich bin froh, dass ich die gesamte Wegbreite so befestigt habe und nicht – wie alternativ angedacht – nur einen schmalen Streifen für Schubkarre und Pferde mit Paddockplatten ohne Unterbau. Meine Erfahrungen aus meiner Schafweide, wo eine große Liegefläche befestigt wurde und daneben Mutterboden über den die Schafe laufen sind folgende: die Tiere tragen den Dreck und Lehm auf die Paddockplatten, die im Nu verschmutzen. Das hat meines Erachtens nach keinen nachhaltigen Effekt.

Der Anlass zu diesem Fazit nach dem ersten Winter war folgende Frage v. 18.3.2015:

Guten Tag, ich bin gerade dabei für meine Pferde auch einen kleinen Paddock-Trail zu planen. Bei der Recherche bin ich mit Interesse auf Ihre Seite gestoßen. Ich würde gerne wissen, ob sich das System zur Befestigung der Wege mit dem Schotterunterbau und dem darüberliegenden Sand bewährt hat. Vermischt sich der Schotter an stark frequentierten Stellen mit der Zeit nicht mit dem Sand und bleibt es trocken? Wie dick haben Sie die Schotterschicht gewählt? Eine andere Frage ist noch, da wir auch ähnliche Hangflächen haben, ob der Sand bei starkem Regen nicht weggespült wird. Tausend Dank im Voraus für Ihre Bemühungen. MfG Nina

Meine Antwort v. 21.3.2015:
Der Schotter mit 0-Anteil macht eine feste Oberfläche. Selbst an einer Stelle nur dünn mit Sand „überzuckert“ ist das Ergebnis zufriedenstellend. Hier hat sich eine feste, fast wie gepflastert anfühlende Oberfläche gebildet. An allen anderen Stellen, wo der Sand dick aufgebracht wurde, blieb er gut liegen und hat sich nach dem Winter einfach nur gesetzt, so dass er nicht mehr „rollt“, sondern gut begehbar ist. Nach starkem Regen stehen an einigen Stellen kleine Pfützen, die aber schnell wieder verschwinden. Matsch entsteht nicht. Bei starkem Regen und Gefälle wird ein Teil des Sandes weggespült. Es bilden sich dann Rinnen. Der Verlust ist aber sehr gering und meines Erachtens nach zu vernachlässigen. Was feststellbar ist, ist ein Abrieb an den Hufen. Unser Schmied hat sehr wenig zu tun und wir haben schon eine „Beschlag-Periode“ übersprungen. Das kann natürlich auch an der vielen Bewegung auf dem Trail liegen. Ich sehe es auch nicht als Nachteil. Mit Strahlfäule o.ä. haben wir hier gar nicht zu tun. Auch Mauke kommt nicht vor.

Fazit: Ich bin mit den Sandwegen auf Schotter-Unterbau sehr zufrieden. Lediglich am Aufgang zum Trail (Hanglage mit Steigung) hat sich der Schotter nicht bewährt. (Meine Lösung stelle ich weiter unten vor.)

12. Juli 2014

Seit Eröffnung des Paddocktrails erhalte ich per Email Fragen unterschiedlichster Art. Das Interesse, vor allem an der praktischen Umsetzung ist riesen-groß. Das sehe ich auch in der Xing-Gruppe und der Facebook-Gruppe zum Thema „Paddocktrail“.

Ich habe hier mal einige Fragen, die mich erreichten und meine Antworten zusammen gestellt:

Frage v. 1.7.2014: Hallo, welchen Schotter haben Sie auf den Wegen im Trail verwendet? Treten die Pferde sich Steine in die Hufe ein? Viele Grüße Katrin

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Barhufe – hier der Huf von Fin bei der Vermessung zur Anpassung von Hufschuhen – und Schotter. Viele Pferdebesitzer haben Angst, dass die Pferde sich Steine eintreten.

Meine Antwort v. 2.7.2014: Hallo Katrin. Ich habe hier Schotter der Körnung 0/32 eingebaut – in großen Teilen als Unterbau, aber an den beiden Aufgängen auch als Tretschicht. Ich habe mich bewusst und aus Kostengründen für Schotter mit 0-Anteil entschieden, weil ich den Boden nicht durchlässig benötige, da Gefälle eingebaut wurde. Bislang habe ich beste Erfahrungen. Es ist nicht ein Stein im Huf. Da haben wir uns alle schon gewundert und natürlich gefreut. Allerdings ist das Abäppeln vom Schotter wirklich übel. Ach ja: es gibt auch Recycling-Material aus Abbruchhäusern. Das ist noch günstiger. Ich durfte es hier aber nicht verbauen, da die Anlage in einem Quellschutzgebiet liegt.

Frage v. 11.7.2014: Hallo, ich habe mal eine Frage. Mit was für einem Erdbohrer haben Sie die Pfosten für den Trail gebohrt? Wir wollen auch einen Trail machen und suchen gerade die „einfachste“ Möglichkeit. Viele Grüße, Melanie

Meine Antwort v. 12.7.2014: Hallo Melanie. Die Wahl des Erdbohrers solltest Du nach Bodenbeschaffenheit machen. Ich habe vom 1-Mann-Motorbohrer von Stihl, über 2-Mann-Motorbohrer von Stihl bis hin zum großen Bohrer hinter dem Trecker alles im Einsatz gehabt.

6. Juni 2014

Mit meinen Sandwegen bin ich bis jetzt sehr zufrieden. Der Sand hat einen gewissen Lehm-Anteil und bei trockenem Wetter ist er ebenso gut begehbar wie bei Regen. Die Oberfläche ist relativ fest. So hatte ich mir das vorgestellt. Aufgrund der Elektrozäune wandern die Pferde ausschließlich in der Mitte der Wege. Das ist sehr praktisch, weil am Rand rechts und links ein glatter „Ralley-Streifen“ ohne Hufabdrücke bleibt, wo ich problemlos mit der Schubkarre fahren kann.

2. Plätze

Für die Haupt-Aufenthaltsorte der Pferde (rund um die Heuraufen) habe ich als Befestigung Paddockplatten verlegt. Es sind Ecoraster in der Stärke 4 cm auf einem Unterbau aus Schotter – der ja auch unterhalb der Sandwege eingebaut wurde. Die Ecoraster habe ich mit Sand verfüllt. Diese Flächen sind sehr gut zu pflegen. Ich kann sie abfegen und somit problemlos sauberhalten. Außerdem mögen die Pferde auf diesem relativ harten Untergrund nicht urinieren, was ich für einen weiteren Vorteil halte.

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Matschfrei und gut sauberzuhalten: die Flächen rund um die Heuraufen wurden mit Paddockplatten Ecoraster, Stärke 4 cm, befestigt.

 

3. Hang

Der Aufgang zum Trail hat vom Stallbereich ausgehend eine Steigung von ca. 30 Prozent – auf mehreren Metern Länge. Es gibt zwei Aufgänge, von denen die Pferde aber den einen immer, geschätzt 100 Mal pro Tag frequentieren, um von den Heuraufen auf dem Trail zur Tränke im Stallbereich zu kommen. Den anderen, vom Reitplatz ausgehend, nutzen die Pferde kaum – vermutlich weil es nicht der direkte Weg und er außerdem noch etwas steiler ist.

Beide Aufgänge waren anfangs mit Schotter befestigt, mit einer Straßenwalze bearbeitet und machten einen haltbaren Eindruck. Im Verlauf des Betriebs jedoch stellte ich fest, dass zunächst Nachbesserungsbedarf in Form eines Wasserleitsystems bestand. Beim Starkregen im August bildeten sich Fließspuren. Das Wasser sammelte sich unten im Stallbereich. Daraufhin wurde eine Wasserschwelle eingebaut in Form von massiven Kantsteinen in Beton gesetzt. Sie bildeten einen schräg verlaufenden Abschluss unten am Aufgang (s. Foto).

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Vorher: Wasserleitschwelle am Aufgang zum Trail. Hang noch mit Schotter-Befestigung.

Diese Wasserleit-Schwelle funktioniert gut, war aber der Anfang vom Ende meiner Schotter-Hangbefestigung. Vor der Schwelle sammelte sich immer wieder Wasser und weichte so den Boden auf. Stück für Stück brach vom Hang ab. Zu guter Letzt waren Bruchstufen von 15 cm Höhe entstanden. Dringender Handlungsbedarf.

Ich wollte eine dauerhafte Hangbefestigung, kompatibel mit dem Wasserleitsystem, rutschfest im Winter bei Eis und Schnee und idealerweise auch noch bezahlbar. Nach vielen Telefonaten mit unterschiedlichen Herstellern, die mir Lösungen von 50 € pro Quadratmeter bis hin zum Doppelten anboten, mit Riffeln in der Oberfläche oder Eierwabenmustern (wie soll man das sauberhalten?), entschied ich mich wieder für die Ecoraster-Paddockplatten in 4 cm Stärke. Die Beratung durch die Firma (Herr Heim) war perfekt. Wir haben den Unterbau aus Schotter erneuert, verdichtet.

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Unterbau verdichten mit einem Rüttler.

 

Danach wurden die Platten verlegt, an der Wasserschwelle direkt passend geschnitten, so dass sie abschlossen. Oben haben sie ebenfalls einen Verbund zu den dort bereits verlegten Paddockplatten. Im Anschluss habe ich die Ecoraster hier am Hang mit Feinsplitt verfüllt und „dünn überzuckert“, wie mir der Hersteller geraten hat. Diese Lösung ist perfekt! Nichts bewegt sich mehr, nichts bricht. Die Pferde haben sicheren Halt – auch bei Schnee und Glätte und um die immer wieder gestellte Frage zu beantworten: Nein. Der Splitt sitzt nicht in den Hufen. Ich weiß nicht, warum das so ist. Aber wir kontrollieren die Hufe der Pferde täglich und hatten noch nie eingetretene Steinchen.

So sieht das jetzt aus:

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Verlegen der Ecoraster-Matten.

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Endergebnis: Einziger Arbeitsaufwand in der Zukunft: ab und zu Feinsplitt überstreuen.

 

4. ZÄUNE

21. März 2015

Zäune sind das A & O in einem Paddocktrail. Sie bestimmen die Wegführung. Sie trennen bewuchsfreie Wege von direkt daneben liegenden Weideflächen. Kurz: ohne vernünftigen Zaun kein Paddocktrail.

Ich habe mich, nachdem ich bereits 15 Jahre lang Recycling-Vollkunststoffpfähle als Weideeinzäunung nutze wiederum für dieses Material entschieden. Es hat viele Vorteile. Es kann wie ein Holzpfahl bearbeitet (angebohrt, mit der Säge gekürzt) werden, verrottet aber nicht. Der einzige Schwachpunkt ist gefrierendes Wasser, das manchmal von oben in einige wenige Pfähle eindringt und Teile absprengt. Vorsicht ist auch beim Einschlagen geboten. Ich habe die Löcher mit einem Erdbohrer vorgebohrt und eine Einschlaghülse verwendet, die man über den Pfahl stülpt.

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Zaunpfähle aus Recycling-Kunststoff.

 

Zu den Pfahlstärken:
Nicht zu empfehlen sind meines Erachtens nach die mir als „Einsteiger-Pfähle“ verkauften 6cm-Recyclingpfähle IN VERBINDUNG mit Holzzaunlatten und an Ecken. 6er-Pfähle sind wunderbar geeignet für Stromlitze auf gerade Strecke. Für Ecken, auf die Zuglast kommt und zum Anschlagen von Brettern sollten mindestens 8er-Pfähle, besser 10er-Pfähle gewählt werden.